08 Februar 2017, 12:33
WDR: Erzbistum Paderborn lädt evangelische Präses von Predigt aus
 
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Benediktinerabtei Königsmünster wollte die ranghöchste Verantwortliche der Westfälischen Landeskirche als Festpredigerin beim Benediktsfest, man habe „übersehen“, dass dies gemäß Kirchenrecht nicht möglich ist

Paderborn (kath.net) Zu einer mutigen Entscheidung hat sich das Erzbistum Paderborn durchgerungen: Die Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede musste ihre Einladung der evangelischen Präses Annette Kurschus zur Predigt beim Benediktsfest im März zurücknehmen, wie der WDR berichtet. Der Paderborner Erzbischof hatte die Abtei Königsmünster auf die kirchenrechtliche Bestimmung hingewiesen, man habe daraufhin nach einem Kompromiss gesucht, zitiert der WDR den Pressesprecher des Erzbistums Paderborn, Ägidius Engel. Aus organisatorischen Gründen lies sich aber offenbar am Festtag keine Terminplanverschiebung mehr bewerkstelligen, so wurde die Leiterin der Evangelischen Kirche von Westfalen von der Benediktinerabtei nun zur Predigt in einem einfachen Gottesdienst eingeladen (Anm. d.R.: Falls es sich dabei um eine Messfeier handelt, ist dies allerdings kirchenrechtlich ebenfalls verboten).

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Der WDR zitiert einen nicht näher vorgestellten „Benediktinerpater Guido“ mit seiner Sicht auf die Dinge: „Wie das manchmal so ist, wenn man sich über etwas freut, was dann gelingt, was auch noch mal Akzente setzt, übersieht man schnell auch noch mal andere Dinge“, so der Ordenspater. Man habe übersehen, dass in einer katholischen Eucharistiefeier nur Priester und Diakone predigen dürften, daraufhin sei es „dann auf einmal etwas schwierig“ geworden.

In seinem nirgends als Kommentar gekennzeichneten Bericht bezieht der WDR einseitig Stellung. Im Geist der Ökumeneermutigung von Papst Franziskus „hatte die Abtei Königsmünster in Meschede ihr traditionelles Benediktsfest vorbereitet“, die Absage auf der Grundlage der geltenden kirchenrechtlichen Bestimmungen sei eine „ökumenische Irritation im Reformationsjahr“, urteilt der WDR. Die Abtei gelte eigentlich, so der WDR wörtlich, „als liberal und lebt die Ökumene in Meschede tagtäglich“, die Ausladung der Präses sei „peinlich“.

In der Pressemitteilung der Abtei zu den Vorgängen um die Predigteinladung an die evangelische Präses heißt es übrigens wörtlich: „Dass aus kirchenrechtlichen Gründen ihre Predigt in der Eucharistiefeier nicht möglich ist und bei einem vollen Terminkalender keine Ausweichmöglichkeit am Benediktstag bestand, bedauern die Mönche zutiefst.“

Symbolbild: Kein Zutritt








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