28 März 2013, 12:00
Völlig falsches Zeichen
 
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Nehmt unseren Papst Franziskus in seinem mühevollen Bestreben, authentisch zu bleiben und trotzdem in Vatikan und Papstamt anzukommen, gefälligst ernst! - Ein Gastkommentar von Peter Winnemöller

Geseke (kath.net/katholon) Wenn ein Kommentator von der “einen Seite” vermeintlich verstörten Kommentatoren der “anderen Seite” das folgende unterstellt:

“Papst Franziskus ist noch keine zwei Wochen im Amt, da eröffnen rechts-katholische Heckenschützen unter der jubelnden Zustimmung ebenfalls Verblendeter bereits das publizistische Feuer auf den Papst aus Argentinien.” (Robert Boeker in “Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln”)

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…, dann habe ich doch glatt ein Déjà vu.

Waren es nicht vor allem linkskatholische Heckenschützen, die während des vergangenen Pontifikats Benedikt XVI. irgendwas von zurück hinters Konzil und liturgische Kehrtwende und offene Türen für Tradis posaunten?

Und sind es nicht deutsche “Theologen”, die nimmer müde werden, vom gescheiterten Pontifikat zu reden?

Ich habe es satt! Ich habe dieses spalterische Gefasel kirchensteuerlicher und weltlicher Medien und beamteter Hochschullehrer so satt, daß ich es weder hören noch lesen mag. Dieses durcheinanderwerferische Geschreibsel, das keinen anderen Sinn hat, als gläubige Menschen zu verstören, zu verärgern und last not least zu diffamieren hat in kirchlichen Medien und auf theologischen Lehrstühlen keinen Platz.

Arbeitet gefälligst das vergangene Pontifikat mit seinen Ansprachen, Predigten und Lehrschreiben ordentlich auf, damit die Menschen in unserem Land im Glauben gestärkt werden! Das ist Aufgabe katholischer Wissenschaft Publizistik und nicht solch ein polemisches Geschmiere und Gefasel.

Nehmt gefälligst auch unseren Papst Franziskus ernst in seinem mühevollen Bestreben authentisch zu bleiben und trotzdem in Vatikan und Papstamt anzukommen. Das ist eine sauschwere Aufgabe, die der Mann zu bewältigen hat. Er ist ein Bischof aus Lateinamerika, wo die Bischöfe unmittelbar unter den Menschen leben, wo sie unmittelbar unter den Menschen verkündigen. Wo sie eine Armut hautnah erleben, die unsere europäische Vorstellungswelt schlicht sprengt.

Das ist ein anderer Hintergrund und eine andere Tradition aus der er kommt.

Ein europäischer Kardinal würde nur von einem Palais in ein anderes umziehen, wenn er Papst würde.

Kardinal Bergoglio zieht als Papst Franziskus in einen anderen Kulturkreis um. Das muß man erst einmal hinkriegen. Und dann auch noch Papst sein.

Theologisch, das werden die Träumer dieser Welt noch schnell genug merken, paßt kein Blatt Papier zwischen Benedikt XVI. und Franziskus. Aber noch träumen sie von der Chance, daß sie jetzt mal die Papsttreuen sind. Gute Nacht!

Wie bitter wird das Erwachen und wie lang ist wohl die Halbwertzeit des Papstfotos im Büro des Münsteraner Dekans der theologischen Fakultät?

Warten wir es ab.

Polemisches Aufeinanderdreschen, da bin ich mir sicher, war nicht im Sinne Benedikts XVI. und ist nicht im Sinne Papst Franziskus’. Beide jedoch sind Freunde einer klaren Sprache. Der eine als Intellektueller, der andere als Pastor. Ein gegeneinander aufbringen der beiden Pontifikate und der jeweils vermuteten Anhänger jedenfalls ist ein völlig falsches Zeichen.






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