
Sydney (kath.net/nl)
“Und das sind erst die Tage der Begegnung...” Mit diesem oft gehörten Satz könnte man die vergangene Woche hier in Melbourne bündig und authentisch zusammenfassen. Die Begegnung war dabei vielseitig. Heute morgen stand mit dem gemeinsamen Rosenkranzgebet unserer Gruppe und der Gemeinde konkrete Frömmigkeit auf dem Programm, wie sie einem nicht mehr in jeder Gemeinde zuhause begegnet. Mit der größten Selbstverständlichkeit trug ein junger Priesteramtskandidat einige betrachtende Gedanken zu jedem Geheimnis des Rosenkranzes bei. Nicht wenige Pilger staunten dabei über die Festigkeit, mit der ein junger Mann seine Verehrung fuer die Gottesmutter Maria in Worte brachte.
Nach Frühstück und Gespräch mit den Familien in ihren Häusern war Zeit und Luft, um vor der nahenden Abreise nach Sydney noch einmal die Stadt zu erkunden. Strand, Promenade und Pier von Sankt Kilda durften als “Touri-Muss” nicht ausgelassen werden, so weltlich muss man sein dürfen. Ein völlig anderes Melbourne tut sich dabei vom Pier aus gesehen mit seiner Skyline vor uns auf.
Beinahe stündlich erlebten wir in diesen Tagen Wechsel zwischen Natur und Stadt, Geselligkeit und Stille, Aufregung und Routine. Scheinbar alles in einem, das wurde greifbar bei der “Commissioning Mass” im Telestra Dome. Gemeinsam mit den Teilnehmern der Tage in den Diözesen wollte Erzbischof Hart vor der Weiterreise nach Sydney eine Heilige Messe feiern – und war selbst sichtlich davon erfasst, wie sehr der Weltjugendtag noch vor seinem eigentlichen Start “die Stadt und das Land eingenommen hat”. Er bedankte sich für die “mitgebrachte Freude, Hoffnung und Liebe”. Ihm schien am Herzen zu liegen, daß diese Geschenke von bleibendem Charakter sein sollten, sich dieser Stempel von der Stadt nie mehr lösen möge. Die Arena dankte es ihm mit lautem Jubel, kraftvollem Gesang und einer für Weltjugendtagsverhaeltnisse normalen, aber immer wieder doch faszinierenden Anteilnahme an der Feier der Heiligen Messe. Der aufwendig “inszenierte” Gottesdienst war ein Vorgeschmack auf das, was uns in Sydney erwarten wird. Eine echte “Feier” der Eucharistie, mit Gottes Gegenwart nicht nur geistig, sondern geradezu spürbar erfahrbar.
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Der Heilige Vater blieb auch nicht außen vor: Ihm wurde zum Namenstag gratuliert, mit Benedetto-Sprechchören und Gesängen.
Mit Gitarre und Fahnen “bewaffnet” überfluteten die Pilger anschließend die Innenstadt. Das verfehlte seinen Eindruck nicht, selbst die zuvor betont kritischen lokalen Medien berichteten von Kritikern und Störern des Glaubensfests nur, um zu dokumentieren, dass sie auf verlorenem Posten und “absolutely outnumbered” waren.
Bei allem Weltjugendtag und der unbestreitbaren Schönheit vieler Kirchen hier – wir können nicht nach Hause kommen, ohne Känguruhs gesehen zu haben. Das wussten unsere Gastgeber auch und schickten uns daher heute gemeinsam mit dem Förster auf die Suche. Wer suchet, der findet: Die Begegnung mit den hüpfenden Tierchen aus einer scheinbar anderen Zeit geriet zum reinsten Fotoshooting. Die Hüpfer schienen es zu genießen und posierten so, als ob sie Teil des offiziellen Begrüssungskomitees für Seine Heiligkeit sein wollten.
Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper: Bevor es morgen weitergeht nach Sydney, nutzten wir die Gelegenheit, gemeinsam ein Sportevent der besonderen Art zu besuchen. Vor 55.000 Zuschauern spielten zwei lokale Teams der “Footy-League”, einer Art Mischung aus Rugby und American Football. Regeln gibt es kaum. Von den regelmäßigen leicht verwirrenden Fangesängen für die deutsche Nationalmannschaft ließen sich die Spieler ebenso wie die meisten anderen Fans nicht ablenken. Diese Überreste von Europameisterschaftsbegeisterung sind in den Augen der uns begleitenden australischen Jugendlichen noch einmal als deutscher “Insider” durchgegangen.
Ihnen schien das Kennenlernen und die intensive Begegnung der vergangenen Tage auch zugesagt zu haben: Erste Verabredungen für gemeinsame Treffen in Sydney sind bereits getroffen, außerdem hat sich das erste deutsch-australische Pärchen gefunden, auch das keine unangenehme Nebenwirkung von Weltjugendtagen.
Melbourne ist eine beeindruckende Stadt. Wir haben viel über die Menschen hier, ihren Glauben, die Kirche und die Familien kennenlernt. “Begegnung” wäre da fast zu wenig gesagt. Vor allem aber sind viele von uns in all dem Trubel Gott begegnet – und sprechen davon. Oder sie sind sich selbst begegnet – und man merkt es ihnen an. Dankbarkeit bleibt. Und das waren erst die Tage der Begegnung.
Generation Benedikt: www.generation-benedikt.de
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Der KATH.NET-Generation-Benedikt-Blog aus Australien:
Tag 1: Australien liegt tatsächlich am Ende der Welt
Tag 2: 6 more days to go!
Tag 3: Wenn das berüchtigte 'Weltjugendtagsfeeling' aufkommt!

Foto: (c) Generation Benedikt
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