12 April 2013, 09:00
Caritas: Loyalitätsverstöße führen nicht gleich zu Sanktionen
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Caritas'
Heinz-Josef Kessmann warb um Verständnis für das kirchliches Eheverständnis der Treue zwischen Mann und Frau bis zum Tod. «Solange die Kirche davon überzeugt ist, braucht sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das auch leben.»

Düsseldorf (kath.net/KNA) Der Deutsche Caritasverband hat die Loyalitätsanforderungen an Mitarbeiter der katholischen Kirche verteidigt. Allerdings gebe es bei Verstößen gegen die kirchliche Grundordnung nicht automatisch Sanktionen, sagte der Vizepräsident des Deutschen Caritasverbandes und münsterische Diözesan-Caritasdirektor, Heinz-Josef Kessmann, in einem am Donnerstag vorab veröffentlichten Interview der Zeitschrift «Caritas in NRW». Vielmehr sei jeder Einzelfall zu prüfen.

Werbung
messstipendien


«Es entspricht nicht dem Prinzip der Grundordnung, dass in jedem Fall und für jede Art von Dienst die Wiederverheiratung nach Scheidung unweigerlich zur fristlosen Kündigung führt», so Kessmann, der auch Vorsitzender der Arbeitsrechtlichen Kommission des katholischen Wohlfahrtsverbandes auf Bundesebene ist. «Von einer Putzfrau wird nicht die gleiche Loyalität zum Dienstgeber erwartet wie von einem Diözesan-Caritasdirektor.» Der Fall eines leitenden Klinikarztes sei anders zu bewerten als der einer Kindergartenleiterin, die im Erziehungsdienst ein viel direkteres persönliches Beispiel ablege. Zudem seien die persönlichen Motive und Barmherzigkeit zu berücksichtigen. Die Grundordnung mache sehr deutlich, dass die Auflösung eines Arbeitsvertrages nur eine «ultima ratio» sei. Davor gebe es viele andere Reaktionsformen.

Kessmann warb um Verständnis für das kirchliche Eheverständnis, wonach das Bündnis zwischen Mann und Frau bis zum Tod Bestand hat. «Solange die Kirche davon überzeugt ist, braucht sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das auch leben.» Mit der Grundordnung signalisiere die Deutsche Bischofskonferenz, dass die Kirche die Unauflöslichkeit der Ehe nicht aufgebe, aber akzeptiere, «dass in der heutigen Gesellschaft diese sehr viel schwerer zu leben ist als früher».

(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.







kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.


Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 

meist kommentierte Artikel

Verwirrung um Päpstliche Kommission zu Humanae vitae (63)

'Unser Gewissen drängt uns…' (62)

Sebastian Kurz fordert: Schluss mit islamischen Kindergärten (26)

Berlins Erzbischof Koch erneuert DBK-Nein zur 'Ehe für alle' (25)

Staatsanwaltschaft weist Anzeige gegen Bischof Laun und kath.net ab (22)

Rottweil: Fronleichnamsprozession wurde von Autos bedrängt - UPDATE (21)

Bischof Hanke gibt Priesteramtskandidaten eine zweite Chance (20)

Schüler schwänzt Moscheebesuch – Eltern kommen vor Gericht (17)

Weitere fragwürdige Berufungen an Päpstliche Akademie für das Leben (17)

Warum sind Linke gegen Klimawandel, aber für Abtreibung? (17)

'Ziemlich starker Tobak' (17)

Nicola Bux: ‚Die Glaubenskrise hat uns voll erfasst’ (16)

Eine Ehe ist eine Ehe ist eine Ehe (13)

Die drei Charakteristiken des Hirten (12)

Grünen-Eilantrag zur 'Ehe für alle' scheiterte (12)