15 März 2017, 23:30
Neues Kloster Neuzelle: Deutsche Ministerin besucht Heiligenkreuz
 
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Brandenburgs Kulturministerin Münch führt in Österreich Gespräche über Details der Wiederbesiedlung des Barockklosters Neuzelle an der Oder durch Zisterzienser aus dem Wienerwald

Wien-Potsdam (kath.net/KAP) Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch hat am Mittwoch das Stift Heiligenkreuz besucht um die Wiederbesiedlung des ostdeutschen Klosters Neuzelle durch Mönche der Wienerwald-Abtei zu besprechen. Vor allem sei es darum gegangen, Informationen über das Klosterleben einzuholen und mit der Klosterleitung Details über den geplanten Neustart des direkt an der Oder gelegenen Klosters zu besprechen, teilte der Sprecher der SPD-Politikerin, Stephan Breiding, auf Anfrage von "Kathpress" mit.

Das vor 200 Jahren säkularisierte Kloster Neuzelle bleibt auch künftig in Besitz einer landeseigenen Stiftung, weshalb nun zu prüfen sei, wie der gemeinsame Weg mit den Mönchen verlaufen könne, sagte Breiding. In den Vorbesprechungen gehe es auch um Fragen der Unterbringung sowie der Alltagsgestaltung der künftigen Bewohner.

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Das Stiftskapitel von Heiligenkreuz hatte im vergangenen November 2016 die Neubesiedlung von Neuzelle durch acht Mönche beschlossen. Eine Einladung dazu war durch den zuständigen Görlitzer Ortsbischof Wolfgang Ipolt erfolgt. Neben vorbereitenden Gesprächen und Besuchen wurde als erster Schritt im Dezember ein Unterstützerverein gegründet, dem mittlerweile über 100 Mitglieder angehören.

Grundsätzlich sei das Interesse am "Neustart" groß, betonte Ministersprecher Breiding: Werde das Stift für seine ursprüngliche Bestimmung genutzt, verleihe dies dem Ort aus Sicht des Landes zusätzliche Attraktivität und "Aufwertung auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig". Brandenburgs Regierung sehe auch die von den Heiligenkreuzer Mönchen beabsichtigte Einführung spiritueller Angebote als Bereicherung, so Breiding. Ein ehemals religiös wichtiger Ort werde somit "geistig wiederbelebt". Auch eine Stärkung des Kulturtourismus sei absehbar.

Ministerin Münch selbst hatte die Entscheidung der Heiligenkreuzer Zisterzienser für eine Wiederansiedlung in Neuzelle bereits im Vorfeld ihrer Reise begrüßt. Nachdem der Orden sich schon um die Kultivierung des Landes verdient gemacht habe, könne mit dem geplanten Schritt nun "an eine jahrhundertealte Stiftstradition angeknüpft werden", so die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur in einer Stellungnahme. Ergänzend zu den bereits bestehenden Nutzungen der historischen Anlage in Neuzelle könne die Ordensansiedlung zum 750-jährigen Gründungsjubiläum 2018 mit Sonderführungen oder spirituellen Angeboten zur einer "weiteren nachhaltigen Belebung des Klosterstandortes" beitragen.

Fast 750-jährige Geschichte

Das Kloster Neuzelle (Nova Cella) ist eine in der Niederlausitz gelegene Zisterzienserabtei. Sie wurde 1268 vom meißischen Markgrafen Heinrich dem Erlauchten gegründet, ab dem 17. Jahrhundert im Barockstil umgebaut und 1817 durch die Regierung Preußens säkularisiert. Der Klosterbesitz ging in ein preußisch-staatliches Stift Neuzelle über, das bis 1955 als Forst- und Domänenverwaltung weiterbestand und danach verstaatlicht wurde.

Seit 1996 wird das Stift Neuzelle mit dem dazugehörigen 11.300-Hektar-Gut als öffentlich-rechtliche Stiftung des Landes Brandenburg geführt. Sie finanziert sich durch wirtschaftliche Nutzung, Vermietung und Verpachtung ihrer Gebäude sowie durch die Forst- und Landwirtschaftsflächen im Stiftungsbesitz. Mehr als 50 Millionen Euro wurden seit der Wiedervereinigung aus Mitteln von EU, Bund, Land und Stiftungen zum Erhalt der Klosteranlage investiert.

Neuzelles Architektur gilt als nördlichstes Beispiel süddeutschen und böhmischen Barocks in Europa und zieht jährlich rund 120.000 Besucher an. Höhepunkte sind zwei Barockkirchen, der spätgotische Kreuzgang, der barocke Klostergarten und das 2015 eröffnete Museum "Himmlisches Theater - Die Neuzeller Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab", zudem ist das Stift im Sommer ein Schauplatz des Opernfestivals "Oper Oder-Spree". Mehrere Gebäude des Klosters werden von einer Schule in freier Trägerschaft genutzt. Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche unterhalten auf dem Klostergelände Pfarrämter, womit Neuzelle auch ein Standort der Ökumene ist.

Kloster Neuzelle im Bistum Görlitz




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Foto oben (c) Stift Heiligenkreuz







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