
So oder ähnlich lauteten die Schlagzeilen. Die Journalisten gerieten ganz
aus dem Häuschen ob dieser sensationellen Nachricht und verbreiteten sie in
Windeseile. Nun waren die Gerontokraten im Vatikan also doch noch vernünftig
geworden! Wer allerdings jenseits von aller Effekthascherei die Mitteilung
von Kardinal Cottier genauer unter die Lupe nimmt, wird - streng genommen -
nichts Neues entdecken. Davon, dass der Vatikan das Kondom "erlaubt", kann
keine Rede sein. Nach wie vor steht fest: Für eine gläubige Katholikin,
einen gläubigen Katholiken kommt jegliche Methode der künstlichen
Empfängnisverhütung nicht in Frage. Die Gründe dafür wurden seit 1968
(Enzyklika Humanae vitae) oft genannt und brauchen deshalb hier nicht
wiederholt zu werden. Die Natürliche Empfängnisregelung (NER) nach der
sympto-thermalen Methode bietet eine zuverlässige und moralisch einwandfreie
Alternative.
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Ebenso ist längst klar, dass vor- und ausserehelicher Geschlechtsverkehr in
jeder Form nicht dem Willen Gottes entspricht. Das hält die Kirche nach wie
vor unmissverständlich fest. Wer nun aber von seinem sündhaften Verhalten
nicht lassen kann oder will, der soll es wenigstens so tun, dass er und
andere dabei nicht noch körperlich zu Schaden kommen, sprich sich mit dem
HI-Virus anstecken. Die Kirche würde vermutlich einem Einbrecher, wenn er im
vierten Stock einbrechen will, auch raten, eine Leiter zu benutzen, ohne
deshalb den Einbruch zu "erlauben".
Dass das Kondom ein höchst unzuverlässiger Schutz gegen Aids ist, hat
Kardinal Cottier ausserdem auch ausdrücklich erwähnt. Aber das hat die
Journalisten natürlich nicht interessiert! |