| 19. Februar 2010, 08:53 | Was ich in Medjugorje erlebt habe, sind keine faulen Früchte
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| Wenn es aber keine definitive Entscheidung gibt, dann empfinde ich es als problematisch, wenn die einen mit oft aggressivem Unterton so tun, als wäre Medjugorje ein satanisches Blendwerk - Von Prof. P. Karl Wallner / Die Tagespost

Heiligenkreuz (kath.net/tagespost.de)
Im Nachfolgenden möchte ich ein persönliches Zeugnis als Theologe und noch mehr als Jugendseelsorger zu Medjugorje geben. Dazu muss ich weiter ausholen: Für mich gibt es einen sehr wichtigen Grund, warum ich stolz darauf bin, katholisch zu sein: Weil wir Katholiken die Vernunft hochhalten! Tatsächlich ist die katholische Kirche heute, inmitten dieser überbordenden abergläubischen Flut von Esoterik und New Age, von religiösem Synkretismus und postmodernem Irrationalismus, der letzte Hort eines nüchternen und vernünftigen Denkens.
Wie habe ich mich als Theologe 1998 gefreut, als uns Papst Johannes Paul II. die unter Mitarbeit des damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, entstandene Enzyklika „Fides et ratio“ (Glaube und Denken) geschenkt hat, wo er als Papst die Philosophen ermutigt, die Kräfte des natürlichen Denkens anzuwenden. Ein Papst muss Mut machen, das Denken hochzuhalten!
Die Vernunft ist für den gläubigen Christen unverzichtbar
Wir sind überzeugt, dass unsere Vernunft befähigt ist, an Gott heranzureichen. Sie ist eine herrliche Gabe, die der Schöpfergott allen Menschen geschenkt hat. „Vernunft“ ist für den gläubigen Menschen unverzichtbar, denn wer „nur glaubt“, der ist schnell in Gefahr, in dumme Leichtgläubigkeit, in fanatische Irrgläubigkeit oder in blinden Aberglauben abzusinken.
Von seinem Ursprung weg hat der christliche Glaube nichts mit naiver Leichtgläubigkeit gemein. Die skeptischen Apostel am Ostermorgen, allen voran der „ungläubige Thomas“ mit seinem rationalistischen „Ehe ich nicht sehe..., ehe ich nicht berühre... glaube ich nicht“ (Johannes 20,25) sind Garanten dafür, dass wir nicht leichtgläubig irgendwelchen Fabeleien und Dichtungen gefolgt sind. Weder Hermann Reimarus hat recht, wenn er behauptet, dass die frühe Kirche einem gefinkelten Betrug der Apostel entspringe, noch Ludwig Feuerbach mit seiner Behauptung, alle Religion sei nur wunschgemäße Projektion.
Christlicher Glaube gründet in einer geschichtlich erlebten Wirklichkeit: „Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere Hände angefasst haben, das verkünden wir: das Wort des Lebens.“ (1. Johannesbrief 1,1)
Weil die Rückbindung an das erkennbar Wirkliche, an das vernünftig Feststellbare das Fundament des katholischen Glaubens ist, bin ich so stolz darauf, dass sich die Kirche mit paranormalen Phänomenen wie Erscheinungen, Visionen, Auditionen, Elevationen, Stigmatisierungen und sonstigen „Wundern“ nie leicht getan hat. Der Mensch lässt sich ja vom Mirakelhaften offensichtlich schnell in Bann schlagen.
Die Kirche reagiert immer nach dem gleichsam „apostolischen“ Schema des „ungläubigen Thomas“: also mit einer Skala, die von vorsichtiger Distanz über kritische Hinterfragung bis zu dezidierter Ablehnung reicht. So war es bei den Erscheinungen der Unbefleckten Gottesmutter an Katharina Labouré 1830, die die Verbreitung der Wunderbaren Medaille „incognito“ über ihren Beichtvater organisieren musste; so war es am Anfang der 18 Erscheinungen der „Immaculata“ an Bernadette Soubirous in Lourdes, die vom skeptischen Pfarrer Peyramal geradezu erpresst wurde, einen übernatürlichen Beweis zu fordern; so war es in Fatima, wo die drei kleinen Seherkinder in Polizeigewahrsam genommen wurden. Oder beim stigmatisierten Kapuziner Pater Pio von Pietrelcina, dem der Vatikan getreu den Prinzipien katholischer Vernünftigkeit und der Abwehr übernatürlicher Wundersucht jahrelang das öffentliche Auftreten, ja sogar die öffentliche Zelebration der Heiligen Messe verboten hat. Diese Skepsis ist gut, sie ist „katholisch“. Das kirchliche Amt hat die Pflicht, außerordentliche Phänomene mit distanzierter Skepsis zu prüfen und die Vernunft hochzuhalten!
