14 Oktober 2012, 11:29
Bischof Hanke: Gott setzt auf den Einzelnen
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Bischof Hanke'
Eichstätter Bischof eröffnet „Jahr des Glaubens“ in seinem Bistum: Mit dem Ruf zur Umkehr appelliert Jesus an den Menschen, seinen wahren und oft verschütteten Bedürfnissen Raum zu geben

Ingolstadt (kath.net/pde) Statt Pessimismus und Jammern über die Glaubenskrise sollte die Kirche wieder mehr auf die Bereitschaft Einzelner zu Aufbruch und Umkehr setzen. Die Erneuerung der Kirche werde bereits Wirklichkeit, wenn sich Einzelne mit neuer Entschiedenheit auf den Weg des Glaubens machen. Immer wieder waren es in der Geschichte der Kirche einzelne Männer und Frauen, die in Krisenzeiten andere auf den Weg brachten und zu einer Wende beitrugen. „Maßeinheiten wie Menge, Masse, Mehrheit sind nicht die Hauptkategorien der Geschichte, die Gott in dieser Welt schreibt. Gott setzt auf den Einzelnen.“

Werbung
syrien2


Das sagte der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke OSB (siehe Foto) in seiner Predigt bei dem Pontifikalamt, mit dem er am Donnerstagabend das „Jahr des Glaubens“ für das Bistum Eichstätt eröffnet hat. An dem Gottesdienst im dicht gefüllten Ingolstädter Liebfrauenmünster nahmen Gläubige aus der ganzen Diözese teil. Den Abschluss bildete eine Lichterprozession zum Gnadenbild der „Dreimal Wunderbaren Mutter“ in einer Seitenkapelle der Kirche.

Der verbreitete Abbruch der Glaubenspraxis dürfe allerdings nicht schöngeredet werden. Distanz zum Glauben habe auch viele Getaufte erfasst. Oft genug diene die „Tür des Glaubens“ allenfalls noch als „Notausgang“, nicht aber als „Haupteingang, in dem unsere Alltagswege, das Miteinander in unseren Beziehungen, unser Denken und Handeln gebündelt werden“, so Bischof Hanke.

Das Jahr des Glaubens lade jeden Einzelnen dazu ein, umzukehren. Damit seien nicht „moralische Klimmzüge“ gemeint. Mit dem Ruf zur Umkehr appelliere Jesus vielmehr an den Menschen, seinen wahren und oft verschütteten Bedürfnissen Raum zu geben: dem Hunger nach Lebenssinn, dem Verlangen, bejaht und geliebt zu werden, der Hoffnung, Verzeihung zu finden, der Sehnsucht, im Tode nicht unterzugehen.

„Umkehren zu Gott kann der Mensch, der sich bewusst geworden ist, einen nicht gestillten Hunger nach Leben zu haben, der erkannt hat, dass er dieses Bedürfnis überlagert hat durch irdische Werte, durch negative Verhaltensweisen.“

Das Jahr des Glaubens wurde von Papst Benedikt XVI. mit dem Apostolischen Schreiben „Porta fidei“ ausgerufen. Es hat mit dem 11. Oktober 2012, dem fünfzigsten Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils, begonnen und endet am Christkönigssonntag, 24. November 2013.

Foto: © Presse Bistum Eichstädt/pde

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

„Das sind Leute, die weder glauben noch denken“ (101)

Großbrand in Pariser Kathedrale Notre Dame (75)

Greta Thunberg wirbt beim Papst für Klimaschutz (48)

"Notre Dame in Flammen - ein Ruf zur Bekehrung Europas" (46)

Erzbischof Kochs Aussage zur Klimaschützerin Greta Thunberg (39)

Papst wirbt für Organspende (37)

"Viri probati": Schönborn offen für Debatte über Weihe (32)

Tantum ergo sacramentum veneremur cernui (31)

„Ich weiß, dass das ein Feiertag ist“ (28)

"Gehen Sie bitte weiter, hier gibt es nichts zu sehen" (22)

Wir brauchen heilige Priester! (19)

Dornenkrone gerettet - Priester ist "Held des Notre-Dame-Brandes"! (19)

„Ich stehe völlig allein in der brennenden Kathedrale Notre Dame“ (17)

Päpstlicher Prediger im Petersdom: Ostern wandelt Leid der Welt (14)

Wie durch Feuer gereinigt (13)