18 März 2017, 11:00
Der hl. Josef - Ein Mann des Glaubens, der Familie und der Arbeit
 
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Das Jesuskind brauchte jemanden, der die Stelle eines irdischen Vaters einnahm, ohne die ewige Vaterschaft Gottes gegenüber seinem eingeborenen Sohn zu verdunkeln. Sonntagspredigt von Prof. Josef Spindelböck

St. Pölten (kath.net/Sankt Josef) Predigt am 3. Fastensonntag A (19.03.2017) - L1: Ex 17,3-7; L2: Röm 5,1-2.5-8; Ev: Joh 4,5-42

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

An diesem Sonntag, dem 19. März 2017, finden in ganz Österreich Pfarrgemeinderatswahlen statt. Alle katholischen Christen, die aufgrund ihres Alters wahlberechtigt sind, sind aufgerufen, auf diese Weise Mitverantwortung zu übernehmen. Denn der Pfarrgemeinderat soll den verantwortlichen Priester in seiner seelsorglichen Arbeit beratend und durch aktive Mithilfe unterstützen, so wie es getauften und gefirmten Christen in besonderer Weise zukommt.

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Ein besonderer Dank gilt all jenen Frauen und Männern, die sich als Kandidaten und zukünftige Mitglieder des gewählten Pfarrgemeinderates zur Verfügung stehen und auf ihre Weise die Kirche vor Ort, d.h. in den Pfarrgemeinden, repräsentieren und auch durch ihre Mitarbeit inspirieren.

Weil ein Pfarrgemeinderat kein politisches Gremium ist, braucht es außer den für das menschliche Zusammenleben so wichtigen Fähigkeiten auch eine Sensibilität für das Wirken des Heiligen Geistes. Bevor wir als Menschen etwas tun und tun können, ist ja Gott selber längst am Werk. Und das Größte, was uns geschenkt werden kann, ist Gottes Liebe! Diese offenbart er uns in seinem Sohn Jesus Christus. Hier sind wir alle eingeladen, eine Antwort des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zu geben. Helfen wir also den neu zu wählenden Pfarrgemeinderäten auch durch unsere Verbundenheit im Gebet und durch tatkräftige Unterstützung, wo immer wir in den Anliegen der Pfarre gebraucht werden und uns einbringen können und sollen.

Der Monat März ist in besonderer Weise der Verehrung des heiligen Josef gewidmet. Der 19. März ist kalendarisch sein Festtag; heuer wird das Hochfest des heiligen Josef aufgrund des Zusammentreffens mit dem 3. Fastensonntag einen Tag später liturgisch gefeiert, also am 20. März. Der heilige Josef war nicht nur der Bräutigam und Gemahl der seligen Jungfrau Maria sowie der väterliche Beschützer des Jesuskindes; er trägt vom Himmel her auch Sorge für die ganze Kirche. So haben es jedenfalls die Päpste immer wieder zum Ausdruck gebracht. Vor vier Jahren wurde Papst Franziskus am Hochfest des heiligen Josef in sein Amt eingeführt; im Wappen bezieht er sich ausdrücklich auf die heilige Familie. Er hat auch angeordnet, dass der heilige Josef in allen Hochgebeten der Messe ausdrücklich genannt wird. Damit setzt er fort, was der heilige Papst Johannes XXIII. angeordnet hatte: Dieser hatte in den altehrwürdigen Römischen Kanon die Nennung des Namens des heiligen Josef aufgenommen, und er hatte auch das 2. Vatikanische Konzil unter den Schutz des heiligen Josef gestellt. Vor einem Jahr, am 19. März 2016, hat Papst Franziskus das nachsynodale Apostolische Schreiben „Amoris laetitia“ unterzeichnet. Darin stellt er die Heilige Familie als Vorbild dar für jede christliche Familie.

Ich denke, wir sollten ein richtiges Bild gewinnen vom heiligen Josef und ihn uns nicht einfach als alten, gebrechlichen Greis vorstellen, der schon Abschied nehmen wollte vom Leben. Nein! Josef von Nazareth war seiner jungfräulichen Gemahlin in allem ebenbürtig, und auch das Jesuskind brauchte jemanden, der die Stelle eines irdischen Vaters einnahm, ohne die ewige Vaterschaft Gottes gegenüber seinem eingeborenen Sohn zu verdunkeln. Viele Mühen und Strapazen hat Josef von Nazareth gemäß der Darstellung der Evangelien auf sich genommen; er musste ja mit seiner Familie nach der entbehrungsreichen Zeit in Bethlehem dann sogar für einige Jahre nach Ägypten fliehen. Noch heute verehren die koptischen Christen die Stätten seines mutmaßlichen Aufenthaltes in Ägypten.

Josef von Nazareth stand mitten im Leben; er war ein Mann des Gebetes und der Familie, aber auch ein Mann der Arbeit, dem die Gerechtigkeit vor Gott und gegenüber den Menschen ein großes Anliegen war. In vielfältiger Weise übte er die Werke der leiblichen und geistigen Barmherzigkeit. So war er in allem ganz auf Gott ausgerichtet, und zugleich stand er mit beiden Füßen auf dieser Erde. Denn genau hier gilt es sich ja täglich zu bewähren, damit wir einst der ewigen Seligkeit im Reiche Gottes teilhaftig werden können.

Im heutigen Evangelium wird uns eine Frau aus Samaria vorgestellt, die in ihrem Herzen auf der Suche ist nach dem lebendigen Wasser, das nicht versiegt. Als sie zum Brunnen geht, wo sie gemäß dem damaligen Brauch Wasser holt, trifft sie dort auf Jesus. Dieser unterhält sich als Jude mit der Samariterin und offenbart ihr die Geheimnisse des Reiches Gottes. So kommt sie zum Glauben an den von Gott gesandten Messias, den Retter der Welt.

Lassen auch wir uns immer neu beschenken mit dem Wasser des Lebens, das in der heiligen Taufe bezeichnet und gespendet wird. Wer hineingenommen ist in die Gemeinschaft des Dreifaltigen Gottes, der wird in der Tiefe seines Herzens mit Liebe erfüllt und im Himmelreich endgültig beschenkt mit dem ewigen Leben in der Gemeinschaft mit Gott und allen Engeln und Heiligen. Amen.







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