20 August 2017, 09:30
Christus der Herr umfängt vom Kreuz aus alle Menschen
 
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"Von Seiten Gottes ist jeder Mensch in unaussprechlicher Liebe zum Heil berufen. Ausschließen kann man sich nur selber." Sonntagspredigt von Josef Spindelböck

St. Pölten (kath.net/Sankt Josef) 20. Sonntag im Jahreskreis A (20.08.2017)
L1: Jes 56,1.6-7; L2: Röm 11,13-15.29-32; Ev: Mt 15,21-28


Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Hier in der Pfarre Mühldorf (Wachau) befindet sich die imposante Anlage eines Kalvarienbergs. Dieser wurde ursprünglich von 1675–1680 in Unterranna angelegt, und zwar in Verbindung mit dem damals dort bestehenden Kloster der Pauliner. 1783 wurde durch Kaiser Joseph II. das Kloster aufgelöst; in der Folge verfiel auch der Kalvarienberg. Von 1985–1993 restaurierten Mitglieder und Freunde des Verkehrsvereins Mühldorf unter Anleitung von Fachleuten die gesamte Anlage. So dürfen wir an diesem Sonntag wieder hier vor der Kreuzigungskapelle die heilige Messe feiern!

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Die Schriftlesungen dieses 20. Sonntags im Jahreskreis A zeigen uns, dass Gott sein Heil unter allen Völkern wirkt. Zwar sind und bleiben die Juden das von Gott zuerst erwählte Volk, doch sollen gerade auch die Nichtjuden, also die Heiden, einbezogen werden in das Geheimnis der Erwählung durch Gott. Der Apostel Paulus formuliert dies im Brief an die Römer mit dem Bild eines Ölbaumes, dessen Wurzel von Gott begründet wurde. Dieser Baum stellt das jüdische Volk dar, das zuerst erwählt wurde. Wegen ihres Unglaubens wurden aus diesem Ölbaum einige Zweige herausgebrochen und an ihrer Stelle wurden aus einem anderen, noch wilden Baum einige Zweige in diesen edlen Ölbaum eingepflanzt, sodass auch sie veredelt würden. Unter diesem Bild wird die Aufnahme der Heiden, also der Nicht-Juden, in das von Gott erwählte Volk dargestellt. Es handelt sich um das durch Jesus Christus erneuerte Israel, also die Kirche.

Der Kalvarienberg erinnert uns daran, dass wir durch das Leiden, den Tod und die Auferstehung Christi erlöst sind. Diese Erlösung gilt allen Menschen, die je gelebt haben und noch leben werden. Von Seiten Gottes ist jeder Mensch in unaussprechlicher Liebe zum Heil berufen. Ausschließen kann man sich nur selber, wenn ein Mensch sich definitiv weigert, die Erlösungsgnade im Glauben anzunehmen und daraufhin das Leben auszurichten.

Danken wir also Gott dem Herrn dafür, dass er uns als seine Kinder erwählt hat! Der renovierte und mit Fleiß und Liebe instand gehaltene Kreuzweg erinnert uns an den Glauben unserer Vorfahren. Diese haben auf ihre Weise in Verbundenheit mit Christus und der Kirche gelebt. Aus der Betrachtung der Kreuzwegstationen haben sie Kraft geschöpft für ihr Leben. Denn im Leiden und Sterben Christi strahlt uns die verborgene Herrlichkeit der Auferstehung auf.

Es ist auch für uns wichtig, dass wir den Glauben, den wir im Herzen tragen, durch äußere Zeichen zum Ausdruck bringen. Würden nur mehr die äußeren Bauwerke bestehen bleiben, dann hätten wir ein Kulturchristentum. Das aber wäre innerlich tot; es wäre wie ein Museum, wenn man die christlichen Kirchen nur mehr als Zeugen einer Vergangenheit ehren würde, zu der man heute keinen Zugang mehr hat.

Der Glaube an Jesus Christus aber ist etwas Lebendiges, denn Christus der Herr lebt als Auferstandener in der Herrlichkeit des himmlischen Vaters. Zugleich ist er auf verborgene, aber wirkliche Weise unter uns. Er ist uns nahe, wenn wir in seinem Namen versammelt sind und miteinander beten. Er ist uns nahe in seinem Wort, das uns in der Heiligen Schrift verkündet und von der Kirche ausgelegt und erklärt wird. Christus begegnet uns in seinen Sakramenten. In der heiligen Taufe wurden wir als wilde Schösslinge eingepflanzt in den guten Ölbaum des Volkes Gottes; in der heiligen Eucharistie vergegenwärtigt Gott selbst das Opfer der Hingabe seines Sohnes Jesus Christus am Kreuz. Kraft seiner Auferstehung erhalten wir im Mahl der heiligen Kommunion Anteil an seinem göttlichen Leben.

Empfehlen wir Gott dem Herrn unser Land, ja die ganze Welt! Empfehlen wir ihm in besonderer Weise die heilige Kirche und unsere Diözese St. Pölten, speziell auch die Pfarre Mühldorf-Niederranna. Gott wird alle Wege mit uns gehen. Wenn wir dieses Vertrauen haben, dann wir unsere Zukunft gesegnet sein und wir werden einst einziehen dürfen ins himmlische Jerusalem! Amen.







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