Zur sorgfältigen Prüfung und Abwägung verpflichtet
Es gibt einen weiteren Grund, der zu sorgfältiger Prüfung und Abwägung verpflichtet: Die Kirche ist überzeugt, dass ihr durch die mit den Aposteln abgeschlossene Offenbarung bereits alles an Gnade übergeben worden ist. Alle göttliche Gnade oder besser „alles Übernatürliche“, das der Mensch braucht, um gerettet zu werden, ist bereits im Leben der Kirche anwesend. Und zwar durch einen ganzen „Kosmos“ des Übernatürlichen, der sich im kirchlichen Leben ereignet, vor allem durch die Sakramente.
Zwei Aspekte des Übernatürlichen sind zu unterscheiden: Es gibt das, was der Substanz nach übernatürlich ist (das „supranaturale quoad substantiam“) und das, was (nur) der Art und Weise nach die Natur übersteigt (das „supranaturale quoad modum“). Wesenhaft übernatürlich ist das reale Hineingetaucht-werden in die Gotteskindschaft durch die Taufe, die lebensmächtige Besiegelung mit der Kraft des Heiligen Geistes bei der Firmung, die Gegenwärtigsetzung des erlösenden Kreuzesopfers Christi bei der Heiligen Messe, die wahre Anwesenheit Christi in der Hostie, die Lossprechung des Sünders bei der Beichte und so weiter. Dieses Wesenhaft-Übernatürliche ist von der Wertigkeit weit mehr als das andere, das bloß Modal-Übernatürliche.
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Vom Eindruck, den es auf uns macht, ist es freilich umgekehrt: Das Substanziell-Übernatürliche kommt nämlich immer nur „auf leisen Sohlen“, da Christus sich hineingebunden hat in die kleinen, endlichen, menschlichen Zeichen und Gesten. Bei den Sakramenten wird diese Unscheinbarkeit sehr deutlich: Ein paar Tropfen Wasser, über den Kopf gegossen unter Nennung des dreifaltigen Gottes wird zum Schlüssel für das ewige Leben; ein Stückchen Brot, über das der geweihte Priester gemäß Christi Auftrag die Wandlungsworte spricht, wird zum Ort der Anwesenheit des verklärten Christus.
Bei Erscheinungen geht es dem Himmel darum, uns Menschen zu beeindrucken
Das Wesenhaft-Übernatürliche, in dem uns alles Heil zukommt, ist immer „dezent“ und „demütig“. Es geht ja immer um eine innere Wirkung, um die Stärkung der Seele. Im Unterschied dazu erscheint das, was bloß der Art und Weise nach übernatürlich ist, ganz anders. Diese Art des Übernatürlichen macht großen Eindruck, weil es so außer- und ungewöhnlich ist: Das Sonnenwunder von Fatima war eine mächtige Erfahrung für zehntausende Menschen; die Heilungen von Lourdes sind medizinisch hieb- und stichfest überprüft worden. Bei diesen Erscheinungen geht es dem Himmel gleichsam darum, die Menschen zu beeindrucken, sie durch das Aufbrechen des Gewöhnlichen an die Realität der jenseitigen Welt zu erinnern. Die Erscheinungen an Seherkinder faszinieren und beeindrucken die Menschen, hier entstehen Emotionen, hier erschaudert man vor der göttlichen Welt. Trotzdem sind diese Phänomene nur dann sinnvoll, wenn sie auf das eigentlich Übernatürliche zugeordnet sind.
Die Kirche ist kein Mirakelverein, sondern sie ist von Christus in die Welt entlassen, um den Glauben an die Offenbarung Gottes mit „Hirn und Herz“ weiterzugeben. Christentum ist das Leben aus der Gnade Gottes, die uns ebenso innerlich mächtig wie der Erscheinung nach demütig in den Sakramenten der Kirche und in ihrem geistlichen Leben vermittelt wird. Das wichtigste Kriterium für außernatürliche Phänomene ist also, ob sie in diesen Kosmos des Wesenhaft-Übernatürlichen hineinführen, aus dem die Kirche gnadenhaft lebt. Oder ob sie bloßes Spektakel zur Inszenierung einer kurzlebigen religiösen Gänsehaut sind.
