01 August 2017, 11:00
Reliquien des Hl. Nikolaus von Russland zurück in Italien
 
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Kardinal Koch und Dominikaner Destivelle sprechen von "historischem Ereignis auf dem Weg zur Einheit der Kirchen" - Einheit der Kirchen "erfolgt in kleinen Schritten" - 2018 mit kath.net zum Heiligen Nikolaus nach Bari

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Als "historisches Ereignis auf dem Weg zur Einheit der Kirchen" hat Kurienkardinal Kurt Koch die Ausstellung der Nikolausreliquien in Moskau und Petersburg bezeichnet. Koch nahm damit in "Radio Vatikan" am Wochenende Bezug auf die überwältigende Anteilnahme, die russisch-orthodoxe Gläubige den sonst in Süditalien aufbewahrten Reliquien des heiligen Nikolaus erwiesen hatten. Am Freitagnachmittag waren die Gebeine wieder in Bari eingetroffen. Sie waren zwei Monate lang waren auf Reisen und wurden in großen russischen Kathedralen ausgestellt. Rund 2,5 Millionen Gläubige nahmen teils stundenlanges Schlangestehen auf sich, um die Reliquien zu verehren.

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Der Dominikanerpater Hyacinthe Destivelle, im Päpstlichen Einheitsrat zuständig für die Russland-Ökumene, hatte Koch bei der Russlandreise begleitet. Die Vatikandelegation brachte die Reliquien zurück nach Italien. Der Heilige Nikolaus sei einer der von den Christen am meisten verehrten Heiligen, und das sei eine Verbindungsbrücke zwischen dem Westen und dem Osten, so Destivelle.

Die Reliquien hatten sich ursprünglich in Kleinasien befunden, wurden dann nach Bari überführt und diese Überbringung sei auch ein Fest in der russisch-orthodoxen Liturgie, erinnerte der französische Ordensmann: "Ein Drittel der russischen Kirchen sind dem Schutz des heiligen Nikolaus gewidmet, und viele Menschen in Russland heißen Nikolaus. Also ist das ein Heiliger, der sehr beliebt ist."

Die Verleihung der Gebeine nach Russland stehe in einer Tradition der gegenseitigen Reliquienschenkungen zwischen Papst Franziskus und dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I., betonte der Dominikanerpater: "Als Papst Franziskus den Patriarchen Kyrill in Havanna getroffen hat, hat er ihm Reliquien des heiligen Cyril geschenkt, also des Schutzheiligen des Patriarchen Kyrill. Auch das ist ein Heiliger, der beiden Kirchen gemeinsam ist. Und dann hat der Patriarch Papst Franziskus im vergangen September 2016 Reliquien des heiligen Seraphim von Sarov übergeben, der auch im Westen sehr geschätzt und verehrt wird."

Die Heiligen seien das "gemeinsame spirituelle Erbe". Das stehe auch in der gemeinsamen Erklärung, die der Papst und der Patriarch im Februar 2016 in Havanna unterzeichnet hätten, erinnerte Destivelle.

Dass die Reliquienleihgabe nicht nur Geistliche, sondern vor allem viele Gläubige angezogen habe, mache den besonderen Erfolg der Aktion aus: "Die Ökumene zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche kann nicht nur von Geistlichen oder von theologischen Diskussionen ausgehen, sondern muss vor allem im direkten Kontakt zwischen den Menschen Schritt für Schritt wachsen. In Havanna hat Papst Franziskus den Anstoß zu einer Kultur der Begegnung gegeben."

Nicht nur in Bezug auf die gemeinsamen Heiligen werde an der Ökumene gearbeitet, sondern auch bei der Priesterausbildung, berichtete der Ökumene-Beauftragte: "Jedes Jahr - nun zum dritten Mal - schicken wir eine Delegation junger katholischer Priester für zehn Tage nach Russland, die dort die russisch-orthodoxe Kirche und Spiritualität, die russischen heiligen Orte, die unterschiedlichen Abteilungen und Dikasterien des Patriarchats kennenlernen. Genauso laden wir jedes Jahr eine Delegation junger russisch-orthodoxer Priester nach Rom ein, die dort heilige Orte Roms kennenlernen können." Die Einheit werde eines Tages erfolgen, aber "in kleinen Schritten".

HINWEIS: Oktober 2018 mit kath.net zum Heiligen Nikolaus nach Bari und viele andere Heilige. Mehr INfos hier: www.kath.net


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