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‚Der Heilige Geist ist kein Nothelfer‘

20. Mai 2013 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Bischof Hanke zu Pfingsten: „Tugend ohne den Heiligen Geist wird leicht zur moralischen Zwangsjacke“.


Eichstätt (www.kath.net/ pde)
„Der Heilige Geist vereint, was in unserer menschlichen Wahrnehmung oftmals als unüberbrückbar und fremd erscheint, unterschiedliche Sprachen, gegensätzliche Mentalitäten und kaum kompatible Lebensgeschichten“, sagte Bischof Gregor Maria Hanke in seiner Predigt beim Pontifikalamt zum Pfingstfest im Eichstätter Dom. Der Heilige Geist sei aber kein „göttlicher Allrounder“ oder „Nothelfer“. Er sei nicht planbar, sein Wirken komme nicht daher wie die Sendung eines Hilfsgutes.

Gottes Geist gilt nach einer griechischen Bibelversion als Quelle der Gaben des Verstandes, der Weisheit, der Wissenschaft, des Rates, der Frömmigkeit, der Stärke und der Gottesfurcht. „Die Siebenzahl der Gaben steht für Vollständigkeit, für Fülle“, erklärte Hanke. Die sieben Gaben des Geistes bewirken nach kirchlicher Tradition sieben Tugenden: die drei göttlichen Tugenden – Glaube, Öffnung und Liebe – sowie die Kardinaltugenden Gerechtigkeit, Klugheit, Starkmut und rechtes Maß.


In Wirtschaft und Politik ist laut Hanke häufig der Ruf nach Tugenden zu vernehmen, von einer Wiederentdeckung der Tugenden sei die Rede. „Tugend ohne den Heiligen Geist wird leicht zur moralischen Zwangsjacke“, betonte Hanke. Ohne das Wirken des Geistes Gottes seien die Jünger der Gegenwart ebenso in der Versuchung, „aus der Kirche eine innerweltliche Veranstaltung, eine gesellschaftliche Einrichtung zu machen wie die Jünger zurzeit Jesu“.

Gerade das geistliche Leben des Menschen empfängt nach den Worten des Eichstätter Bischofs durch das Wirken des Gottes Geistes schöpferischen Reichtum. Er stärke die Einheit mit Christus und mit der Kirche und erwecke vielfältige Charismen. „Wo Gottes Geist in einem Menschen Raum findet, um schöpferisch wirksam zu sein, wandelt sich das Leben des Menschen in größerer Gottähnlichkeit“, sagte Hanke.

Dies soll aber nicht als Freibrief zur Einmischung in Gottes Schöpfung verstanden werden. „Die Gegenwart des Geistes Gottes in der Schöpfung, besonders im menschlichen Leben, untersagt es uns Menschen, uns als Herren des Lebens zu fühlen und zu benehmen“, betonte der Bischof von Eichstätt in Hinblick auf die aktuelle Debatte über menschliches Klonen. „Schöpfung und Leben heißt Teilhabe am Lebensatem Gottes“.


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