Damit komme ich zu meinem Zeugnis über die Früchte von Medjugorje. Das augenblickliche Urteil der Kirche über die Erscheinungen in der Herzegowina lässt alles offen. Seit 1991 bis heute vertreten der Vatikan als auch die (ehemals jugoslawische) Bischofskonferenz den Standpunkt „Non constat de supranaturalitate“: Es steht nicht fest, dass es sich um Übernatürliches handelt. Das ist weder ein Ja, noch ein Nein. Und man wird nur weiterkommen, wenn man sich daran hält. Die gegenwärtige Situation ist die einer kirchlichen Prüfung.
Wenn es aber keine definitive Entscheidung gibt, dann empfinde ich es als problematisch, wenn die einen mit oft aggressivem Unterton so tun, als wäre Medjugorje ein satanisches Blendwerk; zugleich ist es problematisch, wenn die anderen für Medjugorje missionieren, als ob von der Befolgung der Botschaften das Heil der Welt abhinge. Was insofern übertrieben ist, als es sich um geistliche Einladungen handelt. Ich denke, dass jeder theologisch Gebildete das Recht hat, dem Phänomen Medjugorje ratlos gegenüberzustehen. Wenn diese Phänomene einer regelmäßigen Einsprechung der Gottesmutter Maria an die Seher wahr sind, dann sind sie beispiellos in der gesamten Kirchengeschichte.
Kardinal Schönborn hat auf ein Prinzip verwiesen, das Jesus selbst lehrt
Wie froh bin ich als katholischer Theologe, dass es das kirchliche Lehramt gibt, das unaufgeregt, sachlich und theologisch nüchtern alles prüfen und uns hier sicher die rechte Weisung geben wird.
Zugleich bin ich Kardinal Christoph Schönborn sehr dankbar, dass er eine Hilfe gegeben hat, auch noch vor einem lehramtlichen Urteil mit Medjugorje umzugehen. Kardinal Schönborn hat auf das Prinzip verwiesen, das Jesus selbst lehrt, um die Geister zu unterscheiden, das Prinzip der Beurteilung der Früchte: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen?“ (Matthäus 7,16) Nun freilich lässt sich auch um die Früchte trefflich streiten: Der Bischof von Mostar wird nicht müde, einige im geistlichen Stand „verunglückten“ Priester anzuführen, weil er – und dies scheint mir der offenen Haltung des Vatikans diametral zu widersprechen – von der Nicht-Übernatürlichkeit der Erscheinungen überzeugt ist.
Von den Medjugorje-Fans werden als Früchte die vielen Bekehrungen angeführt, die vielen geistlichen Bewegungen, die sozialen Werke und Gebetsgruppen, die dort ihre Initialzündung erhielten; aber auch der Friede, den die „Königin des Friedens“ lange vor dem Balkankrieg gefordert hat und von dem die Botschaften immer wieder verlangen, dass er der persönlichen Beziehung zu Gott entspringt.
Eucharistie, Beichte, Gebet und ein Leben aus den Sakramenten
Persönlich habe ich ein klares Urteil über die Früchte von Medjugorje: Da ich ein nüchterner Mensch bin, habe ich die ersten Nachrichten in den 1980er Jahren mit großer Skepsis aufgenommen. Erst als Hans Urs von Balthasar zu meiner Überraschung sehr positiv über Medjugorje schrieb, habe ich dem Drängen von Jugendlichen nachgegeben und eine Pilgergruppe dorthin begleitet.
Ich war gerade fünf Wochen Priester, als ich im Juni 1988 vor der Kirche in Medjugorje aus dem Pilgerbus stieg. An diesem ersten Tag habe ich zehn Stunden Beichte gehört und seither bin ich persönlich davon überzeugt, dass die Früchte, die das Phänomen Medjugorje hervorbringt, auf keinen Fall vom Teufel sein können. Seit damals begleite ich fast jedes Jahr einen Jugendbus nach Medjugorje, und meine ersten Eindrücke haben sich im Laufe der Zeit bestätigt. Es ist vielleicht auch eine Fügung, dass ich Medjugorje immer nur von meinem „normalen“ priesterlichen Dienst her kennenlernen durfte, also von innen, von der Spendung der Sakramente.
