| 12. Februar 2010, 11:34 | Belgischer Philosoph warnt vor 'falschem Mitgefühl' bei Abtreibungen
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| Ein verfälschtes Verständnis von Mitgefühl habe ein Klima geschaffen, in dem die Tötung von Kindern durch Abtreibung und nachgeburtliche Kindstötung nicht mehr verurteilt werden dürfen, sagt Michel Schooyans.

Löwen (kath.net / LifeSiteNews.com) Die katholische Kirche leide unter einem der gefährlichsten philosophischen Irrtümer der Gegenwart, nämlich falschem Mitgefühl. Das meint Monsignore Michel Schooyans, emeritierter Professor für Philosophie der Katholischen Universität Löwen und ständiges Mitglied der Päpstlichen Akademie für das Leben (PAV).
Ein verfälschtes Verständnis von Mitgefühl habe ein Klima geschaffen, in dem die Tötung von Kindern durch Abtreibung und nachgeburtliche Kindstötung nicht mehr verurteilt werden dürfen.
Aus dem gleichen Grund habe man aufgegeben, die traditionelle Definition von Ehe zu verteidigen, die Verbreitung von AIDS durch die „Safe Sex“-Doktrin zu kritisieren und das Wiederaufleben der tödlichen eugenischen Methoden des frühen 20. Jahrhunderts akzeptiert, schreibt Schooyan in einem neu veröffentlichten Artikel.
Falsches Mitgefühl führe zu Häresie und Spaltung innerhalb der Kirche, weil die Gläubigen dazu verleitet würden, in einer wesentlichen Frage von der Lehre der Kirche abzuweichen: der Pflicht, unschuldiges Leben zu respektieren. Das sei Teil der von Papst Benedikt XVI. bekämpften „Tyrannei des Relativismus“.
In Übereinstimmung mit der Propaganda der Abtreibungsindustrie appellierten die Medien ständig an ein falsches „Mitgefühl“. Abtreibung werde als notwendige Maßnahme für die Mutter und manchmal sogar das Kind dargestellt. Wird bei einem Kind vor der Geburt eine Behinderung festgestellt, wird sofort unterstellt, es habe ein Leben vor sich, das nicht lebenswert sei.
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Aus einem falsch verstandenen „Mitgefühl“ rate man zur Abtreibung. Uns so wird letztlich das Kind „aus Mitgefühl getötet“, schreibt Schooyans. Das sei angeblich sowohl im Interesse der Eltern, die ein ihnen später zur Last werdendes Kind abtreiben wollen, als auch der Gesellschaft, die nicht mit ungewollten behinderten Kindern belastet werden solle, deren Versorgung teuer und sinnlos sei.
Letztes Jahr war Schooyans einer der schärfsten Kritiker des Vorsitzenden der PAV, Erzbischof Salvatore Fisichella, der die Abtreibung von Zwillingen in Recife (Brasilien) aus Mitgefühl zu rechtfertigen schien.
In seinem Artikel, „The Pitfalls of Compassion“ (auf deutsch etwa „Die Fallstricke des Mitgefühls“) setzt Schooyans sich mit Fisichellas Artikel auseinander, der im „Osservatore Romano“ erschienen war. Fisichella hatte den brasilianischen Bischof José Cardoso Sobrinho kritisiert, der eine Gruppe von Ärzten vor der automatischen Exkommunikation gewarnt hatte, wenn sie die Zwillinge abtreiben würden.
Fisichella hatte die Ärzte, die die Abtreibung durchgeführt hatten, verteidigt. Ärzte auf Intensivstationen müssten täglich schwierige Entscheidungen über die für Mutter und Kind besten Maßnahmen treffen und seien dabei mit ihrem Gewissen alleine.
Hinter dieser Rechtfertigung stehe die falsche Auffassung von Mitgefühl, die nun auf Abtreibungsärzte ausgeweitet würde, kritisiert Schooyans. Anstatt Mitgefühl für die jungen und unschuldigen Opfer der Abtreibung auszudrücken gestehe Fisichella das Mitgefühl den Ärzten zu, die den eigentlichen Opfern Furchtbares angetan hätten.
