06 März 2017, 23:00
Stephansdom: Eine der ältesten Glocken Wiens läutet wieder
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Erzdiözese Wien'
75 Jahre nach der Abnahme des "Chorglöckleins" in der NS-Zeit wird das Meisterwerk der Glockengießerkunst aus dem 13. Jahrhundert zu Ostern wieder erklingen

Wien (kath.net/KAP) Eine der ältesten Glocken Wiens wird nach 75 Jahren zu Ostern erstmals wieder erklingen: Das aus dem 13. Jahrhundert stammende "Chorglöcklein" war während der NS-Zeit abgehängt worden und hatte den Krieg in einem Glockenlager außerhalb Wiens überstanden. Seit 1946 lagerte die kleine, nur 63 Zentimeter Durchmesser aufweisende Glocke zwar wieder im Stephansdom, allerdings ohne Klöppel auf dem Boden vor der Pummerin. Der Klöppel war zuletzt in einer Mauerritze im Turm wiedergefunden worden.

Werbung
bibelsticker


Am Montag, 20. Februar, war die Glocke nach einer Untersuchung und Instandsetzung durch die Innsbrucker Glockenfirma Grassmayr wieder an ihrem alten Platz im nördlichen Heidenturm und dort im historischen barocken Glockenstuhl montiert worden. Erklingen soll sie erstmals zur Vesper am Ostersonntag, 16. April.

Initiiert hatte die Instandsetzung der Leiter der Dommusik St. Stephan, Markus Landerer. Er hatte zu seinem 40. Geburtstag im vergangenen Jahr um Spenden anstelle von Geschenken zur Instandsetzung gebeten. So sei "ein stattliches Sümmchen zusammengekommen", was die Wiederherstellung der Glocke ermöglichte.

Er habe sich schon vor längerer Zeit geradezu verliebt in diese kleinste der Glocken im Stephansdom. Die rund 150 Kilogramm schwere Glocke sei ein "Meisterwerk der Glockengießkunst", so Landerer gegenüber "Kathpress". Sie verfüge über einen angesichts ihres Alters erstaunlichen Klang, was von der "hervorragenden Qualität" der Glocke zeuge. Viele jüngere Glocken würden klanglich nicht an sie heranreichen, so der Domkapellmeister.

Laut Domarchivar Reinhard Gruber war die Glocke am 16. März 1942 demontiert und in ein Glockenlager außerhalb Wiens gebracht worden. Es sei ein Glück, dass sie nicht - wie andere Glocken - eingeschmolzen wurde. Nach Kriegsende war die Glocke dann am 18. Jänner 1946 wieder in dem Dom retourniert worden, wo sie seither unbenutzt zu Füßen der Pummerin stand.

Stephansdom Festgeläute 2012 & Pummerin (ohne Chorglöcklein)




Doku: Der Wiener Stephansdom - Der Steinerne Zeuge




Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto oben: Symbolbild (c) kath.net/Petra Lorleberg







kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.


Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 

meist kommentierte Artikel

'Mama, ich weiß jetzt endlich, wozu man ein Dildo braucht' (80)

Hinter der Gender-Ideologie steht die Lüge des Teufels! (53)

Wie ich einmal eine Messe rettete (29)

Kardinal Marx: Auch viele Katholiken wollen Abschottung Europas (26)

Gnade. Ein vergessener Aspekt des christlichen Lebens (23)

Die Entgöttlichung Christi und die 'Figur Jesu von Nazareth' (18)

Medien: Romero wird beim Weltjugendtag 2019 heiliggesprochen (18)

Caritas München: Sexualaufklärung für Flüchtlinge (17)

Sebastian Kurz: Viele NGOs sind Partner der Schlepper (17)

'Die größte Enttäuschung war die Haltung des Superintendenten' (14)

Chilenische Bischöfe: Papst gegen Kommunion für Wiederverheiratete (14)

'Franziskus betreibt keine Abkehr von Tradition der Kirche' (13)

Afrika: Die ‚Amoris laetitia’ Debatte ist beendet (13)

Die Gefahr der Verheidung und der atheistische Katholik (13)

Ein Kolossaldenkmal in Trier für einen Antisemiten (12)