14 Dezember 2016, 10:00
Malta stellt Therapie von Homosexualität unter Strafe
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Homosexualität'
Professionelle Therapeuten müssen mit einer Geldstrafe von € 2.000 bis € 10.000 oder bis zu einem Jahr Gefängnis rechnen, wenn sie versuchen, homosexuelle Neigungen zu verändern.

Valetta (kath.net/jg)
Das Parlament des Inselstaates Malta hat Anfang Dezember einstimmig beschlossen, Therapien zur Veränderung homosexueller Neigungen (sog. Konversionstherapien) unter Strafe zu stellen. Wer die sexuelle Orientierung eines Menschen unterdrücken oder ändern will, muss mit einer Geldstrafe zwischen € 1.000 und € 5.000 beziehungsweise einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Monaten rechnen. Dies berichtet die Zeitung Malta Today in ihrer Online-Ausgabe.

Werbung
messstipendien


Professionelle Therapeuten, also Psychiater und Psychotherapeuten, werden mit € 2.000 bis € 10.000 beziehungsweise bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft. Der Inselstaat ist damit das erste europäische Land, das die Therapie von Homosexualität unter Strafe stellt.

Das Gesetz legt weiters fest, dass keine sexuelle Orientierung, Genderidentität oder Ausdruck der Geschlechtlichkeit eine Störung, Krankheit oder Mangel ist. Gleichzeitig wird das Alter, ab dem Jugendliche eine operative Geschlechtsänderung ohne Zustimmung der Eltern durchführen lassen könne, auf 16 Jahre reduziert, berichtet Malta Today.


Ergänzung:

Der Gesetzestext beinhaltet unter anderem folgende Bestimmungen:

Niemandem ist es erlaubt, eine Konverstionstherapie an Personen vorzunehmen, die
- unter 18 Jahren alt sind oder
- körperlich oder geistig beeinträchtigt sind oder
- aufgrund ihres Alter, ihrer Reife, ihrer Gesundheit, einer Behinderung oder sozialer oder anderer Bedingungen besonders gefährdet erscheinen.

Weiters verbietet das Gesetz allen Personen, irgend jemand gegen seinen Willen oder ohne seine Zustimmung einer Konversionstherapie zu unterziehen. Auch die Werbung für Konversionstherapien ist verboten.

Professionellen Therapeuten ist es untersagt,
- Konversionstherapien anzubieten, unabhängig davon ob sie dafür bezahlt werden oder nicht.
- Personen an andere professionelle Therapeuten oder sonst irgend jemand zu verweisen, damit diese dritte Person eine Konversionstherapie durchführt.

(Artikel 3 des Affirmation of Sexual Orientation, Gender Identity and Gender Expression Act)







kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.


Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 

meist kommentierte Artikel

Warum es (nicht) gut ist, dass wir zwei Päpste haben (51)

Dalai Lama: 'Johannes Paul II. war ein beeindruckender Mann' (25)

Down Syndrom in Island: 100%ige Tötungsrate (24)

Van Rompuy: Die Zeiten von Roma locuta, causa finita sind lang vorbei (24)

'Das Jüngste Gericht findet statt' (23)

13 Tote bei Unglück in Madeira (22)

'Amoris Laetitia bekräftigt eindeutig die klassische kirchliche Lehre' (19)

Maria, die Mittlerin der Gnaden (18)

Die Kirchensteuer ist unzeitgemäß und ungerecht (17)

'Die Brutalität der Anschläge entsetzt mich' (14)

Vatikanist Tosatti: ‚Die Rückkehr der Berufungskrise’ (13)

'Maria bat in Fatima, die Welt ihrem unbefleckten Herzen zu weihen' (13)

Kanzlerin Merkel will meine Stimme, aber mich für dumm verkaufen (11)

Freiburg gehört der Gottesmutter (10)

Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) kritisiert Van Rompuy! (10)