11 September 2017, 10:13
Vatikan beklagt unmenschliche Lage syrischer Flüchtlingskinder
 
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"L'Osservatore Romano" berichtet unter Berufung auf UN-Kinderhilfswerk Unicef von Ausbeutung und der Zunahme von Kinderehen

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Die syrischen Flüchtlinge, insbesondere die Kinder, leben laut einem Bericht der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" in den jordanischen Lagern unter "unmenschlichen Bedingungen". Es fehle an hygienischen Einrichtungen, an Unterstützung aller Art und es herrsche Ausbeutung, schreibt die Zeitung am Freitag unter Hinweis auf einen jüngsten Bericht des Kinderhilfswerks Unicef der Vereinten Nationen. Die Ausbeutung durch Kinderarbeit nehme zu. Als "schreckliche Plage" bezeichnet die Zeitung die Zunahme von Kinderehen.

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Jordanien stehe enormen Herausforderungen gegenüber, so der Osservatore. Das Land mit 9,5 Millionen Einwohnern beherberge derzeit 2,8 Millionen Menschen auf der Flucht. Von den 660.582 registrierten Syrien-Flüchtlingen seien 337.557 Kinder und Minderjährige; 102.390 sogar unter fünf Jahren.

Ein Großteil der Flüchtlinge aus dem Nachbarland lebe in jordanischen Gemeinden und 141.059 in Flüchtlingslagern. "Viele Kinder sind in den Lagern geboren und leben dort weiterhin", zitiert die Vatikanzeitung einen Unicef-Sprecher. Die Ausbeutung durch Kinderarbeit nehme zu: 75.982 junge Syrer und Jordanier seien betroffen. Von den 212.000 registrierten schulpflichtigen Kindern erschienen 41 Prozent nie zum Unterricht.

Im Zuge des Kriegs in Syrien und der Flüchtlingsströme habe auch die Zahl der Kinderehen enorm zugenommen, so der Osservatore. In 35 Prozent der Ehen mit wenigstens einem syrischen Partner sei die Frau jünger als 18 Jahre. Vor zwei Jahren seien es 18 Prozent und vor Kriegsbeginn nur 10 Prozent der Ehen gewesen. Unicef erklärt das Phänomen mit der prekären Lage von Familien, die ihre Heimat verlassen mussten und ihren Besitz verloren hätten. Solche Familien suchten häufig eine Allianz mit einem anderen Familienverband, um der Tochter dort ein besseres Leben zu ermöglichen, so die Kinderhilfsorganisation.

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