31 Dezember 2016, 07:00
Islamkritiker Abdel-Samad fordert Antworten von Bundeskanzlerin Merkel
 
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Abdel-Samad fragt beispielsweise, was mit den zwölf Moscheen geschehe, die Amri besucht habe und in denen er teilweise als Imam aufgetreten sei

Berlin (kath.net/idea) Der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad (Berlin) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesinnenminister Thomas de Maizière (beide CDU) in einem Offenen Brief aufgefordert, Maßnahmen zum Schutz der deutschen Bürger zu ergreifen. Die Schonzeit sei vorbei: „Kalenderweisheiten und das ständige Warnen vor der AfD reichen nicht mehr aus, um den inneren Frieden im Lande zu bewahren.“ Hintergrund des Briefs ist der Terroranschlag am 19. Dezember in Berlin, als ein Lkw bei der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in die Menge auf dem Weihnachtsmarkt gerast war. Zwölf Menschen starben, 53 wurden zum Teil schwer verletzt. Der Attentäter, der 24-jährige Tunesier Anis Amri, wurde am 23. Dezember in Mailand bei einem Schusswechsel getötet. Er hatte zuvor in einem Video die Ermordung von Christen angekündigt. Abdel-Samad zählt nach Angaben seines Verlags „Droemer Knaur“ (München) zu den profiliertesten islamischen Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. In seinem Schreiben formuliert der deutsch-ägyptische Politologe und Publizist acht Fragen, etwa wie ein vorbestrafter Islamist sich in Deutschland so lange frei bewegen und seine Tat vorbereiten konnte, „ohne dass die Behörden einen blassen Schimmer von seinen Plänen hatten“.

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Vorwurf: Merkel gestaltet nicht, sondern managt von ihr geschaffene Probleme

Weiter interessiert Abdel-Samad, wie viele Millionen Euro in Deutschland für die Überwachung von Islamisten verwendet werden, was mit den zwölf Moscheen geschehe, die Amri besucht habe und in denen er teilweise als Imam aufgetreten sei, wie viele Islamisten im Zuge der Grenzöffnung im September 2015 nach Deutschland eingereist seien, wie viele Straftaten von Menschen begangen worden seien, die als „Schutzsuchende“ in den vergangenen 15 Monaten nach Deutschland kamen, wie viele der friedlichen Flüchtlinge bereits Deutsch lernen, eine Arbeitsstelle haben und wie viele von ihnen frustriert seien und „kurz vor der Radikalisierung“ stünden. Er bezweifle nicht, so Abdel-Samad weiter, dass Merkel „gute Absichten“ gehabt habe, als sie die Grenzen im vergangenen Jahr geöffnet habe: „Aber gute Absichten schützen nicht vor der Verantwortung für das Versagen. Wann übernehmen Sie endlich die Verantwortung? Warum glauben Sie und warum glauben so viele in diesem Land, dass Sie alternativlos sind?“ Merkel gestalte nicht, sondern manage nur die von ihr teilweise selbst geschaffenen Probleme. Abschließend fragt Abdel-Samad, ob die Bundeskanzlerin weiterhin glaube, dass der Islam ein Teil von Deutschland sei.

Gauland: Muslime müssen sich anpassen

Währenddessen hat der stellvertretende AfD-Vorsitzende, Alexander Gauland, Muslime dazu aufgerufen, sich in Deutschland anzupassen: „Es mehren sich die Anzeichen, dass unsere Lebensweise in Deutschland schleichend ausgehöhlt wird.“ Durch falsche Rücksicht auf die islamische Minderheit werde immer mehr auf christlich-abendländische Gewohnheiten verzichtet. Gauland: „Das führt in Kombination mit der noch immer unkontrollierten Einwanderung von Muslimen nach Deutschland in eine islamisch geprägte Gesellschaft.“

Sankt Martin werde „Lichterfest“ genannt, auf öffentlichen Plätzen auf Weihnachtsbäume sowie in manchen Schulen auf Schweinefleisch verzichtet und muslimische Mädchen würden vom Schwimmunterricht freigestellt. Es sei „völlig absurd, Teile unserer Kultur aus Gründen, die nichts mit uns zu tun haben, einfach so aufzugeben“.

Weiterführender Link: Der öffentliche Brief Abdel-Samads in voller Länge auf Facebook.







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