Führende Lebensschützer hatten Fisichella aufgefordert, seinen Artikel zu korrigieren oder zurückzuziehen. Die Proteste wurden ignoriert, bis einige Mitglieder der PAV Papst Benedikt XVI. baten, sich dieser Frage anzunehmen. Kurz danach veröffentlichte der „Osservatore Romano“ eine ausführliche Erklärung der Kongregation für die Glaubenslehre, die in deutlichen Worten die absolute Ablehnung jeder Abtreibung durch die Kirche unterstreicht.
Obwohl Fisichella sich bis heute geweigert hat, auch nur ein Wort seines Artikels zu korrigieren oder zurückzunehmen, ist er nach wie vor Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben. Diese Woche fand eine Sitzung der PAV hinter verschlossenen Türen statt. Angesichts dieses Vorfalls gibt es bereits Spekulationen über ihre Zukunft.
Am Ende seines Artikels denkt Schooyans über mögliche Konsequenzen für Kleriker nach, die in Fragen der Abtreibung Nachsicht üben. Das Kirchenrecht verbietet die Spendung der Kommunion an Laien, die Abtreibung befürworten, sei es auch aus Gründen des Mitgefühls. Schooyans fragt sich, ob Kleriker suspendiert werden könnten, die öffentlich ihr falsches Mitgefühl für Abtreibungsärzte zum Ausdruck bringen.
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Lesermeinung
| | wagehe am 4.3.2010 | 
 | Humanistisches Sc hönreden Wir kennen die "Notfallsmedizin" als Pille danach, wenn der alleinsichernde Gummi versagt hat. Wir kennen die Frauengesundheitszentren und deren Wohltäter. Keinesfalls sollen wir die Opfer dieser Gesundheitsindustrie kennen lernen.
Weder die viel zu früh Gestorbenen noch deren an PAS leidenden Mütter.
Falsches, oft heuchlerisches Mitleid ist nicht der richtige Weg.. | | |
 | Ehrmann am 15.2.2010 | 
 | Ist ein PAS (post abortion syndrome) kein Tauma? Auch eine 9-Jährige nach einer Vergewaltigung kann ein PAS entwickeln, denn es sind nicht nur die Kinder aus der Vergewaltigung, es sind auch ihre eigenen. Und dieses PAS ist eine schwere Last für das Leben, auch bei Frauen, die in einer Umgebung leben, die einer Abtreibung positiv gegenüberstehen, die von vornherein keinerlei Schuldgefühle hatten. Das PAS kann noch viel später kommen. Kalt waren hier wohl die Abtreiber, denn die Medizin sollte doch lebenserhaltend wirken (und kann es auch). | | |
| | Ekklesiastes am 14.2.2010 | 
 | Kalt In dem Text wird leider nicht darauf hingewiesen, dass das neunjährige Mädchen, das die Zwillinge erwartete, von ihrem Stiefvater vergewaltigt worden war. Ich bin mir nach den Ausführungen von Schooynas nicht ganz sicher, ob er schon irgendwann einmal mit einem neunjährigen Kind gesprochen hat. Wir haben ein vergewaltigtes Kind, das körperlich noch nicht einmal in der Lage war eine Einlingsschwangerschaft zu überstehen und Zwillinge erwartete. Das Kind war nicht nur durch die Schwangerschaft, sondern auch durch die Vergewaltigung traumatisiert. In einem solchen Fall zeigt sich ein belgischer Philosophieprofessor in seiner Studierstube weit abgehoben von der Realität. An denen sind Ärzte, die das Kind medizinisch betreut haben, näher dran. Und dieser Auffassung war auch Erzbischof Fischichella. Was wäre passiert, wenn die Neunjährige bei der Geburt (oder schon zuvor) gestorben wäre? Mitsamt der Zwillinge?
