11 November 2016, 23:00
Päpstlicher Kulturminister verabschiedet Leonard Cohen auf Twitter
 
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Kardinal Ravasi twittert zum Tod des weltbekannten Singer-Songwriters ein Zitat aus dessen Hit "Hallelujah"

Vatikanstadt-Montreal (kath.net/KAP) Der Präsident des Päpstlichen Kulturrates, Kardinal Gianfranco Ravasi, hat sich auf seine Art vom verstorbenen kanadischen Sänger und Songschreiber Leonard Cohen verabschiedet. Auf seinem Twitter-Account postete Ravasi am Freitag ein Zitat aus Cohens Hit "Hallelujah". Der Kardinal wählte einige Zeilen der Originalversion des Stücks aus dem Jahr 1984, in dem der Künstler sich mit dem Alten Testament auseinandersetzte. Ravasi zitiert die letzten Verse: "I'll stand before the Lord of Song With nothing on my tongue but Hallelujah" (Ich werde vor dem Gott der Lieder stehen, mit nichts auf meiner Zunge als Hallelujah).

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Der Chefredakteur der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan, Pater Bernd Hagenkord, postete ein Video von Cohens "Hallelujah" auf Facebook mit den Worten "Goodbye great man. We will miss your voice" (Auf Wiedersehen, großer Mann. Deine Stimme wird uns fehlen).

Cohen ist bereits am 7. November in Los Angeles verstorben. Die Nachricht vom Tod des weltbekannten Musikers war von seiner Plattenfirma jedoch erst in der Nacht zum Freitag bekanntgegeben worden. Er wurde 82 Jahre alt. Kardinal Ravasi hatte bereits David Bowie zu seinem Tod im Jänner mit einem Songzitat auf Twitter verabschiedet.

Leonard Cohen wurde am 21. September 1934 in Montreal geboren. Sein Vater Nathan besaß dort ein renommiertes Textilkaufhaus. Der eher stille Knabe erbte von seinem Vater Zurückhaltung und Korrektheit; seine musische Gabe und den Hang zur Melancholie soll er von der Mutter Masha mitbekommen haben, der Tochter eines aus Russland ausgewanderten Talmud-Gelehrten.

Leonards Vorfahren hatten das Judentum in Kanada mitaufgebaut. Urgroßvater Lazarus wanderte in den 1860ern aus Litauen ein. Der angesehene Kaufmann wurde Vorsteher einer Synagogengemeinde, sein jüngerer Bruder Tzvi Hirsch Cohen Oberrabbiner von Montreal.

Cohens Gedichte und Lieder sind voll von religiösen Anleihen, Zitaten, Brechungen und Variationen. Der Song "Who by Fire" etwa greift auf die Liturgie zum Jom Kippur und zum jüdischen Neujahr zurück. Das Album "Various Positions" (1984) enthält unter anderem sein rätselhaftes "Hallelujah" und auch den Song - oder ist es ein Gebet? - "If it be Your Will".

Ein ausgelaugter Cohen suchte Anfang der 1990er die Stille in einem buddhistischen Kloster in den Bergen nahe Los Angeles. Er übte sich in Selbstdisziplin und japanischer Zen-Meditation und wurde 1996 unter dem Namen "Jikan" (deutsch: "der Raum zwischen zwei Stillen") zum Mönch ordiniert - der berühmteste Schüler von Zen-Meister Kyozan Joshu Sasaki (1907-2014).

Cohens jüdischem Glauben tat das keinen Abbruch, wie er erläuterte: Es gehe beim Zen nicht um Anbetung oder ein Gottesbild, sondern um Meditation. "Ich habe eine Religion, und ich suche keine andere. Ich bin ein Jude", stellte er klar.

RIP LEONARD COHEN! - Leonard Cohen: ´Hallelujah´ (Aufnahme von 2009)




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