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24. Januar 2010, 22:20
Britischer Schriftsteller fordert 'Euthanasie-Zellen'














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  WEITERE ARTIKEL ZUM
  THEMA 'Euthanasie'

Der britische Autor Martin Amis fordert "Euthanasie-Zellen" an Straßenecken, in denen alte Menschen ihr Leben beenden könnten.

London (kath.net/KNA)
Der britische Autor Martin Amis sorgt mit Äußerungen zum Thema Sterbehilfe in seinem Heimatland für Schlagzeilen. In einem Interview mit der Sonntagszeitung «The Sunday Times» forderte er «Euthanasie-Zellen» an Straßenecken, in denen alte Menschen ihr Leben beenden könnten. Ihn habe der Tod der Schriftstellerin Iris Murdoch tief berührt, die 1999 im Alter von 79 Jahren ihrer Alzheimer-Krankheit erlegen sei, begründete Amis seinen Vorstoß. Es solle einen «Ausweg für rationale Menschen» geben, die ihrem Leben ein Ende setzen wollten.

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In dem «Sunday Times»-Interview sagte Amis außerdem schwere Konflikte zwischen den Generationen voraus, falls der demografische Wandel nicht kontrolliert werde. «Ich kann mir vorstellen, dass es in zehn oder fünfzehn Jahren einen Bürgerkrieg zwischen den Alten und den Jungen geben wird», zitierte das Blatt den 60-Jährigen. Der Gesellschaft drohe ein «grauer Tsunami».

(C) 2010 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

   

Lesermeinung

Tadeusz am 26.1.2010
...komisch der Genosse Epik
@Epicurer "Als Katholik glaubst(!) du, dass dir dei Leben vo Gott geschekt ist."

Das glaube ich nicht. Das weiss ich.

Von meinem Glauben hast Du aber keine Ahnung und wirst Du auch nichts erfahren.

Nicht umsonst hat der Herr gesagt "Werft keine Perlen vor Schweine"...
 
 Leonard Euler am 26.1.2010
Ohne Gott, keine Menschenrechte
Die Menschenrechte machen nur in einem christlichen Kontext Sinn. Es ist kein Zufall, dass die Idee der Menschenrechte gerade in den westlichen Ländern entstanden ist.

Eine atheistische Weltsicht, wie es z.B. der Materialismus ist, könnte niemals soetwas wie Menschenrechte hervorbringen. Eher das Gegenteil. Man schaue sich nur mal die Geschichte an, wozu ein gottloses Weltbild führt: Das Rassendenken, die Geringschätzung von krankem oder unausgebildetem Leben als minderwertig. Diese Dinge haben alle ihre Wurzeln in einem gottlosen Weltbild ein zur Religion erhobener Materialismus mit Evolutionstheorie. Würde man dem Atheismus wieder seinen freien Lauf lassen, würde es zu genau denselben Effekten kommen. Man sieht das ja bereits heute: Abtreibung, Euthanasie etc.... das sind nur die Anfänge.

"66. In welchem Sinn ist der Mensch „nach dem Bilde Gottes“ geschaffen?

Der Mensch ist nach dem Bilde Gottes geschaffen, insofern er fähig ist, seinen Schöpfer in Freiheit zu erkennen und zu lieben. Er ist auf Erden das einzige Geschöpf, das Gott um seiner selbst willen gewollt und das er berufen hat, in Erkenntnis und Liebe an seinem göttlichen Leben teilzuhaben. Weil der Mensch nach dem Bilde Gottes geschaffen ist, hat er die Würde einer Person [!!]: Er ist nicht bloß etwas, sondern jemand. Er ist imstande, sich zu erkennen, sich in Freiheit hinzugeben und in Gemeinschaft mit Gott und anderen Personen zu treten."

Nebenbei bemerkt: Glauben heißt nicht blind und willkürlich glauben, was einem so gefällt. So ein glaube ist das Christentum nicht.
weiter »
 
 Der Epikuräer am 26.1.2010
@ Argument
Es ist eine Frage des Axioms.
Als Katholik glaubst(!) du, dass dir dei Leben vo Gott geschekt ist. Deine Entscheidung. Ich glaube es nicht.

