
Dresden (kath.net/idea)
Der vor vier Jahren zur römisch-katholischen Kirche übergetretene ehemalige
evangelische Pfarrer Stefan Thiel (38) wird am 29. April in Böhlen bei
Leipzig vom Bischof der Diözese Dresden-Meißen, Joachim Reinelt, zum
Priester geweiht. Ob er künftig den Amtstitel Pfarrer, Kaplan oder eine
andere Bezeichnung tragen werde, wisse er noch nicht, sagte Thiel gegenüber
idea. Es sei eher unwahrscheinlich, daß er als Pfarrer eine Gemeinde leiten
werde, da dieses Amt nur unverheirateten Geistlichen vorbehalten sei. Thiel
ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Zuletzt war er in der Kreisstadt
Borna, 30 Kilometer südlich von Leipzig, als katholischer Diakon in der
Kinder- und Jugendarbeit tätig. Künftig werde er auch für die pastorale
Betreuung der Katholiken im thüringischen Altenburg zuständig sein. Durch
die Weihe werde er, so Thiel, mit der für seinen Dienst nötigen Vollmacht
von Gott ausgestattet: "Das wird ein Höhepunkt in meinem geistlichen Leben."
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Thiel war sechs Jahre lang Pfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde in
Bockendorf bei Hainichen in Sachsen, bevor er zusammen mit seiner Ehefrau
Karen und den Kindern Maria, Johannes und Paul im Februar 2002 in die
katholische Kirche wechselte. Das Ehepaar hatte den Schritt damals unter
anderem mit dem Abendmahlsverständnis begründet. Es sei wichtig, daß Brot
und Wein durch die Wandlung zum wahren Leib und Blut Christi würden und auch
blieben. Der "eher symbolische Charakter" in der evangelischen Kirche
entspreche nicht seiner geistlichen Überzeugung, so Thiel. Außerdem habe die
Marienverehrung und die Fürsprache der Heiligen für seine Familie schon
immer eine große Rolle gespielt. Thiel nannte es ein "unbeschreibliches
Gefühl, endlich im richtigen Boot zu sitzen". Wie er jetzt sagte, habe sich
die Aufregung um seinen Übertritt inzwischen gelegt. Er stoße auch bei
geistlich konservativen Protestanten auf Verständnis für seinen Schritt.
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