
Salzburg (kathnet)
Ökumene nennt man das Streben nach der Christus-gewollten Einheit der Christen, die im Lauf der Jahre nicht nur einmal zerbrochen ist! Ein erster großer Schritt ist, Gott sei Dank, in der „Ökumene der Liebe“ geschehen: Man kann wieder miteinander sprechen, man versucht zu verstehen, man verzichtet auf Unterstellungen und betet miteinander und füreinander, auch der nicht-katholische Christ kann ein „guter Freund“ sein. Niemand will zurück zu früherer Gehässigkeit, man preist die „versöhnte Verschiedenheit“!
Aber: Der Herr will unser Versöhnt-Sein, nicht die schöngeredete Verschiedenheit, die bleibt! Oder doch? Die Kirche ist nicht eine Gemeinschaft der Uniformierten, nicht Masse der Gleichen und Gleichgeschalteten, die Kirche ist wirklich eine bunte Wiese, auf der viel Verschiedenheit der Gaben und der Eigenarten Platz hat. Warum soll es dennoch nicht die verschiedenen christlichen Gemeinschaften (Protestanten z.B.) und christlichen Kirchen (die Orthodoxen) geben?
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Deswegen, weil die vielen Verschiedenen eins sein sollen in der einen Kirche, die Christus wollte, und „eins“ ist die wahre Kirche in der Wahrheit, in der Leitung, in und durch ihre Sakramente! Darum bleibt es heilige Verpflichtung aller Christen zu ringen um den wahren Glauben! Falsch hingegen ist jede Ökumene, die so tut, als ob die Frage nach der Wahrheit offen bleiben dürfte. Als ob es nicht gerade sie wäre, die die Spaltung der Christen letztlich besiegelt und aufrechterhalten hat! Daraus folgt: Die Wahrheitsfrage zu stellen ist das Herzstück jeder Ökumene, sie zu tabuisieren lässt Ökumene zu einem ergebnislosen Smalltalk verkommen! Wie soll Einheit werden, die man nicht mehr will und darum auch nicht anstrebt? Letztlich beginnen dann auch Versöhntheit und Brüderlichkeit abzusterben. Denn was ist eine Freundschaft wert, die das Ringen um Wahrheit und sachliche Auseinandersetzung als Belastung empfindet? Ist es nicht vielmehr so, dass man mit einem wirklichen Freund wirklich, auch leidenschaftlich, um Wahrheit ringen kann, ohne dass man sich nachher nicht mehr in die Augen sehen könnte? Zerstören Argumente wirklich den Frieden? Ökumene die durch Fragen und Argumente zugrunde geht, war immer schon krank und dem Tod geweiht! Das alte Wort „Seht, wie sie einander lieben!“ muss man abwandeln können: „Seht, wie sie miteinander streiten!“, nämlich brüderlich und liebevoll, so, dass niemand sich scheut, Fehler einzuräumen, und niemand „den anderen besiegen will“! So wird das „wie sie miteinander streiten“ zu einer Variante von „wie sie einander lieben“. Wahre Ökumene, die auch zum Vorbild für Nicht-Christen werden könnte, z.B. die Politiker!
KLARTEXT von Weihbischof Andreas Laun erscheint ab sofort jeden Donnerstag/Freitag exklusiv auf kath.net und kathtube.com

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