29 März 2013, 09:30
Publizist Kissler: Benedikt legte Grundlagen für Franziskus
 
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Unterschiede zwischen Benedikt XVI. und seinem Nachfolger in der Rhetorik und im öffentlichen Handeln.

Berlin (www.kath.net/ KAP)
Papst Benedikt XVI. hat nach Auffassung des Publizisten Alexander Kissler durch seine Theologie die Grundlagen für das Pontifikat von Papst Franziskus gelegt. "Theologisch könnte man fast von einem Benedikt XVII. sprechen", sagte Kissler am Donnerstag in einem Interview mit der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA in Berlin. Zugleich setze Franziskus mit seinem Namen aber bewusst auf Neuanfang.

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Nach Kisslers Ansicht war das Kernanliegen von Benedikt XVI., deutlich zu machen, dass der christliche Glaube "keine Teilzeitbeschäftigung, sondern ein Lebensstil" sei. Kissler hat soeben eine Bilanz zum Benedikt-Pontifikat unter dem Titel "Papst im Widerspruch, Benedikt XVI. und seine Kirche 2005 - 2013" veröffentlicht.

Benedikt XVI. sei "ein Mystiker auf dem Papstthron" gewesen, "ein Papst des Wortes - weniger der Bilder", so Kissler. Als ein Problem der Kirche in Deutschland beklagte Kissler eine "innerkatholische Nabelschau". Auch Papst Franziskus habe sich nun gegen "Selbstbezüglichkeit" in der Kirche gewandt. Strukturfragen stünden hierzulande oft im Vordergrund, nicht die Substanz, so der Buchautor. Viele scheinbar "heiße Themen" interessierten innerhalb der Kirche nur bestimmte Kreise - und außerhalb niemanden mehr. Gleichzeitig erwarteten sich aber viele Menschen von der Kirche keine Antworten auf existenzielle Fragen mehr, obgleich darin ihr eigentlicher Auftrag liege.

Unterschiede zwischen Benedikt XVI. und seinem Nachfolger sehe er "in der Rhetorik wie im öffentlichen Handeln", so Kissler: "Franziskus verwendete in der Messe zur Amtseinführung sechs Mal das Wort 'Zärtlichkeit' und damit Vokabular der Befreiungstheologie." Ferner sei er "entwaffnend offen" in der Zuwendung zu den Menschen. Und er stelle das Protokoll hinter sein Verständnis des Auftrags als Papst zurück.

Kissler erinnerte daran, das Ratzinger in seiner Doktorarbeit über den Heiligen Bonaventura 1957, geschrieben habe: "In der Kirche der Endzeit werde sich die Lebensweise des heiligen Franziskus durchsetzen, der als 'simplex et idiota' mehr von Christus wusste, weil er ihn mehr liebte". Nun bestehe die Chance, "dass Papst Franziskus als ein solcher 'Simplex' verwirklicht, was Benedikt theologisch grundgelegt hat". Dogmatisch seien eher keine Änderung zu erwarten. Aber die Verkündigung werde "energischer, unmittelbarer, damit die Kirche missionarischer sein kann".

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