26 März 2017, 09:50
Freue dich!
 
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Gedanken zum Laetare-Sonntag.

Maria Vesperbild (kath.net)
DAS ERSTE WORT der Liturgie des heutigen vierten Fastensonntags lautet: „Freue dich!" In vielen Kirchen werden die Priester heute ein rosafarbenes Meßgewand tragen und so das dunkle Violett der Fastenzeit etwas aufhellen. Im mittelalterlichen Rom trug der Papst an diesem Sonntag in feierlicher Prozession eine goldene Rose zur Stationskirche des Tages, Santa Croce in Gerusalemme, und noch bis in das Pontifikat Pauls VI. haben sich Elemente dieser Tradition erhalten. So bekam in dieser Zeit die Gottesmutter von Guadalupe in Mexiko die goldene Rose.

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Der heutige Tag ist also ein ganz besonderer Fastensonntag. Vor dem näherrückenden Passionsgeschehen leuchtet schon die Freude, die ja letztlich Osterfreude ist, auf. Vielleicht haben die Architekten der Liturgiereform und Kompositeure der Leseordnung sich gerade deswegen für die heutige Lesung aus dem Buche Josua entschieden. In der liturgischen Perspektive gewinnt nämlich auch unsere Lesung Konturen, zeigt sie doch Israel in einem ganz besonderen Moment seiner Geschichte: Soeben haben die Israeliten den Jordan durchschritten und sind jetzt in dem Land, das der Herr ihnen versprochen hat und damit in Freiheit. Sie sind nicht mehr Sklaven Ägyptens, die in der quälenden Heimatlosigkeit der Wüste umherziehen müssen. Dieses Los, diese Schande hat der Herr von ihnen genommen. Dafür sollen die zwölf Gedenksteine in Gilgal (vgl. Jos 4,9) ewiges Zeugnis ablegen.

Die Landnahme ist das eigentlich Thema des Buches Josua, dabei erhält diese Landnahme fast den Charakter einer großen feierlichen Prozession, und an deren Anfang steht nun das erste Pascha im gelobten Land, von dem unsere Lesung heute berichtet. Tage der Freude und des Gottesdienstes, und Gottesdienst, besonders das Paschafest hat immer eine doppelte Dimension, nämlich die der Erinnerung (Befreiung aus Ägypten, Durchzug durch das Rote Meer) und der Verheißung (das gelobte Land und seine Früchte). Von jetzt ab leben die Israeliten aus ihrem eigenen Land, die Ernährungsgewohnheiten können von Grund auf umgestellt werden: keine „Wüstendiät" mehr, sondern echtes, ungesäuertes Brot und geröstetes Korn. Wir hören diese Lesung der Eucharistiefeier und dürfen hier schon einen Hinweis auf die Eucharistie-feier im Neuen Bund sehen.

Befreiung von der Schmach der Heimatlosigkeit, neu anfangen mit Gott und dem Dienst an ihm, Aufbruch zur Freude, das alles schwingt in diesem Lesungstext mit, wenn wir ihn in der Perspektive des heutigen Sonntags Laetare lesen. Fangen wir an mit dem Abschied von der Wüstendiät, leisten wir uns das echte Brot des Lebens im heiligen Meßopfer, lernen wir, was es heißt, jeden Sonntag Ostern (Pascha) zu feiern! Der Gottesdienst am Sonntag ist die Feier der Auferstehung, in der wir zum ewigen Leben befreit sind.

Wie am Anfang der Landnahme das Paschafest steht, so steht die Feier der Eucharistie am Anfang einer jeden neuen Woche unseres Lebens. Jeden Sonntag Ostern feiern, heißt die Auferstehung, die Verheißung des ewigen Lebens in den Alltag unseres Lebens holen und so diesen Alltag zu überwinden. Die Verheißungen Gottes im heiligen Meßopfer erleben, aus der Kraft der Erinnerung an die Heilstaten Gottes die Gegenwart gestalten und die Zukunft im Himmel gewinnen. Der Sonntag der Freude kann uns zeigen, daß diese Zukunft schon begonnen hat, denn wir dürfen jetzt schon von den Früchten des Landes leben, das uns allen verheißen ist. Die goldene Rose wartet auch auf uns. Introitus der Messe zum 4. Fastensonntag: Freue dich, Stadt Jerusalem! Seid fröhlich zusammen mit ihr, alle, die ihr traurig wart. Freut euch und trinkt euch satt an der Quelle göttlicher Tröstung (vgl. Jes 66,10-11)!

Foto: Prälat W. Inkamp © Maria Vesperbild







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