18 April 2016, 13:00
Die Tür – der Weg – die Stimme
 
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Franziskus in Santa Marta: Christus ist der einzige Weg. Seher und Kartenleger sind wie Räuber, die durchs Fenster in den Schafstall einsteigen. Der Hirt, der Tür ist, weist den Weg und lehrt uns, auf seine Stimme zu hören. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Die Tür – der Weg – die Stimme: in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Montag der vierten Woche im Osterkreis kommentierte Papst Franziskus das Tagesevangelium (Joh 10,1-10) – gleichsam ein Widerhall des Evangeliums vom Guten Hirten. Der Papst nutzte den Text, um sich mit drei Wirklichkeiten auseinanderzusetzen, die für das Leben des Christen bestimmend sind.

Vor allem warne Jesus: „Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber“ (V. 1). Allein Christus sei die Tür, „eine andere gibt es nicht“.

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Jesus spreche zu den Menschen immer in einfachen Bildern. Alle Zuhörer wüssten, wie es um das Leben der Hirten bestellt sei, da sie diese jeden Tag sähen. So hätten sie gut verstanden, dass man nur durch die Tür in den Schafstall hineingehe. Jene, die über andere Wege eindringen wollten, seien dagegen Delinquenten:

„So klar und deutlich spricht der Herr. Man kann nicht anderswo in das ewige Leben eintreten, sondern allein durch die Tür, das heißt nur durch Jesus. Er ist die Tür unseres Lebens, und nicht nur des ewigen Lebens, sondern auch unseres alltäglichen Lebens. Zum Beispiel: diese Entscheidung da – fasse ich sie im Namen Jesu, durch die Tür Jesu, oder fasse ich sie, sagen wir es in einer einfachen Sprache, indem ich mich durchschmuggle? In den Schafstall geht man nur durch die Tür hinein, die Jesus ist!“.

Jesus spreche dann vom Weg. Der Hirt kenne seine Schafe und treibe sie hinaus. Dann „geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm“ (V. 4). Gerade darin bestehe der Weg: in der Nachfolge Jesu auf dem Weg des Lebens, des Lebens aller Tage. Dabei dürfe man keinen Fehler machen, „Jesus geht voran und zeigt uns den Weg“:

„Wer Jesus folgt, begeht keinen Fehler! ‚Tja, Pater, das ist schon recht, aber die Dinge sind schwierig... Viele Male sehe ich nicht klar, was ich tun soll... Mir wurde gesagt, dass da eine Seherin ist, und ich bin da und dort hingegangen. Ich bin zu einem Wahrsager gegangen, der mir die Tarotkarten gelegt hat...’ – ‚Wenn du das tust, dann folgst du nicht Jesus! Dann folgst du einem anderen, der dir einen anderen Weg vorgibt, einen ganz anderen. Es ist aber Jesus, der vorangeht und den Weg weist. Es gibt keinen anderen, der den Weg weisen könnte’. Jesus hat gewarnt: ‚Viele falsche Propheten werden auftreten und sie werden viele irreführen’, ‚andere werden kommen und sagen: der Weg des Messias ist der und der und der... Hört nicht auf sie! Der Weg bin ich!’. Jesus ist die Tür und auch der Weg. Wenn wir ihm folgen, werden wir nicht fehlen“.

Als dritten Punkt unterstrich Franziskus die Stimme des Guten Hirten: „die Schafe folgen ihm weil sie seine Stimme kennen“ (V.4). „Wie aber können wir die Stimme Jesu erkennen?“, fragte sich der Papst: „wie können wir uns vor der Stimme jener verteidigen, die nicht Jesus sind, die beim Fenster einsteigen, die Räuber sind, die zerstören, die täuschen?“:

„‚Ich werde dir ein einfaches Rezept verraten. Du wirst die Stimme Jesu in den Seligpreisungen finden. Jemand, der dich einen den Seligpreisungen entgegengesetzten Weg lehrt, ist einer, der beim Fenster eingestiegen ist: er ist nicht Jesus!’. Zweitens: ‚Du erkennst die Stimme Jesu? Du kannst sie erkennen, wenn sie uns von den Werken der Barmherzigkeit spricht. Zum Beispiel im Kapitel 25 des Matthäusevangeliums: Wenn dir einer das sagt, was Jesus dort sagt, dann ist das die Stimme Jesu’. Und drittens: ‚Du kannst die Stimme Jesu erkennen, wenn sie dich lehrt, Vater zusagen, das heißt: wenn sie sich lehrt, das Vaterunser zu beten’“.

„Das christliche Leben ist so leicht“, so Franziskus zum Abschluss seiner Betrachtungen: „Jesus ist die Tür. Er führt uns auf dem Weg und wir erkennen seine Stimme in den Seligpreisungen, in den Werken der Barmherzigkeit und wenn sie uns lehrt, ‚Vater’ zu sagen. Denkt daran: die Tür, der Weg, die Stimme. Der Herr lasse uns dieses Gleichnis Jesu verstehen, dieses Bild: der Hirt, der Tür ist, weist den Weg und lehrt uns, auf seine Stimme zu hören“.

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