10 Januar 2017, 12:01
'Fasziniert von der Schönheit Gottes'
 
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Johannes Hartl vom Gebetshaus Augsburg spricht nach der beeindruckenden #MEHR-Konferenz über seine eigenen Eindrücke, über moderne Lobpreismusik, Ökumene und sein persönliches Highlight in diesen Tagen. KATH.NET-Interview von Petra Lorleberg

Augsburg (kath.net/pl) 10.000 Menschen nahmen an der diesjährigen MEHR-Konferenz des Gebetshauses Augsburg teil. Johannes Hartl (Foto) erläutert im KATH.NET-Interview, wie er diese christliche Großveranstaltung erlebte. Der Gründer und Leiter des Gebetshauses Augsburg ist promovierter katholischer Theologe, verheiratet und Vater von vier Kindern.

kath.net: Herr Dr. Hartl, wer oder was genau steht eigentlich im Mittelpunkt der MEHR? Sie? Die Teilnehmer? Die Musik? Eine Idee? Ein moralisches Ideal? Oder was sonst?

Johannes Hartl:
Faszination steht im Mittelpunkt. Die Faszination an der Schönheit Gottes, die sich dann darin spiegelt, dass es eine Konferenz ist, die durch die Musik, die biblischen Wahrheiten und die vielen strahlenden Menschen fasziniert.

kath.net: Sie haben Rückenwind von der katholischen Kirche bekommen. Der Prediger des Päpstlichen Hauses Cantalamessa und der Augsburger Weihbischof Wörner haben je eine Messe zelebriert, das Bistum Augsburg hat das Gebetshaus geprüft und gab Ihnen ein positives Ergebnis, es waren erkennbar viele Priester und Ordensfrauen auf der MEHR – was macht das mit Ihnen?

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Hartl:
Diese große Rückendeckung macht mich ebenso sprachlos wie die unglaublich positive Berichterstattung in den Medien. Wir sind sehr, sehr dankbar.

Der Prozess mit dem Bistum Augsburg freilich war schon ein jahrelanger. Das war für beide Seiten nicht immer ganz einfach, doch da ist über die Jahre hinweg wirklich Vertrauen gewachsen.

Mittlerweile lässt es sich nicht mehr bestreiten, dass das Gebetshaus Menschen nicht aus der Kirche lockt, sondern zur Erneuerung der Kirche beiträgt.

kath.net: Auf der MEHR gab es moderne Lobpreismusik. Möchten Sie uns diese Art des „musikalischen Betens“ näher vorstellen?

Hartl:
Jede Zeit hat ihre Musik. Orchestermessen waren eine große Innovation gegenüber Chorgesang der Renaissance. Der große Vorteil der Popmusik ist, dass sie heutige Menschen ganzheitlich anspricht und eine freudige, leidenschaftliche Seite wecken kann.

Mit den richtigen Inhalten gefüllt und frei von manipulativen Absichten eingesetzt ist Lobpreismusik eine große Hilfe, Menschen von heute ins Gebet zu führen.

kath.net: Sie haben auf der MEHR Ihr neuestes Buch vorgestellt. Um was geht es?

Hartl:
Mir wurde bewusst, dass die meisten Menschen beten. Selbst Agnostiker ertappen sich manchmal dabei. Das Meiste, das ich selbst über das Gebet jedoch kenne, ist oft zu kompliziert oder zu wenig praxisnah.

Ich wollte ein einfaches Buch schreiben, das jemandem in ganz normaler Sprache erklärt, was Gebet ist. Es wurde ein Praxisbuch mit ganz konkreten Schritten. Außerdem habe ich die Bilder in dem Buch selbst gezeichnet. Ein Buch, das zeigt, dass Gebet tief, schön und - einfach ist.

kath.net: Mich persönlich beeindruckt auch der ökumenische Umgang miteinander: Respektvoll ohne Aufgabe der eigenen Identität. Gibt es dafür ein Geheimrezept?

Hartl:
Ja. Liebe. Liebe nimmt den anderen herzlich an, muss sich selbst dafür aber nicht aufgeben. Die Kultur der Wertschätzung für die Braut Christi – und zu der gehört jeder Getaufte! – ist einer unserer Grundwerte im Gebetshaus.

Doch Kultur lebt immer von Nuancen des Umgangs miteinander. Da ist im Gebetshaus über Jahre hinweg authentische Wertschätzung der Konfessionen füreinander gewachsen. Und das spürt man dann auch nach außen.

kath.net: Wie halten Sie es bei der MEHR eigentlich bei Eucharistiefeiern und bei evangelischen Abendmahlsgottesdiensten – empfehlen Sie Interkommunion?

Hartl:
Wir laden jeden Christen ein, am Mahl entsprechend der eigenen konfessionellen Zugehörigkeit teilzunehmen und von Interkommunion abzusehen.

Das ist für viele Teilnehmer immer ein großer Schmerz, der mir selbst auch sehr nahe geht. Doch Gehorsam gegen die Kirche und Treue zu dem, was sie in diesem Fall unmissverständlich lehrt, waren auf unseren Konferenzen schon immer selbstverständlich.

kath.net: Ich nehme an, dass Sie auf dem Messegelände noch aufräumen, doch was steht jetzt für das Gebetshaus an?

Hartl:
Der wunderbare Alltag von 24 Stunden Gebet pro Tag. Daneben natürlich auch unsere Mission-Campus-Baustelle und viele Schulungen.

Doch all das ist Nebensache.

Das Gebet ist das Zentrum. Ein wunderschönes Zentrum. 8750 Stunden pro Jahr.

kath.net: Nach der MEHR ist vor der MEHR – was weiß man schon über die nächste Konferenz?

Hartl:
Ja. Sie wird einmal mehr eine Konferenz sein, in der sich alles um Jesus dreht. Und wahrscheinlich auch nochmal größer.

kath.net: Herr Dr. Hartl, darf ich fragen: Was war Ihr ganz persönliches, privates Highlight auf der MEHR?

Hartl:
Als ich einem jungen Security-Mitarbeiter im Backstage-Bereich von Jesus erzählen durfte. Er bezeichnete sich nicht als gläubig doch meinte, das, was ich ihm gesagt habe, sei das Puzzleteil gewesen, das ihm noch gefehlt habe. Ich war davon mehr bewegt als von der großen Menschenmasse.


Johannes Hartl: Vortrag ´Heilige Faszination´ - #MEHR2017 / Gebetshaus Augsburg




kath.net-Buchtipp – NEUERSCHEINUNG
Einfach Gebet
Zwölfmal Training für einen veränderten Alltag
Von Johannes Hartl
Hardcover, 144 Seiten
2017 SCM R. Brockhaus
ISBN 978-3-417-26807-2
Preis 15.40 EUR

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

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Foto oben: Theologe Hartl auf der MEHR (c) Gebetshaus Augsburg/Screenshot







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