Ich habe es als nüchterner Theologe bewusst vermieden, bei „Erscheinungen“ dabei zu sein oder den Sehern auch nur allzu nahe zu kommen. Meine Fragestellung an Medjugorje war immer: Geht es hier um eine Sakro-Show, also um das bloß Erscheinungshaft-Übernatürliche, oder geht es hier um den Kern, um das Wesenhaft-Übernatürliche? Meine Einsicht ist klar: Was ich in Medjugorje erlebt habe, sind keine faulen Früchte. Alles führt hin zur Eucharistie, zur Beichte, zum Gebet, zu einem Leben aus den Sakramenten, zur Treue gegenüber dem kirchlichen Lehramt.
Meine ursprüngliche Befürchtung, in Medjugorje einen Ort der Wundersucht und der Überdrehtheit zu finden, hat sich als unbegründet erwiesen. Beim letzten Jugendfestival im August 2009 erlebte ich zehntausende Jugendliche, die bei der eucharistischen Anbetung auf dem unbequemen Kieselboden knieten, junge Menschen, die Sehnsucht hatten, täglich die Heilige Messe mitzufeiern. Ich bezeuge, dass meine Stola täglich nass geworden ist von den Tränen der vielen, denen ich nach Jahren oder Jahrzehnten die Beichte abnehmen durfte. Ich kenne viele junge Paare, die von Medjugorje her die Weisheit und den Mut haben, ganz rein in die Ehe zu gehen. Ich kenne Familien, die durch Medjugorje zum Familiengebet motiviert wurden. Unter den Jugendlichen, die ich per Jugendbus nach Medjugorje begleiten durfte, waren jedes Jahr mehrere, die die Gnade einer geistlichen Berufung empfangen haben.
Diesen Aufbruch, der in das Herz der Kirche führt, möchte ich als Priester nicht missen
Ich muss diesem Zeugnis hinzufügen, dass die Jugendseelsorge bei uns in Stift Heiligenkreuz, wo monatlich hunderte Jugendliche zu einer intensiven Jugendvigil zusammenströmen, 1998 von Jugendlichen gestartet wurde, die in Medjugorje einen Glaubensaufbruch erfahren haben. Ich bin dankbar, dass ich das Phänomen Medjugorje so „von innen“ heraus, also vom substanziell Übernatürlichen her erleben durfte und darf. Wie immer die Echtheit der „Erscheinungen“ von Medjugorje einmal beurteilt werden wird: diese substanziellen Früchte, diesen geistlichen Aufbruch, der in das Herz der Kirche und ihrer Sakramente führt, möchte ich als Priester und Jugendseelsorger nicht missen.
Beim jüngsten Jugendfestival in Medjugorje waren 50 000 junge Menschen, die „normal katholisch“ beteten, beichteten, eine gesunde eucharistische und marianische Frömmigkeit lebten. Wir waren 600 Priester, aber kein einziger Bischof. Ich bete, dass die Kirche mit Vernunft und Glaube, mit Gerechtigkeit und Liebe zu einem Urteil und einer besseren Ordnung für Medjugorje kommt. Vor allem aber bitte ich Gott, dass die geistliche Fruchtbarkeit, die von dort ausgeht, weiterhin so wesentlich und kraftvoll bleibt.
