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20 November 2014, 11:40
Die Fundamentalisten und ihre Hasskampagne

Wie Lebensschützer in den Medien verleumdet werden. Ein Kommentar von idea-Redakteur Dennis Pfeifer.

Stuttgart (kath.net/idea) Wer sich heute für ungeborene Kinder einsetzt, ist ein radikaler Fundamentalist. Und wer es auch noch wagt, gegen eine Abtreibungsklinik zu demonstrieren, betreibt eine Hasskampagne. So einfach ist die Schlussfolgerung, jedenfalls wenn man der Tageszeitung „Die Welt“ (Berlin) glauben mag. Sie berichtete in ihrer Dienstagsausgabe über die Demonstrationen gegen den Stuttgarter Abtreibungsmediziner Friedrich Stapf. Für die Redakteurin Hannelore Crolly scheint alles ganz einfach zu sein: Auf der einen Seite ein Bündnis aus „radikalen Abtreibungsgegnern“ und „christlichen Fundamentalisten“, auf der anderen ein Gynäkologe und die Stadt Stuttgart, die „notleidenden Frauen“ helfen möchten. Das Vokabular von Frau Crolly macht eindeutig klar: Es geht um den Kampf Gut gegen Böse. Und wer hier der Böse ist, liegt auf der Hand.

Unter den Teppich gekehrt

Nun ist das Thema Abtreibung emotional stark aufgeladen. Inhaltlich kann man in unserer Gesellschaft dazu verschiedener Meinung sein. Allerdings darf darunter nicht die journalistische Sorgfaltpflicht leiden. Eine Nachrichtenmeldung muss objektiv sein. Möchte ein Journalist seine persönliche Meinung kundtun, muss er das Stilmittel des Kommentars wählen. Wer einseitig in einer Meldung berichtet, wer bewusst die linken Gegendemonstranten verschweigt, wer unterschlägt, dass Schutz – 50 (!) Polizisten für ganze 100 Demonstranten – notwendig war und wer die Beleidigungen wie Schmähungen der Abtreibungsbefürworter unter den Teppich kehrt, der erweckt den Eindruck, selbst eine Hasskampagne zu betreiben.