12 März 2017, 11:00
Sterbehilfe: Italo-Musiker DJ Fabo wird kirchlich verabschiedet
 
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39-Jähriger war nach Autounfall 2014 vollständig gelähmt und erblindet und hatte in Italien vergeblich um assistierten Suizid gekämpft - Diözesansprecher: Urteil der Kirche über Sterbehilfe unverändert.

Mailand (kath.net/ KAP)
Der italienische Musiker Fabiano Antoniani alias DJ Fabo, der mit Hilfe einer Sterbehilfe-Organisation in der Schweiz seinem Leben ein Ende setzte, erhält einen Gottesdienst in seiner Heimatstadt Mailand. Am Freitagabend findet in der Pfarre Sant'Ildefonso ein Gebet für den 39-Jährigen statt, der nach einem Autounfall 2014 vollständig gelähmt und erblindet war und in Italien vergeblich um einen assistierten Suizid gekämpft hatte.

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Die Erzdiözese Mailand erklärte, der Pfarrer von Sant'Ildefonso komme damit einer Bitte der Mutter Antonianis nach, gemeinsam für ihren Sohn zu beten. Es handle sich nicht um eine kirchliche Beisetzungsfeier. Das Urteil der Kirche über Sterbehilfe und das Lebensende bleibe unverändert, betonte Diözesansprecher Davide Milani. Mit dem Gottesdienst bekundeten Christen "ihre Nähe zu dieser Mutter und allen, die - ohne Instrumentalisierungen - Fabo geliebt haben", so Milani in einer Stellungnahme.

Antoniani hatte Politiker und zuletzt Staatspräsident Giorgio Mattarella gebeten, mit Hilfe einer anderen Person sein Leben in Italien beenden zu dürfen, jedoch vergeblich. Ende Februar ließ er sich von seiner Mutter, seiner Verlobten sowie dem Sterbehilfe-Aktivisten und Politiker Marco Cappato (Italienische Radikale) in die Schweiz begleiten, wo er nach Einnahme eines Medikamentencocktails am 27. Februar starb.

Die katholische Kirche lehnt aktive Sterbehilfe wie auch assistierten Suizid ab. Auch nach italienischem Recht ist Beihilfe zur Selbsttötung verboten und wird mit bis zu zwölf Jahren Haft geahndet. Laut italienischen Medien reisen jährlich rund 50 Italiener in die Schweiz, um die dort legale Möglichkeit eines assistieren Suizids zu nutzen.

Der Fall Antoniani weckte in Italien Erinnerungen an Piergiorgio Welby (1945-2006), dessen Kampf um ein Recht auf Sterbehilfe eine breite Debatte in der Öffentlichkeit ausgelöst hatte.

Der Leiter der Päpstlichen Akademie für das Leben, Bischof Vincenzo Paglia, kommentierte den Tod Antonianis vergangene Woche mit den Worten, sein Suizid sei eine Niederlage auch für eine Gesellschaft, die keine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens unter Leiden geben könne. Hinter Entscheidungen wie der Antonianis stehe auch ein "Individualismus, der andere Menschen vor allem in den schwierigsten Momenten alleine lässt", sagte Paglia dem Sender Radio Vatikan.

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