07 September 2016, 10:00
Der Kaiser und die Religion
 
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Zum 100. Todesjahr von Kaiser Franz Joseph I, zeigt Schloss Schönbrunn auch dessen religiöse Seite. Eine Lesung spricht vom Untergang der alten Welt.

Wien (kath.net/cz) Das Jahr 2016 bringt den 100. Todestag, des wohl bekanntesten Kaisers der jüngeren, österreichischen Geschichte – Kaiser Franz Joseph I. Historiker sprechen von den katholischen Königen und meinen damit die Könige von Spanien. Frankreich wird als die älteste Tochter der Kirche bezeichnet – spätestens seit der französischen Revolution ist sie das wohl kaum noch. Aber die Kaiser von Österreich, die Habsburger, waren wohl das katholische Herrscherhaus schlechthin. Und Kaiser Franz Joseph stand ganz in dieser Tradition.

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Geprägt durch seine tief gläubige Mutter, die bayrischen Prinzessin und nachmalige Erzherzogin Sophie, entwickelte der Kaiser ein sehr natürliches Verhältnis zum katholischen Glauben. Im Schloss Schönbrunn kann man seinen abgewetzten Betstuhl sehen und seinen persönlichen Rosenkranz, den er wohl oft darauf gebetet hat. Ein Bild zeigt den Kaiser im Gebet für die, zu seiner Zeit verstorbenen, oft ermordeten, Familienmitglieder, seine Frau Elisabeth, sein Sohn Rudolf, sein Bruder Maximilian von Mexiko, sein Neffe Franz Ferdinand, etc.

Die 1854, zu Ehren seiner Hochzeit mit Elisabeth, gedichtete Kaiserhymne, die zur offiziellen Hymne des kaiserlichen Österreich wurde sagt: Gott erhalte, Gott beschütze, unseren Kaiser, unser Land – mächtig durch des Glaubens Stütze, führ er uns mit weiser Hand… Das ganze Land war katholisch und auf den Glauben ausgerichtet und das verdankte es vor allem seiner damaligen Führung, dem Kaiserhaus. Daher sagte sein Neffe, Otto von Habsburg einmal, die Entchristlichung Europas sei vor allem den führenden Schichten zuzuschreiben, und somit wäre es auch deren Verantwortung, das christliche Abendland neu aufzubauen.

An vielen aktuellen Diskussionen scheint man zu erkennen, dass mit dem gläubigen Kaiser tatsächlich auch das christliche Abendland untergegangen ist. Karl Kraus hat diesen „Letzten Tagen der Menschheit“ ein literarisches Denkmal gesetzt. Der österreichische Schauspieler Martin Ploderer, selber dem Glauben verbunden, liest am 8. und 9. September, um 19 Uhr, vor der Kulisse des imperialen Leichenwagens, der den Kaiser auf seinen letzten Weg führte, in der Wagenburg von Schloss Schönbrunn, aus diesem epochalen Werk. Ploderer setzt somit einen Höhepunkt des Gedenkjahres an den katholischen Kaiser, Franz Joseph I von Österreich und seine Zeit.

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