Ich halte mich an die Allgemeinen Menschenrechte, denen zufolge die Menschenwürde unbedingt ist. Sie ist von niemandem gegeben, wir schulden dafür niemandem Dank oder irgendeine Gegenleistung. Sie ist ein unveräußerlicher Anspruch. Was ich mit meinem Leben mache, ist also einzig und allein meine persönliche Entscheidung - natürlich unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf Andere.

Auch hier steht es einer Religionsgemeinschaft natürich frei, für ihre Mitglieder weitere Regeln aufzustellen und einzufordern. Aber für mich als Nicht-Mitgied (und für den weltanschaulich neutralen Staat) sind diese irrelevant.

Ich spreche mich auch ganz klar gegen das Nützlichkeits-Argument aus. Die Menschenwürde ist wie gesagt unbedingt, sie bedingt also auch keine Nützlichkeit. Ein Schwerbehinderter oder ein Komapatient hat exakt die gleiche Menschenwürde wie der fleißigste Unternehmer. Über das einzelne Leben darf kein Staat, keine Gesellschaft entscheiden - und eben auch keine Kirche.
 
 sonni am 25.1.2010
Demenz
Meine Mutter ist demenzkrank - mit 88 Jahren muß sie in einem entsprechenden Heim leben. Sie kann nicht sprechen, versteht fast nichts und weiß nicht mehr, daß hinter dem Schokoladenpapier die Schokolade ist zu finden ist ... Aber wenn ich komme, erkennt sie mich und lacht. Das ist ihr ganzer Sinn, daß ich sie besuche. Was also bleibt vom Menschen übrig? Was gibt Sinn, auch wenn alles andere weg ist? LIEBE
 
 Leonard Euler am 25.1.2010
470. Was verbietet das fünfte Gebot?
"Das fünfte Gebot verbietet als schwerwiegende Verstöße gegen das Sittengesetz:
den direkten und willentlichen Mord und die Beihilfe dazu;

die direkte Abtreibung, als Ziel oder als Mittel gewollt, und die Mitwirkung daran; dieses Vergehen wird mit der Exkommunikation bestraft, weil das menschliche Wesen von der Empfängnis an in seiner Unversehrtheit absolut zu achten und zu schützen ist;

die direkte Euthanasie, die darin besteht, dass man durch eine Tat oder die Unterlassung einer geschuldeten Handlung dem Leben behinderter, kranker oder sterbender Menschen ein Ende setzt;

den Selbstmord und die freiwillige Beihilfe dazu, weil er ein schwerer Verstoß gegen die rechte Liebe zu Gott, zu sich selbst und zum Nächsten ist. Die Verantwortung dafür kann aufgrund eines Ärgernisses verstärkt oder wegen besonderer psychischer Störungen oder schwerer Furcht vermindert werden."
weiter »
 
loyalbushie am 25.1.2010
Todestribunale
Die Idee der Todestribunale, denen sich Menschen alle 5 Jahre stellen sollten und wo sie nachweisen sollten, dass sie der Gemeinschaft mehr nutzen als kosten, ist etwas mehr als 100 Jahre alt.

Glenn Beck hat kürzlich eine brillante Dokumentation zu dem Thema und zu den gemeinsamen Wurzeln von Nationalsozialismus und Kommunismus bzw. zur Eugenik als einen gemeinsamen Nenner herausgebracht - anglophonen Lesern sei sie wärmstens empfohlen: http://www.youtube.com/watch?v=cNrfY4U9WYM (Teil 1 von 5)

Mit Blick auf die Eugeniker lässt sich nur sagen: Millionen sind krepiert - unsere Progressiven haben nichts kapiert!
weiter »
 
 Argument am 25.1.2010
Gefährliche Ansicht
@Epikuräer. Ich muss Dir leider mit aller Entschiedenheit widersprechen!! Wie Tadeusz schon angeführt hat, ist das Leben uns (von Gott) geschenkt (!) und wir sind höchstens Verwalter, nie jedoch Herren über unser Leben. Genauso wenig trifft das auf unseren Tod zu. Es ist ungeheuer Vermessen - entspricht aber leider gängigem Zeitgeist - bestimmen zu wollen, wann das Leben aufzuhören hat, auch wenn es uns - rein praktisch gesehen - natürlich möglich wäre.