Tut mir Leid, aber für mich ist Schooyans kalt! | | |
| | Hannah am 13.2.2010 | 
 | Abtreibung bleibt Mord. Die Mörder sind nicht nur die Mütter Sondern die Pharmaindustrie, die Ärzte,Politiker, die ablehnenden Eltern, die verantwortungslosen Väter, und die egoistischen Frauen, die sich gegen die positive Hilfestellung zum Trotz gegen die Geburt des Kindes entscheiden.Da bin ich für ein Strafausmaß, das alle diese "Helfer" und "Täter" mit einbezieht.
Nicht aber jene Frauen, die in Not und Verzweiflung verlassen da stehen, sollten verurteilt werden.Sonst wird da nur ein Geschäft für Anwälte und Richter und es ändert nicht viel.
Geld war für die Banken da, dann soll es auch für Mutter und Kind und allen Familien entsprechend vorhanden sein. | | |
| | wagehe am 12.2.2010 | 
 | Fisichella-untragbar Ich danke Schooyan. Klarheit ist nötig. Abtreibung ist und bleibt Mord. Fisichella hat sich eigentlich selbst, falls Ihre Darstellung korrekt ist, selbst exkommuniziert. Der Papst sollte umgehend hart durchgreifen. | | |
| | sonni am 12.2.2010 | 
 | Worte Man muß nur für etwas Schlimmes (= Tötung) ein anderes Wort finden (= Abtreibung), dann sieht die Sache schon etwas anders aus. Wenn man dann noch das Ganze zu einer guten Sache machen kann (die arme überforderte Frau, der man helfen möchte), ist der Blick so vernebelt, wie es nur der Teufel schaft. Der Diabolos ist ja wörtlich der "Durcheinanderwirbler". | | |
| | ivanka am 12.2.2010 | 
 | Down Syndrom Ein Beispiel aus dem waren Leben
Meine Verwnandte hat 2 Kinder. Sie ist zum 3 mal Schwanger und bekommt das Kind mit Down Syndrom.
Viele hatten an Ihre Stelle das Kind abtreiben wollen "weil das Kind nicht das normale Leben fuhren wird" aber sie und die Familie sehen das anders....
Der Junge ist heute 3 Jahre alt und das ist der SONNENSCHEIN der Familie !!!!
Er ist nicht nur Segen fur Ihre kleine Familie sondern fur unsere ganze Grossfamilie! | | |
 | camino ignis am 12.2.2010 | 
 | Danke für diesen Artikel! Die klare Haltung der Katholischen Kirche zur Abtreibung darf nicht aufgeweicht werden. Über Konsequenzen sollte ernsthaft und entschlossen nachgedacht werden! | | |
| | SauerEG am 12.2.2010 | 
 | Lichtung Endlich einmal klare Worte im Wald des Scweigens. Vielen Dank an Herrn Schooyan. | | |
 | kreuz am 12.2.2010 | 
 | Gebet für unsere Bischöfe die vor dem Geist der Zeit kapituliert haben. weiter » | | |
 | rosengarten1997 am 12.2.2010 | 
 | Es ist Zeit aufzuwachen! Die jahrelange Relativierung des menschlichen Lebens hat auch in der Kirche Einzug gehalten. Die Definitionen und Auslegungen von Einzelnen sind wie ein Virus, von dem sich auch viele Gläubige Christen anstecken lassen, die Verantwortung von Bischöfen und Theologen ist enorm und viele werden dieser Verantwortung nicht gerecht. Der Relativismus ist auch hier am Werk und schafft eine Kultur des Todes. Ihr Bischöfe und Priester bitte helft den Gläubigen aus dem Schlaf der Relativierung endlich aufzuwachen! | | |
 | Gandalf am 12.2.2010 | 
 | Wichtig! Monsignore Michel Schooyans ist eine der besten Professor für Philosophie der heutigen Zeit. Sein Argumentation ist immer sehr klar und einsichtig. | | |
 | Philothea am 12.2.2010 | 
 | Richtig gut was hier geschrieben ist.
Danke Monsignore Schooyan
Hoffentlich lesen das viele unserer Bischöfe und erinnern sich an ihre Pflicht Hirte zu sein. | | |
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