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Kathpedia: Medjugorje
kathTube: P. Karl Wallner bei Predigt in Medjugorje

Foto: (c) kath.net |
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Lesermeinung
| | Troppau am 20.2.2010 | 
 | Medjugorje ist problematisch und vom Papst nicht beurteilt Erschienen in Radio Vatikan am 20.2.2010
Der portugiesische Kardinal Jose Saraiva Martins ist skeptisch, was die angeblichen Marienerscheinungen im kroatisch-bosnischen Medjugorje betrifft. „Kein Zweifel – solange die Kirche die Erscheinungen durch den Papst nicht offiziell positiv beurteilt, soll man sie nicht als echt ansehen.“ Das sagte frühere Präfekt der vatikanischen Heiligenkongregation jetzt dem Internetdienst „petrus online“ in einem Interview. Berichte über Bekehrungen oder gar Heilungen in Medjugorje bedeuteten „absolut keinen Beweis“ für die Echtheit der Erscheinungen: „Nur weil sich dort jemand bekehrt, heißt das noch lange nicht, dass die Madonna dort erscheint.“ Bekehrungen seien „auch in einer kleinen Landpfarre möglich“, so Saraiva Martins pointiert. Ob die Seher „diese Erscheinungen erfunden haben oder ob sie wirtschaftliche Interessen verfolgen“, wisse er nicht: „Aber mit Sicherheit kann hinter solchen Fällen der Teufel stecken“. Gott sei allerdings „so groß, dass er sich auch des Bösen zum Wohl der Menschheit zu bedienen weiß“ – das erkläre vielleicht „die Wohltaten, die viele in Medjugorje empfangen“.
Der Kardinal scheint sich schon darüber zu wundern, dass keiner der Seher das geweihte Leben gewählt hat: „Das wäre ein schönes Zeugnis gewesen“. Er sehe überhaupt „einen großen Unterschied zu Fatima“, wo Maria 1917 drei Hirtenkindern erschien. Saraiva Martins war mit einer der Seherinnen, Schwester Lucia, eng befreundet und gilt als guter Fatima-Kenner: „In Fatima waren die Seherkinder sehr demütig und zogen es vor, zu schweigen; in Medjugorje sehe ich so etwas überhaupt nicht.“ Außerdem habe Schwester Lucia die Botschaften Mariens schriftlich niedergelegt, „während sie die in Medjugorje für sich behalten“. Auch wenn die Erscheinung in Medjugorje offenbar die Seher in einigen Fällen aufgefordert habe, ihrem Bischof nicht zu gehorchen, „dann ist das ein Element, das zu denken gibt“. Saraiva Martins will nicht die Tatsache kommentieren, dass der Wiener Kardinal Christoph Schönborn um den Jahreswechsel herum Medjugorje besucht hat, „aber ich hätte erst einmal mit Monsignor Peric“, also dem Ortsbischof, „gesprochen“. Dies tue er jedesmal, wenn er ein Bistum besuche, und dies gelte erst recht „angesichts der krankhaften Aufmerksamkeit, die sich auf Medjugorje konzentriert“. | | |
| | JonArason am 20.2.2010 | 
 | Wunder sind notwendig P. Wallner ist zu danken für diesen wirklich sehr ausgewogenen Artikel. Seine Unterscheidung vom wesenhaft Übernatürlichen und modal Übernatürlichen ist theologisch korrekt. Dennoch ist festzuhalten: ohne das modal Übernatürliche bekommen wir überhaupt nicht den Zugang zum wesenhaft Übernatürlichen.
Es stimmt nicht, wenn jemand behauptet, er brauche zum Glauben keine Wunder. Jesus selbst hat seine Verkündigung von Anfang an durch Wunder begleitet und im größten Wunder - der Auferstehung - bestätigt.
In der heutigen Welt gibt es unzählige konkurrierende Wahrheitslehren. Es ist schön und gut, wenn es Heilige gibt, Märtyrer oder eine plausible Glaubenslehre. Aber die gibt es auch woanders. Was hingegen in Stunden des Zweifels wirklich helfen kann, ist der Gedanke z.B. an das Sonnenwunder von Fatima, die Stigmata P. Pios und Therese Neumanns, die Heilungen von Lourdes, die Nahrungslosigkeit Marthe Robins, oder eben die Erscheinungen von Medjugorje. | | |
 | Ehrmann am 20.2.2010 | 
