23 Mai 2013, 10:00
Freude im Gebet und Sehnsucht nach der Eucharistie
 
Hildegard13
 
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Glaubenszeugnis von Alfred Heck, einem Angehörigen der Gemeinschaft „Maria, Königin des Friedens im Erzbistum Köln“. Diese Gemeinschaft wird am Nationalen Eucharistischen Kongress in Köln mitarbeiten

Köln (kath.net/Medjugorje aktuell) Die geistlichen Gemeinschaften nehmen auf dem Nationalen Eucharistischen Kongress (5.-9. Juni) in Köln einen breiten Raum ein. Sehr unterschiedliche Gemeinschaften bringen sich ein. Dazu gehört auch die Gemeinschaft „Maria, Königin des Friedens im Erzbistum Köln“. Alfred Heck, Angehöriger dieser Gemeinschaft, gibt Zeugnis von seinen Glaubenserfahrungen:

Es ist 13. April 1987; Montag in der Karwoche: Meine Frau hat es also doch geschafft, mich mit in den Bus nach Medjugorje zu bekommen – ganz entgegen meinen eigenen Vorstellungen! Denn eigentlich, so meinte ich, geht es mir auch ohne Gebet und Wallfahrt ganz gut. Und wenn es denn schon nach Medjugorje gehen sollte, dann bitte allenfalls im privaten PKW, wo ich mein eigener Herr gewesen wäre. Aber doch nicht in einem Bus, gemeinsam mit „alten Frauen“ und mit Rosenkranz beten!

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Gleich bei der ersten Hl. Messe drängt es mich - entgegen meiner Gewohnheit - ganz vorne in die Kirche. Die Hl. Messe fängt an, ich knie vor den Altarstufen und beginne zu weinen! Das habe ich noch nie erlebt! 39 Jahre alt, körperlich und psychisch scheinbar gesund, habe ich seit meiner Kindheit eigentlich nicht mehr geweint. Und nun das: Eine ganze Stunde lang fließt der Tränenstrom – nur kurz unterbrochen für die Dauer der Hl. Kommunion.

Ist es Trauer? Nein! Ist es Freude? Vielleicht. Ich kann es zunächst nicht recht einordnen. Zu überraschend und gewaltig ist das, was da mit mir geschieht. Es ist wohl mehr eine Reinigung, Befreiung: All‘ das Ungute, dass sich in vielen Jahren an Hartherzigkeit, Verstocktheit, an Verwundungen und Verfehlungen in einem „Leben ohne Gott“ angesammelt hat, bricht sich in diesem Moment Bahn. Im Nachhinein lässt sich klar erkennen: Es ist eine Gnadenstunde, in der ich spüre, fühle, erkenne: Es gibt einen Gott. Und dieser Gott hat mein Herz in Liebe berührt! Bis dahin war es nur die Furcht vor dem strafenden Gott, die mich über viele Jahre hinweg zumindest hin und wieder zur Kirche gedrängt hatte.

Warum dieses Erlebnis ausgerechnet in Medjugorje? Warum ausgerechnet in der Hl. Messe? Ich weiß es nicht. Die schönen Lieder allein können es nicht gewesen sein, auch nicht die Predigt, von der mir nichts in Erinnerung geblieben ist. Gott weiß es!

Aber ich weiß, dass ab diesem Moment ein neues Leben begonnen hat. Nach mehr als 20 Jahren finde ich den Weg zum Beichtstuhl und eine Art Sehnsucht nach der Eucharistie, nach dem Wort Gottes und nach dem Beten stellt sich ein. Nicht schlagartig und – bis heute - verbunden mit Höhen und Tiefen.

Doch eines begleitet mich seitdem: Es ist eine Freude. Sicherlich ist es auch eine Freude an weltlichen Dingen, die mir geschenkt werden: Eine Frau, die weiterhin zu mir hält, zwei zusätzliche Kinder, die wir – nach langen Ehejahren - wirklich nur noch auf „wunderbare Weise“ bekommen konnten und nicht zuletzt eine sichere Arbeitsstelle.

Aber es ist noch mehr: Eine Freude an Gott, an der Hl. Eucharistie, an seinem Wort und nicht zuletzt auch am Gebet. Auf dem täglichen Weg zur Arbeitsstelle sollten seitdem über viele Jahre hinweg im Auto Lobpreislieder statt „Allerweltsnachrichten“ erklingen und zu Hause sollte über viele Jahre hinweg einmal in der Woche der Halbkreis vor dem Fernseher einem Gebetskreis vor dem Kreuz und der Marienstatue weichen. Inzwischen ist es nicht mehr der Gebetskreis zu Hause, sondern die Eucharistische Anbetung in der nahe gelegenen Pfarrkirche.

Apropos „Kirche“: Es ist auch die Freude an der großen, wunderbaren katholischen Kirche, in die ich hineingetauft wurde und die mit ihren unermesslichen, von Gott geschenkten Schätzen so vielen Menschen Heil und Heilung bringen möchte. Dies wird auch nicht gemindert durch das menschliche Versagen einzelner in dieser Kirche.

Aber auch „nach Medjugorje“ gilt: Nicht jedes Gebet lässt das Herz gleich höher schlagen, oft überwiegt die Mühsal; denn die Probleme des Alltages sind geblieben und zuweilen scheint es, als ob die Dornen die gute Saat ganz ersticken möchten. Aber gerade in diesen Momenten gilt die Botschaft der Gospa vom 25. Januar 2001: „Betet… bis euch das Gebet zur Freude wird.“

Und so hat sich bei allem Ringen, allem geistlichen Kampf und auch bei jedem Fallen, von dem ich weiterhin nicht verschont bleibe, doch eine tiefe, bleibende innere Freude eingeprägt. Es ist die Freude darüber, dass der Weg, auf den seit 30 Jahren die Menschen durch das Rufen der Gospa geführt werden und auf dem sie auch mich jetzt schon mehr als 24 Jahren an der Hand nimmt, ein guter Weg ist; dass es ein Weg ist, auf dem ihr Sohn Jesus mit mir geht und an dessen Ende, wenn ich ihn nicht aus eigenem, freien Willen verlasse, der Vater mich mit ausgebreiteten Armen empfängt und in die bleibende Freude führt.

Ein Letztes, gleichsam als Zeichen für den Humor Gottes: Im Anschluss an die erste, mehr unfreiwillige Busfahrt nach Medjugorje „mit alten Frauen und dem unvermeidlichen Rosenkranz beten“ durfte ich inzwischen fast 50 weitere Busfahrten als Pilgerleiter dorthin durchführen: Freiwillig, mit Freude im Gebet und mit vielen, lieben Frauen, die mir jeden Tag jünger erscheinen. Möge es dabei bleiben bis zu unser aller „jüngstem Tag“.

kath.net-Artikelreihe zum Nationalen Eucharistischen Kongress Köln 2013:

- Kölner Stadtjugendseelsorger Dr. Dominik Meiering: Jugendliche können sogar Teil einer Welturaufführung werden

- Kölner Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp: Jesus ist in der Eucharistie lebendig gegenwärtig wie vor 2000 Jahren

- Kölner Subregens Andreas Süß: Die Chance des Eucharistischen Kongresses!

- Kölner Regens Dr. Markus Hofmann: 'Schweigend, staunend, fragend, voll Freude, dankbar'

Foto




Foto oben: © kath.net/Nationaler Eucharistischer Kongress/Gemeinschaft „Maria, Königin des Friedens im Erzbistum Köln“







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