Bemerkenswert finde ich auch, dass Hr. Amis die Euthanasie alter Menschen auch damit rechtfertigen will, dass man dadurch eine Überalterung der Gesellschaft verhindern soll. Als wenn das Problem, die alten Menschen wären und nicht die jungen, welche - aus welchen Gründen auch immer - keine Kinder mehr bekommen!

Hinter diesen Ansichten - die in Ansätzen auch schon aus Deiner Aussage, Epikuräer, herausscheinen - steht letztlich doch nichts als ein Bild vom Menschen, welches ihm nur insofern Bedeutung zumisst, als er für die Gesellschaft "von Nutzen" ist. Dass er aufgrund seines Menschseins allein schon einen einzigartigen Wert hat, wird dabei völlig verkannt. Das ist genau die "Kultur des Todes" von der Johannes Paul II. immer gewarnt hat!
 
 quovadis am 25.1.2010
Ein weiteres Beispiel dafür,
welchen Gehirn-Tsunami Gottlosigkeit bewirkt. Es finden sich in weiterer Folge auch genug 30-Jährige, die ihm sagen möchten, dass er schon längst überfällig ist.
 
Tadeusz am 25.1.2010
...meine Güte, die Ansprüche die man anmeldet
Der Epikurär "Wenn der Mensch ein Recht an seinem eigenen Leben hat, hat er auch ein Recht am eigenen Tod"

Hast Du Dich selbst erschaffen?
Oder hat Darwin Dich erschaffen?
 
 Der Epikuräer am 25.1.2010
Seeehr provokant...
..die Idee mit der Euthanasie an der Straßenecke. Aber sie schiebt eine wichtge Diskussion an: Wenn der Mensch ein Recht an seinem eigenen Leben hat, hat er auch ein Recht am eigenen Tod. Niemand darf ihm das Leben nehmen, aber genauso darf niemand ihm den Tod verweigern. Es gibt also einen naturrechtlichen Anspruch des Menschen auf Euthanasie.

Angesichts der moralischen komplexität des Themas - Druck von Angehörigen, psychische Erkrankungen, Belastung der Mitmenschen etc - ist die Straßenecken-Idee natürlich weltfremd.
 
m sr a am 24.1.2010
"Reproductive Rights" so called nowadays
The modern field and term were first formulated by Sir Francis Galton in 1883,[10] drawing on the recent work of his half-cousin Charles Darwin.[citation needed] At its peak of popularity eugenics was supported by prominent people, including Margaret Sanger,[11][12] Marie Stopes, H. G. Wells, Woodrow Wilson, Theodore Roosevelt, Emile Zola, George Bernard Shaw, John Maynard Keynes, John Harvey Kellogg, Linus Pauling[13] and Sidney Webb.[14][15][16] Its most infamous proponent and practitioner was however Adolf Hitler who praised and incorporated eugenic ideas in Mein Kampf, and emulated Eugenic legislation for the sterilization of "defectives" that had been pioneered in the United States.[17]

G. K. Chesterton was an early critic of the philosophy of eugenics, expressing this opinion in his book, Eugenics and Other Evils. Eugenics became an academic discipline at many colleges and universities, and received funding from many sources.[18] Three International Eugenics Conferences presented a global venue for eugenicists with meetings in 1912 in London, and in 1921 and 1932 in New York. Eugenic policies were first implemented in the early 1900s in the United States.[19] Later, in the 1920s and 30s, the eugenic policy of sterilizing certain mental patients was implemented in a variety of other countries, including Belgium,[20] Brazil,[21] Canada,[22] and Sweden,[23] among others. The scientific reputation of eugenics started to decline in the 1930s, a time when Ernst Rüdin used eugenics as a justification for the racial policies of Nazi Germany, and when proponents of eugenics among scientists and thinkers prompted a backlash in the public. Nevertheless, the second largest known eugenics program, created by social democrats in Sweden, continued until 1975.[23]

Since the postwar period, both the public and the scientific communities have associated eugenics with Nazi abuses, such as enforced racial hygiene, human experimentation, and the extermination of "undesired" population groups. However, developments in genetic, genomic, and reproductive technologies at the end of the 20th century have raised many new questions and concerns about what exactly constitutes the meaning of eugenics and what its ethical and moral status is in the modern era.

aus: http://en.wikipedia.org/wiki/Eugenics
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