 | Korrektur : LA SALETTE ! Leider ist mir eine Verwechslung der Namen passiert - Einsiedeln ist zwar auch ein alter, schöner Wallfahrtsort in der Schweiz - natürlich habe ich aber La Salette gemeint, wo zur Zeit von Johannes Vianney die Gottesmutter erschien, um zur Heiligung des Sonntags und Mitfeier der Sonntagsmessen aufzurufen. Sonst stehe ich voll zu meinem Beitrag. | | |
 | Jerko am 19.2.2010 | 
 | Danke ! Danke lieber Pater Karl für Dein Zeugnis ! | | |
 | Ehrmann am 19.2.2010 | 
 | Maria Einsiedeln als Alternative Ein anerkannter Wallfahrtsort, wo Maria den Besuch der Sonntagsmessen so dringend einmahnte, etwas, das doch gerade jetzt wieder ein ganz aktuelles, dringendes Anliegen ist - wieviele Christen, vor allem wieviele Jugendliche, die ein Gemeinschaftserlebnis in Gebetsgruppen suchen, feiern trotzdem nicht oder nur gelegentlich eine Sonntagsmesse mit, die doch nicht nur Jugendliche, sondern Brüder und Schwestern aller Alte!rsgruppen zusammenführen soll! Die Begegnung mit Christus - ein maximal zweitrangiges Anliegen? Wäre nicht die Aufwertung von Einsiedeln eine Alternative?- Wäre das Anliegen Mariens aus der Zeit des hl.Pfarrers von Ars nicht etwas Not-Wendiges für unser Jetzt und ganz im Sinn des von Papst Benedikt ausgerufenen Priesterjahres? | | |
| | Pamir am 19.2.2010 | 
 | Silbermann Beziehen Sie Herr Silbermann 2Tim 4,3-4 auf moderne Theologen, die immer noch der historischen Exegese huldigen, die kein solider Historiker bei normaler Geschichtsforschung mehr anwendet oder wollen Sie behaupten, die angebl. Aussagen der Muttergottes wären Ohrenkitzel oder Fabeleien oder beziehen Sie Tim. in Selbsterkenntnis auf sich selber. Einsicht ist immer gut.
Letzten Sonntag hörten wir Lk.6,20-26 insb. 26!!
Wer wird denn heute umschmeichelt? Die Mutter Gottes? | | |
| | Marcus am 19.2.2010 | 
 | Ich gebe hier P. Karl auch im großen und ganzen recht Sein Kritierium, den Baum an den Früchten zu erkennen, scheint mir auch logisch. Darum sind mir diejenigen, die bei Medjugorje immer zuerst einmal herumlamentieren, verdächtig.
Ich habe dort in der Pfarrliturgie auch unsympathische Dinge erlebt (ausgerechnet in der Osternacht), aber dadurch wird nicht das gesamte Phänomen als schlecht erwiesen.
Ich verstehe nur nicht, warum P. Karl als "nüchterner Theologe" nicht einmal bei einer Vision dabeisein wollte. Das würde doch auch zur Wirklichkeit dieses Ortes gehören und wäre für einen professionellen Theologen sicher aufschlußreich. | | |
| | Josephus am 19.2.2010 | 
 | Ausgewogen und kirchlich Ein herzlicher Dank an P. Karl für dies sachliche und von großer Liebe zur Kirche erfüllte Darlegung als Beitrag zur Unterscheidung der Geister! | | |
 | Silbermann am 19.2.2010 | 
 | @ Pamir 2 Tim 4:3-4 scheint sehr aktuell zu sein. | | |
| | Gambrinus am 19.2.2010 | 
 | @Gandalf Inwiefern ist mein Standpunkt nicht neutral???
Es ist vernünftig, ungewöhnlichen Behauptungen mit Skepsis zu begegnen, solange ihre Wahrheit nicht festgestellt ist.
In Medjugorje gibt es reichlich Gründe für solche Skepsis. Es sind (unter anderen) die von Prof. Hauke genannten. | | |
 | Gandalf am 19.2.2010 | 
 | @Gambrinus Ob die Erscheinungen echt oder unecht sind, wird die heilige Mutter Kirche schon feststellen. Das vorläufige Urteil v. 1991 ist im Gegensatz zu Deinen Behauptungen neutral wie auch der Dogmatiker Karl Waller und der Dogmatiker Kardinal Schönborn und viele andere hingewiesen haben.
Es wäre schön, wenn auch Medjugorjekritiker das auch mal zur Kenntnis nehmen und sich nicht über die Lehre der Kirche stellen. | | |
| | Gambrinus am 19.2.2010 | 
 | die Erscheinungen sind vermutlich nicht echt Der Beitrag liegt ein wenig neben der Sache. Niemand bezweifelt 'gute Früchte' in Medjugorje. Aber sie sind kein Beweis für die Echtheit der Erscheinungen.
