30 Juli 2013, 08:00
'Kommt an mein Grab, ich verstehe euch schon'
 
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Seit 40 Jahren erlebt der Ort Mindelstetten am „Anna-Schäffer-Gebetstag“ ein Fest des Glaubens. Ein Gastbeitrag von Rudolf Schmeil

Mindelstetten (kath.net) Dieses Jahr sollte der 26. Juli ein ganz besonderer Festtag sein: Es ist der erste Anna-Schäffer-Gebetstag nach ihrer Heiligsprechung, und auch der erste des neuen Regensburger Bischofs, S.E. Dr. Rudolf Voderholzer.

Als Pilger hat man die Möglichkeit, das Geburtshaus zu besuchen, das von Gläubigen aus der Region liebevoll betreut wird. Man hat die Möglichkeit, Fragen zu stellen, die schönen Stickereien aus der Hand Anna Schäffers zu bewundern, oder im Pilgersaal einen Film über das Leben und Leiden der Heiligen aus dem Volk anzuschauen. Was man auch den Tag über tut, es fällt auf, wie sehr sich viele Mindelstettener mit „ihrer“ Heiligen identifizieren.

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Sie ist eine von ihnen, sie ist eine von uns.

An ihrem Grab beten den ganzen Tag über viele Menschen, die der Hl. Anna ihre Sorgen und Nöte, aber auch ihre Freude und Dankbarkeit bringen.
Am Nachmittag folgt die Andacht der Anna Schäffer-Bruderschaft, an deren Ende die Pilger die Möglichkeit haben, von einem Priester mit einer Anna-Schäffer-Reliquie einzeln gesegnet zu werden.

Als um 19:00 Uhr das Fest mit einem Pontifikalgottesdienst seinen Höhepunkt findet und der H.H. Bischof mit vielen Priestern einzieht , da spürt man augenblicklich, dass auch Bischof Voderholzer sich mit der Heiligen identifiziert.

In seiner tiefgehenden Predigt erinnert der Bischof daran, daß sich die eigentliche Heiligsprechung nicht in Rom, sondern in Mindelstetten ereignet hat; durch die vielen Menschen, die sich vertrauensvoll an Anna Schäffer gewandt haben und an ihr Grab gepilgert sind. „Der Papst hätte niemals eine Heiligsprechung vorgenommen, wenn nicht so viele Menschen hierher kommen würden“, so der Bischof. Er weist darauf hin, dass die Kirche zwar die letzte Entscheidung bei einer Heiligsprechung trifft und die Dinge sorgfältig prüft, doch mit großer Achtsamkeit den „sensus fidelium“ des frommen, gläubigen Volkes berücksichtigt. So viele Menschen, die erfahren haben, dass Anna Schäffer ihr Versprechen hält: „Kommt an mein Grab, ich verstehe euch schon“, und sie auch viele Jahre nach ihrem Tod den Menschen nahe ist. Sie hat so viel und schwer gelitten und wendet den Menschen, die zu ihr kommen, auch jetzt noch die Früchte ihres heiligen Lebens und Leidens zu.

Der Bischof findet schöne, sehr persönliche Worte in seiner Predigt, in denen er bezeugt, wie er mit Anna Schäffer schon in Kontakt kam, bevor er Regenburgs Oberhirte wurde. Er spricht davon, wie im Gespräch mit jungen Leuten immer wieder der Name Anna Schäffer fiel, und als er bat, man möge ihm von Anna erzählen, da habe es ihn erstaunt, dass Anna Schäffer kein Popstar und keine Spitzensportlerin ist, sondern eine kleine, einfache, heilige Frau aus dem Volk.

Am Schluss seiner Predigt findet Bischof Voderholzer sehr starke Worte, was uns Anna Schäffer heute zu sagen hat. Er spricht über die ganzen Dialoge in der Kirche, in denen man, so wörtlich, „darüber diskutiert, wer was in der Kirche werden und nicht werden kann“. Doch es gibt nur einen Sinn des christlichen Lebens: Heilig werden. Das ist der einzige Wettstreit, zu dem wir alle gerufen sind.

„Werdet heilig!“, ruft Bischof Voderholzer uns Pilgern zu.

Möge uns die Heilige Anna Schäffer dabei helfen. Und möge uns, wie es der Mindelstettener Pfarrer Johann Bauer zum Schluß erbat, der Bischof auf diesem Weg zur Heiligkeit vorangehen.

Ich bin gewiss: es gehen viele mit.

Kathpedia: Anna Schäffer

Foto Anna Schäffer: (c) kathpedia






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