03 März 2017, 10:20
Papst: Priester brauchen ständige Selbstprüfung und Reifung
 
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In Meditation am Einkehrtag der Diözese Rom rief Franziskus Priester zu Unterscheidung im Sinne des Hl. Ignatius von Loyola auf

Rom (kath.net/KAP) Papst Franziskus hat bei einem Einkehrtag der Priester seiner Diözese Rom die Notwendigkeit eines ständigen Selbstprüfungs- und Reifungsprozesses im Blick auf die Gottesbeziehung und das Verhalten zum Nächsten betont. Dies müsse besonders für Seminaristen, Priester, Missionare und Bischöfe gelten, sagte Franziskus am Donnerstag im Lateran. Er zitierte dazu eine Stelle aus dem Dokument der Latienamerikanischen Bischofsversammlung von Aparecida (2007) mit dem Begriff der "missionarischen Jünger".

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Franziskus hatte zuvor kurzfristig sein offizielles Programm geändert. Die ursprünglich für 11 Uhr angesetzte Meditation des Papstes zum Beginn der Fastenzeit verzögerte sich. Franziskus traf zwar pünktlich in der Lateranbasilika ein, entschied sich dort aber spontan, Beichten zu hören.

In seiner Meditation forderte er die Priester zur Unterscheidung im Sinne des Hl. Ignatius von Loyola auf. "Die Unterscheidung sieht zuerst das an, was unserem Vater gefällt, der auch das Verborgene sieht (Mt 6,4.6), sie folgt nicht den perfektionistischen Modellen gängiger Paradigmen." Dabei grenzte Franziskus in seiner Meditation den Begriff Unterscheidung von all dem ab, was lähmt: Pessimismus, mangelndes Vertrauen, Fixierung auf die eigenen Schwächen, vorschnelles Sich-Geschlagen-Geben. Es gehe um das "Hinausgehen in Freude".

Am konkreten Beispiel des Simon Petrus veranschaulichte der Papst, was Wachstum im Glauben bedeute. Der Glaube des Apostels, der Jesus zunächst verleugnete, sei am Ende ein gereifter, geprüfter Glaube geworden. "Aber zahlreich waren die Versuchungen, denen er ausgesetzt war", so Franziskus.

Petrus könne so aufzeigen, dass "auch die Sünde selbst in den Fortschritt des Glaubens" eingehen könne, betonte der Papst und leitete ab: "Es ist wichtig für einen Priester, dass er die eigenen Versuchungen und eigenen Verfehlungen in das Gebet Jesu einzugliedern versteht." Der Glaube solle nicht schwinden, sondern reifer werden und dazu dienen, seinerseits den Glauben derjenigen zu stärken, "die uns anvertraut sind".

Dies bedeute auch zu akzeptieren, dass die eigene Fehlbarkeit einen Dienst am Nächsten nicht ausschließe, erinnerte der Papst. Ein Priester sei ein Mann Gottes und ein fehlbarer Mensch zugleich: "Ein Priester oder ein Bischof, der sich nicht als Sünder fühlt und nicht beichtet, schließt sich in sich selbst ab und wächst nicht im Glauben." Und weiter: "Wenn wir den Glauben der anderen stärken, tun wir das als Sünder. Und wenn wir sündigen, beichten wir als das, was wir sind: Priester. Wir unterstreichen, dass wir eine besondere Verantwortung gegenüber den Menschen haben", die nicht so sei wie die aller anderen.

Papst Franziskus trifft sich mit den Priestern des Bistums Rom




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