23 Juli 2013, 09:58
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Die unmittelbare Vorbereitung auf die erste internationale Reise des Bischofs von Rom war geprägt von drei einfachen, aber bedeutsamen Gesten. Von Giovanni Maria Vian (Osservatore Romano)

Vatikan (kath.net/Osservatore Romano) Die unmittelbare Vorbereitung auf die erste internationale Reise des Bischofs von Rom, der »vom Ende der Welt« geholt wurde, war geprägt von drei einfachen, aber bedeutsamen Gesten. In einer Art von Triduum, das den von Benedikt XVI. gewollten Weltjugendtag von Rio de Janeiro eingeleitet hat. Zunächst der liebevolle Besuch beim Vorgänger – mit dem eine grundlegende Übereinstimmung in der Zwischenzeit mehr als deutlich geworden ist –, um gemeinsam zu beten und ihn am Vorabend dieses wichtigen Welttreffens eines lebendigen und lebhaften Katholizismus, wie er sich in den Begegnungen von Köln, Sydney und Madrid gezeigt hat, um seine geistliche Nähe zu bitten.

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Überraschend kam dann das lange stille Gebet vor einer sehr alten Marienikone, der in Santa Maria Maggiore verehrten »Salus populi Romani«, zu der sich der neue Bischof bereits wenige Stunden nach seiner Wahl im Konklave begeben hatte. Wie ein einfacher Gläubiger hat Franziskus auch bei dieser Gelegenheit der Muttergottes Blumen gebracht. Dann hat er eine Kerze – Bild des beständigen Gebets – angezündet, auf der das Symbol des Weltjugendtages von Rio zu sehen ist, und die Anwesenden gebeten, seine Reise mit Gebet, Vertrauen und Buße zu begleiten.

Schließlich hat der Papst beim Angelusgebet, das im Gedenken an das Geheimnis der Menschwerdung Christi den Stunden des Tages den Rhythmus vorgibt, zum dritten Mal um das Gebet für die Begegnung in Brasilien aufgefordert, wobei er sie »Woche der Jugendlichen« genannt und mit wenigen Worten deren wesentlichen Kern beschrieben hat: »Die Protagonisten werden in dieser Woche die Jugendlichen sein. Alle, die nach Rio kommen, wollen die Stimme Jesu hören, Jesus zuhören: Herr, was soll ich aus meinem Leben machen? Was ist mein Weg?« Fragen, so fügte er hinzu, die sicherlich nicht nur für das Treffen in Brasilien gelten.

Mit diesen drei Gesten hat Papst Franziskus ganz klar den Hauptzweck der in Rio de Janeiro beginnenden Woche gezeigt, in Übereinstimmung mit dem mittlerweile fast dreißigjährigen Weg der von Johannes Paul II. gewünschten Weltjugendtage: die Zentralität Christi zu unterstreichen und zu bezeugen und dabei Kontemplation und Dienst zu vereinen. So wie er es im Kommentar zum Evangeliumsabschnitt gesagt hatte, der Marta und Maria zeigt: »In einem Christen sind die Werke des Dienstes und der Nächstenliebe nie von der Grundquelle all unseres Handelns abgetrennt: dem Hören des Wortes des Herrn, dem Verweilen zu Füßen Jesu in der Haltung des Jüngers– wie Maria.«

Das Hören auf diese Stimme – die sich nicht aufdrängt, sondern nach einem Bild aus der Offenbarung des Johannes an der Tür jedes menschlichen Geschöpfs steht und anklopft– wird also das wahre Zentrum des Weltjugendtags sein. Nach dem Besuch in Lampedusa, denkwürdiges und berührendes Zeichen der Nähe zur am meisten vergessenen und leidenden Menschheit unserer Zeit, ist Rio de Janeiro das erste internationale Ziel des Pontifikats, so wie es Köln für Benedikt XVI. war, aus Anlass eines anderen Weltjugendtags, der von seinem Vorgänger beschlossen worden war. In einer einzigartigen Aufeinanderfolge von Treffen, welche die – sicherlich nicht vorgesehene – Rückkehr der beiden Päpste in ihre jeweilige Heimat gekennzeichnet hat: damals die Mitte Europas, heute Lateinamerika.

Papst Franziskus besuchte zwei Tage vor dem Abflug nach Rio spontan Santa Maria Maggiore, um für den Weltjugendtag 2013 zu beten







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