30 Juli 2013, 08:30
Soziale Netzwerke: Umgang mit Facebook und Co. ist ein 'Balanceakt'
 
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EKD-Datenschutzbeauftragter: Evangelischer Internetbeauftragter: Wichtiger als ein Verbot der Kommunikation über Soziale Netzwerke sei es, Medienkompetenz unter Lehrern, Geistlichen und Gemeindemitgliedern zu fördern

Berlin/Düsseldorf (kath.net/idea) Das baden-württembergische Kultusministerium rät Lehrern aus Datenschutzgründen davon ab, mit Schülern über Soziale Netzwerke wie etwa Facebook zu kommunizieren. Ähnlich sensibel sind die Aufgaben von Pfarrern und Religionslehrern. Sollten sie daher ebenfalls auf den Austausch mit Schülern und Gemeindemitgliedern via Twitter, Facebook und Co. verzichten? In der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sieht man den Umgang mit Sozialen Netzwerken als „Balanceakt“. Ihr Datenschutzbeauftragter, Oberkirchenrat Detlef Rückert (Berlin), sagte der Evangelischen Nachrichtenagentur idea auf Anfrage, die EKD rate grundsätzlich von der Nutzung ab, denn man wisse nicht, was mit den Daten passiere.

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Da aber trotz dieser Bedenken solche Kommunikationswege immer wichtiger würden, habe die Konferenz der Datenschutzbeauftragten der EKD im vorigen November ein Positionspapier verabschiedet, das Hilfestellung bei der Entscheidung für oder gegen Soziale Netzwerke gebe.

Es enthalte beispielsweise den Hinweis, dass man möglichst wenig personenbezogene Daten in den Netzwerken hinterlassen solle. Das Verbot dienstlicher Kommunikation durch den baden-württembergischen Kultusminister Andreas Stoch (SPD) sei zwar datenschutzrechtlich völlig korrekt, gehe aber an der Lebenswirklichkeit vorbei. Das haben auch Lehrer bemängelt, weil Schüler hauptsächlich über internetfähige Handys zu erreichen seien.

Internetbeauftragter: Medienkompetenz fördern

Der Internetbeauftragte der Evangelischen Kirche im Rheinland, Ralf Peter Reimann (Düsseldorf), sagte, wichtiger als ein Verbot der Kommunikation über Soziale Netzwerke sei es, Medienkompetenz unter Lehrern, Geistlichen und Gemeindemitgliedern zu fördern. Die evangelischen Kirchen im Rheinland, in Lippe und Westfalen hätten dafür gemeinsam „Social Media Guidelines“ (Richtlinien für den Gebrauch von Sozialen Netzwerken) entwickelt. Sie seien nicht nur für Kirchenmitglieder geeignet, sondern für jeden Nutzer.

Seelsorge gehört nicht in Soziale Netzwerke

Erfahrung im Umgang mit Sozialen Netzwerken helfe, Risiken einzuschätzen und trotzdem mittels neuer Medien wirkungsvoll zu kommunizieren. Seelsorge gehöre selbstverständlich nicht in Soziale Netzwerke, sondern sollte nur durch persönliche Kontakte oder sichere Verbindungen stattfinden.

Aber die Kirchen müssten sich mit Sozialen Netzwerken auseinandersetzen, wenn sie Menschen erreichen wollten. Zudem sei es besser, sie im Umgang mit Sozialen Netzwerken zu begleiten, als sie damit allein zu lassen. Die kirchlichen Richtlinien seien aus der Praxis entstanden und berücksichtigten auch Fragen des Datenschutzes. Die drei Landeskirchen wollten dadurch Kirchenmitgliedern die Chancen sozialer Netzwerke vor Augen führen und „Mut machen zur Kommunikation“.







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