09 Mai 2017, 23:00
Rom: Franzosen und Diplomaten feiern am 28. Mai Messe für Macron
 
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Katholische Bischöfe Frankreichs gratulierten dem neuen französischen Präsidenten zum Wahlsieg

Paris-Rom (kath.net/KAP) Die katholischen Bischöfe Frankreichs haben dem neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron zum Wahlsieg gratuliert. "Unsere guten Wünsche und Gebete begleiten Macron bei seiner schweren Mission im Dienst an Frankreich, das Allgemeinwohl im Blick", heißt es in der Twitter-Nachricht des Generalsekretärs der Bischofskonferenz (CEF), Olivier Ribadeu-Dumas. Auch der Sprecher der Bischofskonferenz, Vincent Nevmon, äußerte sich über Twitter, wie Radio Vatikan am Montag berichtete: "Macron ist gewählt - Vertrauen haben und wachsam bleiben - Bürger und Katholik", so lautet Nevmons Botschaft. Mit den Worten "Vertrauen und Wachsamkeit" werde der Willen der Bischöfe ausgedrückt, dem neuen Präsidenten "nicht allzuviel Vorschuss-Kredit zu geben", heißt es bei "Radio Vatikan".

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Drei Wochen nach der Wahl des neuen Präsidenten feiert Bischof Jean Lafitte, der Regionalprälat des Souveränen Malteserordens, am 28. Mai mit der französischen Community in Rom und dem Diplomatischen Corps eine Messe zu Ehren von Frankreichs neuem Staatschef in der Nationalkirche St.-Louis-des-Francais. Das kündigte die Französische Botschaft am Heiligen Stuhl am Dienstag auf ihrer Website an. Dem neuen Präsidenten Emmanuel Macron würde auch der Titel eines Ehrenkanonikers der Lateranbasilika zustehen, und er könnte dieses Amt auch annehmen, wird in französischen Medien spekuliert.

Papst-Privilegien für Frankreich seit 1604

Das Oberhaupt des Französischen Staats hat dieses Privileg seit dem Jahre 1604, und es ist verbunden mit dem Einreiten in die Kirche mit einem Pferd. Der Papst hatte dies damals König Henri IV. zugestanden - nach seiner Bekehrung von Protestantismus zum katholischen Glauben und einer hohen Spende für die königliche Abtei an der Basilika. Im Gegenzug verpflichtete sich die Kathedrale des Papstes jedes Jahr den 13. Dezember zu feiern - den Geburtstag des Königs. Die Messintention zu diesem Tag lautet auch heute noch "Pro felici ac prospero Galliae Status" ("zugunsten von Glück und Wohlstand von Frankreich"). Seit 1957haben drei Staatsoberhäupter - Georges Pompidou, François Mitterrand und François Hollande - auf die Annahme des Titels verzichtet; Nicolas Sarkozy hingegen war dafür nach Rom gereist.

Seufzer der Erleichterung: So reagieren die großen Religionsgemeinschaften auf die Wahl von Emmanuel Macron zum Präsidenten Frankreichs. Allerdings nicht alle Religionsgemeinschaften - die Katholiken äußern sich genauso neutral und schmallippig wie vor der Stichwahl.

Die jüdische Gemeinschaft in Frankreich sprach in ihrer ersten Reaktion zum Wahlsieg Macrons von einem "Triumph der republikanischen Werte". Großrabbiner Haim Korsia begrüßt es, "dass viele Franzosen entschieden der extremen Rechte entgegengetreten sind". Allerdings dürfe man bei aller Erleichterung nicht darüber hinwegsehen, "dass die Kandidatin des Front National viele Stimmen bekommen hat". Darum müssten die Politiker "ernsthaft auf den Schrei der Verzweiflung und Wut der Wähler hören".

Der französische Muslimrat CFCM gratuliert Macron zu seinem, so wörtlich, "schönen Sieg". Jetzt hätten sich "neue Perspektiven eröffnet, um die Werte der Geschwisterlichkeit und der Solidarität triumphieren zu lassen und der Fremden- und Ausländerfeindlichkeit einen Riegel vorzuschieben".

Eine Erklärung der Pariser Moschee spricht gar von einer "brillanten Wahl" Macrons und einem "nationalen Elan". Der Wahlabend lasse die Konturen eines Frankreichs hervortreten, "das innerlich mit all seinen geistlichen und religiösen Komponenten versöhnt ist und geeint auf die drohenden Spaltungen in der Nation antwortet".

Die "Union der islamischen Verbände Frankreichs", kurz UOIF, deutet Macrons Sieg als Zeichen für den "Willen des französischen Volkes, die Werte der Republik ins Zentrum der nächsten Jahre zu stellen". Macrons Mandat bestehe vor allem darin, "den sozialen Frieden zu konsolidieren".

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