29 November 2016, 13:00
Die christliche Demut ist kein Theater
 
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Franziskus in Santa Marta: das Geheimnis des Heils – den Weisen und Klugen verborgen, offenbar für die Kleinen. Die Gottesfrucht ist Demut. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen“ (Lk 10,21): Papst Franziskus ging in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Dienstag der 1. Woche im Advent vom Tagesevangelium (Lk 10,21-24) aus. Der Papst unterstrich, dass Gott jene bevorzuge, die in der Lage seien, seine Geheimnisse zu begreifen: und zwar nicht die Weisen und Klugen, sondern das Herz der Einfachen.

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Auch die erste, an kleinen Details reiche Lesung aus dem Buch Jesaja (Jes 11,1-10) orientiere sich in dieser Weise. Der Prophet spreche von einem kleinen Spross „aus der Wurzel Isais“ (V. 10) und nicht von einem Heer, das die Befreiung bringen werde. Die Kleinen seien auch die Hauptpersonen von Weihnachten:

„An Weihnachten werden wir dann diese Kleinheit sehen, dieses Kleine: ein Kind, einen Stall, eine Mutter, einen Vater... Die kleinen Dinge. Große Herzen, doch die Haltung der Kleinen. Und auf diesen Spross wird sich der Geist des Herrn niederlassen, der Heilige Geist, und dieser kleine Spross wird die Tugend der Kleinen haben, und die Gottesfurcht. Er wird in der Gottesfurcht einherschreiten. Gottesfurcht, die keine Angst ist, nein. Sie bedeutet, jenes Gebot lebendig werden zu lassen, das Gott unserem Vater Abraham gegeben hat: ‚Gehe in meiner Gegenwart und sei ohne Fehl, sei untadelig’. Demütig. Das ist die Demut. Die Gottesfurcht ist die Demut“.

Nur die Kleinen seien fähig, so Franziskus, vollständig den Sinn der Demut zu begreifen, den Sinn der Gottesfrucht, denn sie gehen vor dem Herrn, auf sie blicke er und sie behüte er. Sie spürten, dass der Herr ihnen die Kraft gebe, um voranzugehen. Darin bestehe die wahre Demut:

„Die Demut, die christliche Demut leben heißt, diese Furcht vor dem Herrn zu haben, die – ich wiederhole es – keine Angst ist, sondern in diesen Worten zum Ausdruck kommt: ‚Du bist Gott, ich bin ein Mensch, ich gehe so voran, mit den kleinen Dingen des Lebens, doch indem ich in deiner Gegenwart gehe und versuche, untadelig zu sein’. Die Demut ist die Tugend der Kleinen, die wahre Demut, nicht die Demut, die ein wenig wie ein Theater ist: nein, nicht diese. Die Demut dessen, der sagte: ‚Ich bin demütig, doch stolz darauf, es zu sein’. Nein, das ist keine wahre Demut. Die Demut des Kleinen ist jene, die in der Gegenwart des Herrn geht, die nicht schlecht über die anderen redet, die allein auf den Dienst blickt, die sich fühlt, als sei sie die kleinste... Dort ist sie, die Kraft“.

Mit dem Blick auf Weihnachten stellte der Papst fest, dass auch das Mädchen, auf das Gott blicke, um seinen Sohn zu senden, und das sofort danach zu ihrer Verwandten Elisabet gehe, nichts davon sage, was ihr geschehen sei. „So ist die Demut“, unterstrich Franziskus erneut, „in der Gegenwart des Herrn gehen“, glücklich, voll Freude, da er auf einen blicke, voll Freude, da man demütig sei, wie es im heutigen Evangelium von Jesus heiße:

„Indem wir auf Jesus blicken, der voll Freude ist, da Gott sein Geheimnis den Kleinen und Unmündigen offenbart, können wir für uns alle um die Gnade der Demut bitten, um die Gnade der Gottesfurcht, um die Gnade, in seiner Gegenwart zu gehen und zu versuchen, ohne Fehl und untadelig zu sein. Und auf diese Weise, mit dieser Demut, können wir wachsam im Gebet sein, tätig in der brüderlichen Nächstenliebe und voll Freude im Lobpreis“.

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