Was eine Revision des Urteils von 1991 betrifft, dass nichts Übernatürliches festgestellt werden konnte: welche Elemente sind denn seither hinzugekommen, die zu einem anderen Urteil führen könnten? | | |
| | Pamir am 19.2.2010 | 
 | Silbermann Wie oft hört man: Wir brauchen keine neuen Offenbarungen. Jesus hat uns doch schon alles offenbart. Zu was Marienerscheinungen? Wir brauchen doch keine neuen Offenbarungen Mariens! Sind der Grund der Erscheinungen unsere Propheten - gar Bischöfe, Priester oder Theologen? Sagen uns die Bischöfe oder insbesondere Theologen wirklich noch die ganze Wahrheit? Im Gleichnis vom armen Lazarus( Lk.16,19-31)lässt Gott keine Toten auf die Erde, weil nach Abraham die Menschen Mose und die Propheten(Bischöfe, Priester) haben, auf die sie hören sollen. Wenn Gott aber in den Erscheinungen( Fatima, Lourdes, la Salettes usw.)der Muttergottes die „Mauer“ von Jenseits und Diesseits durchbrechen lässt, so kann das nur als besondere Gnade angesehen werden
Die Botschaften Mariens sind auch keine neuen Offenbarungen, aber sicherlich gezielte Mahnungen. Dies gilt m.E. auch für Medjugorje (vielleicht auch für Heroldsbach?). Die Erscheinungen sind also in ihren Auswirkungen tatsächlich eine Gnade für uns.
Was sagte Elisabeth, als Maria nach der Erscheinung des Engels Gabriel zu ihr eilte?
"Womit habe ich das verdient, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?" Kann man diese Demut von Bischöfen, Priestern oder gar Theologen auch noch heute erwarten? Deshalb ein herzliches Vergelt´s Gott an Kardinal Schönborn und Wallner. | | |
| | Francesco am 19.2.2010 | 
 | Blick in die Zukunft der Kirche Vor Jahren nahm ich als nicht mehr ganz Jugendlicher am Jugendfestival teil.
Entgegen allem verbreiteten Pessimismus wird einem hier ein Blick in die Zukunft der Kirche gewährt.
Danke Pater Karl für diesen so wertvollen Dienst als Beichtvater und das bei 40 Grad Hitze! | | |
| | Wynfried am 19.2.2010 | 
 | Sehr nüchtern und ausgewogen! Eine vortreffliche Analyse, von der sich sowohl die Skeptiker als auch die übereifrigen Befürworter des Phänmomens Medjugorje eine Scheibe abschneiden können! | | |
 | Silbermann am 19.2.2010 | 
 | Für den Glauben... ...ist es doch unerheblich, ob Maria irgendwo erscheint oder nicht. Warum spielt man Visionen so hoch? | | |
| | Wolff am 19.2.2010 | 
 | Offenheit! Als Priester stehe ich Medjugorje abwartend gegenüber.
Für mich gilt stets die alte Volksweisheit: "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück!"
Nun beobachte ich aufmerksam seit einigen Jahren das Phänomen Medjugorje. 2003 habe ich mir den gesamten damaligen Thread zum Thema aus dem Kath.net-Forum ausgedruckt und ihn uíntensiv studiert.
Dabei fiel und fällt mir auch heute immer noch auf, dass keine Seite, wirklich KEINE, frei ist von Verdächtigungen, patzigen Antworten auf ernstgemeinte Fragen; manchmal habe ich den Eindruck, M. sei mehr als die gesamte katholische Kirche mit ihren Lehraussagen.
Bricht da eine Glaubenswelt etwa zusammen, wenn man fragen stellt?
Die Gegenseite macht es oft nicht besser, das geht, wie bei Prof Hauke,den ich sehr schätze, übrigens der Doktorvater von Hannes Schwarz!, über die "Eiterbeule" bis zum Teufelswerk.
Gut, dass die meisten Kontrahenten keine Pfarrer sind und ähnlich in Iihren Gemeinden agieren; Dienst an der Einheit?
Ich plädiere für mehr Gelassenheit und bete vor allem um die TUGEND des GEHORSAMS!
Schiller hat nicht immer Recht, doch beim folgenden Wort wohl schon:
"Mut zeiget auch der Mameluck, GEHORSAM oist des Christen Schmuck!"
Werner Wolff, Pfr. | | |
 | alexius am 19.2.2010 | 
 | EIn wichtiger und hervorragender Beitrag Danke für den Abdruck! | | |
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