27 Juli 2017, 08:59
'Ich liebe Dich so, wie ich bin'
 
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Besprechung des Buches von Maria Elisabeth Schmidt über den Tod ihres Mannes - Stephan Schmidt wurde in seiner Leidenszeit von Kardinal Meisner innerlich begleitet. Gastbeitrag von Andreas Kuhlmann

Köln (kath.net) Am 5. Juli 2017 starb Kardinal Joachim Meisner. Er meinte in seinem Geistlichen Testament: „Es gehört zu den staunenswertesten Gaben meines Lebens, dass du mich bei deinem Kreuz verwendest und mich deiner Leiden gewürdigt hast.“ Die Biographie über sein Glaubenszeugnis ist noch nicht geschrieben. Einer, der als gelernter Journalist das Rüstzeug dazu hatte und mit ihr betraut worden war, ist gut vier Jahre zuvor von Gott heimgeholt worden: Stephan Georg Schmidt. Meisners Worte sind wie für ihn geschrieben, weil sie eine passende Überschrift über die letzte und intensivste Phase seines Lebens sein könnte. Über ihn liegt nun eine beachtenswerte und irgendwie auch erstaunliche Biographie vor. Es schrieb sie nämlich seine Ehefrau Maria. Soeben ist sie erschienen, mit einem Vorwort von Kardinal Meisner. Denn beide Verstorbenen kannten und schätzten sich sehr. Dafür steht die Tatsache, dass Stephan Schmidt einige Jahre als Chefredakteur der Kirchenzeitung der Diözese Köln und zugleich als Pressesprecher im Auftrag des Kardinals gearbeitet und Joachim Meisner ihn wiederum während seiner schweren Krankheit innerlich begleitet und auch am Krankenbett besucht hat.

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Maria Schmidt gewährt mit ihrem Rückblick eine ungewöhnlich offene und intime Innenansicht in die gemeinsamen Ehejahre und lässt den Leser an ihren bereichernden Erfahrungen im Umgang mit der schweren Krankheit und dem unausweichlichen Tod ihres Ehemanns teilnehmen. Vor ein paar Tagen habe ich ihr Buch samt der vielen familiären Fotos und persönlichen Briefe ihres Mannes zuende gelesen. Obgleich ich Stephan Schmidt schon vor seiner Heirat mit Maria kannte und ihn dann das letzte Mal einmal drei Wochen vor seinem Tod am Weihnachtstag sah, als wir gemeinsam die Heilige Messe in seinem Krankenzimmer daheim feiern konnte, habe ich ihn jetzt erst so richtig als Mensch mit seiner reichhaltigen Persönlichkeit, mit seinen Fähigkeiten, Interessen und Plänen kennengelernt – eben durch dieses Buch, das sich als „eine Liebeserklärung an das Leben“ versteht. Sehr zu recht, denn es ist – das mag den ein oder anderen erstaunen – ein Buch voller Zuversicht und Dankbarkeit für das Geschenk vieler gemeinsamer Jahre.

In vierzig Kapiteln – die Anzahl ist wohl nicht zufällig – erzählt die Autorin die Episoden ihres Weges zu ihm und mit ihm, vom ersten Kennenlernen bis zur Beerdigung und ihren Nachwirkungen. Ihre authentischen Schilderungen sind in einer Zeit oberflächlicher und lockerer Beziehungen eine große Hilfe um zu verstehen, dass Prüfungen aller Art eine auf Dauer angelegte Partnerschaft nicht zerstören müssen, sondern bereichern und enger verknüpfen können. Ihre Biographie bezeugt allerdings auch die unverzichtbare und zunächst ungeahnte Kraft der göttlichen Tugenden, die christlichen Eheleute mit Gott und untereinander verbinden (können und sollten): ein beglückender Glaube, eine feste Hoffnung, eine zuverlässige Liebe. Ihr Zeugnis macht allen an der Seite eines schwerkranken Menschen Lebenden und Mitleidenden Mut, an die Kraft der ehrlichen und verbindlichen Liebe zu glauben. Maria Schmidt hat in ihren letzten Ehejahren viel über das Leben gelernt und bietet uns wertvolle Reflexionen darüber an, wenn sie von Menschen als „Bindungsgeschöpfe“ und von einer befreienden „Leidkultur“ spricht – Begriffe, die wie Lichter in einer durch Relativismus und Hedonismus verdunkelten Gesellschaft Helligkeit und Geborgenheit mitteilen.

Es lohnt sich für jeden, dem es um Tiefgang und Sinnfülle im Leben geht, dieses zudem auch noch sehr preiswerte Buch gelesen, durchlebt und durchdacht zu haben.

kath.net Buchtipp
Ich liebe dich so, wie ich bin - Eine Liebeserklärung an das Leben
Von Maria Elisabeth Schmidt
301 Seiten, 66 Fotos, Hardcover
Christiana Verlag
ISBN 978-3-7171-1275-4
Preis: Euro 12.80

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