19 Juli 2013, 16:00
Erzbischof Müller: Parteienbildung in der Kirche überwinden
 
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Die Welt brauche nicht Zerrissenheit und Gegeneinander, sondern das gemeinsame Zeugnis der Kirche, sagte der Präfekt der Römischen Glaubenskongregation

München (kath.net/KNA) Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller (Foto) hat dazu aufgerufen, Parteienbildung und Misstrauen innerhalb der Kirche zu überwinden. Die Welt brauche nicht Zerrissenheit und Gegeneinander, sondern das gemeinsame Zeugnis der Kirche, sagte der Präfekt der Römischen Glaubenskongregation am Donnerstagabend in München. Gleichzeitig räumte er ein, dass eine solche Haltung nicht angeordnet werden könne, sondern es müsse dazu ermutigt werden, wieder miteinander in Kontakt zu kommen. Es dürfe nicht zu einer solchen Parteienbildung kommen, dass Menschen nicht mehr miteinander sprächen.

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Müller reagierte damit auf eine Frage des Salzburger Weihbischofs Andreas Laun, der unter den rund 500 Zuhörern bei der Veranstaltung
der Katholischen Akademie in Bayern war. Laun hatte sich über Priester beklagt, die wesentliche Elemente des Glaubens nicht mehr glaubten. Die Gemeinschaft des Glaubens sei offenbar zerbrochen, so der Weihbischof. Er war einer von nur vier Fragenden, die sich in der Diskussion zu Wort melden konnten.

Thema der Veranstaltung war die Enzyklika «Lumen fidei» (Licht des Glaubens). Papst Benedikt XVI. habe damit die drei göttlichen Tugenden des Glaubens zum Thema von drei Enzykliken machen wollen, so Müller. Mit «Deus caritas est» (Gott ist Liebe) und «Spe salvi» (Auf Hoffnung hin) sei es um die Liebe und die Hoffnung gegangen. Die dritte Enzyklika zum Thema Glauben habe sein Nachfolger Franziskus dann nach der Vorlage Benedikts vollendet, da dieser sie aufgrund seines Rücktritts nicht mehr geschafft habe.

Dass Franziskus dann gleich nach der Veröffentlichung die italienische Flüchtlingsinsel Lampedusa besucht habe, sei kein Zufall gewesen, so Müller. Dem Papst sei es gemäß der Enzyklika darum gegangen, aus dem Glauben heraus Hoffnung zu geben und zu bekennen, dass der Glaube nicht nur das Innere der Kirche erleuchte, erklärte der Erzbischof. Er helfe eben auch, Gesellschaften so aufzubauen, dass sie einer Zukunft voll Hoffnung entgegengehen könnten.

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