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Russischer Metropolit Hilarion regt bei US-Vize Pence Achse an

16. Mai 2017 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats für Bildung einer "russisch-amerikanischen Koalititon gegen den Terrorismus" - US-Vizepräsident sichert Schutz verfolgter Gläubiger zu


Washington (kath.net/KAP) US-Vizepräsident Mike Pence hat am Rande des vorwöchigen "Washington Summit on religious violence against Christians" - Veranstalter war der evangelikale Prediger Franklin Graham - den Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, getroffen. Wegen der zeitgleichen innenpolitischen Troubles von Pence und Präsident Donald Trump rund um die Entlassung von CIA-Chef James Comey - wobei Pence jedoch die diesbezüglichen Russlandbezüge anders darstellte als Trump - hatten die US-Termine Hilarions großes mediales Echo gefunden. Der Metropolit wohnte in einer Suite im Washingtoner "Trump International Hotel".

Bei einem Pressetermin im Trump-Hotel berichtete Hilarion am Donnerstag, dass er Pence eindringlich dargelegt habe, wie notwendig heute eine "russisch-amerikanische Koalition gegen den Terrorismus" sei. Es sei seine Hoffnung, dass USA und Russland "Seite an Seite" beim Niederringen des Terrorismus zusammenarbeiten und "politische Auseinandersetzungen beiseite lassen", so der Metropolit. Besucher aus Syrien - "christliche wie auch islamische religiöse Führungspersönlichkeiten" - hätten im Moskauer Patriarchat immer wieder berichtet, dass das russische militärische Eingreifen in Syrien für sie "überlebenswichtig" gewesen sei.


Zugleich sei der Wunsch nach Sicherung des Weiterbestehens der für Syrien seit Jahrhunderten charakteristischen "interreligiösen Balance" geäußert worden. Mit seiner Teilnahme an dem Summit in Washington gehe es ihm auch darum, so Hilarion, auf die Tragödie der Christen im Nahen Osten aufmerksam zu machen, die "von vielen westlichen Medien und Politikern vertuscht wird".

Pence geißelt "schändliche Verfolgung"

In seiner Ansprache bei der Graham-Tagung sagte Vizepräsident Pence, er sehe die Verbrechen im Nahen Osten, Asien und Afrika als "schändliche Verfolgungsakte, die vom Hass auf das Evangelium Christi gespeist werden", an. Extremistische Gruppierungen wie Al Qaida, Boko Haram und die Taliban trachteten danach, alle anderen Religionen - aber auch islamische Strömungen, die sie ablehnen - auszurotten. Pence sprach von 215 Millionen Christen, die "Einschüchterung, Gefangennahme, Zwangskonversion, Angriffe oder Schlimmeres" ertragen müssen, "weil sie dem Evangelium die Treue halten". Das gelte für allem für die Ursprungsländer des Christentums. Dort, wo das Evangelium zuerst gepredigt wurde, seien die christlichen Gemeinschaften heute oft das Ziel "unbeschreiblicher Grausamkeiten".

Das sei nicht immer so gewesen, betonte der US-Vizepräsident und schilderte ein persönliches Erlebnis aus dem Jahr 2004. Als er nach dem US-Einmarsch nach Basra gekommen sei, habe er mitangesehen, wie der Hauptimam der Stadt und der Erzbischof (offensichtlich der später zur Emigration gezwungene chaldäisch-katholische Erzbischof Djibrail Kassab) einander herzlich begrüßten und umarmten. Der Dolmetscher habe dann mitgeteilt, dass Imam und Erzbischof Kondolenzbezeugungen ausgetauscht hätten. Hier sei eine "Gemeinschaft des Miteinanders" sichtbar geworden; diese Gemeinschaft könne und müsse wiederhergestellt werden, so Pence.

Die USA würden nicht ruhen, bis die IS-Terroristen vernichtet seien, betonte der Vizepräsident, allerdings werde der Einsatz für den Schutz gläubiger Menschen damit nicht beendet sein. Die USA würden vielmehr weiterhin jegliche Religionsverfolgung, "wo und wann auch immer sie sich ereignet" verurteilen - ganz gleich, ob die Verfolgung Christen, Jeziden, Drusen, schiitischen Muslimen usw. gelte. Amerika werden "mit seinen Idealen und all seiner Macht dagegen auftreten". Präsident Trump habe "deutlich gemacht, dass Amerika den Christen in dieser Stunde der Not beistehen wird".

Veranstalter Franklin Graham leitet die "Billy Graham Evangelistic Association", die nach seinem berühmten Vater benannt ist. Er war 2015 Gast im Moskauer Patriarchat gewesen, wo die Veranstaltung der vorwöchigen Konferenz vereinbart worden war. An dem Weltgipfel nahmen u.a. der syrisch-orthodoxe Patriarch Mar Ignatius Aphrem II., der US-Kardinal Donald Wuerl und zahlreiche Geistliche und Laien teil, die selbst Opfer der Verfolgung waren.

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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