12 Oktober 2017, 17:00
Bibelwerks-Direktorin: Neues Lektionar bricht mit Hörgewohnheiten
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Liturgie'
Revidierte Übersetzung hat "viel mehr vom Ursprungsgeist der originalen Sprache" - Neue Fassung wurde erstmals auch in Schulen ausgegeben

Salzburg (kath.net/KAP) Die vor einem Jahr veröffentlichte revidierte Einheitsübersetzung der Bibel regt mit "seinen Stolpersteinen" zum Weiterdenken an. Das hat die neue Direktorin des Österreichischen Bibelwerks, Elisabeth Birnbaum, in einem Interview mit der Kooperationsredaktion der Österreichischen Kirchenzeitungen betont. Die revidierte Übersetzung habe "viel mehr vom Ursprungsgeist der originalen Sprache drin, der Text ist weniger germanistisch geglättet. Das bringt vielleicht Stolpersteine mit sich, aber diese können Impulse zum Weiterdenken sein". Insofern zahle sich auch die Anschaffung des neuen Lektionars aus, "mit dem wir ab Advent 2018 die Hörgewohnheiten in den Gottesdiensten durchbrechen werden".

Werbung
weihnachtskarten


2016/2017 wurde die revidierte Bibel auch erstmals in Österreichs Schulen ausgegeben, "leider noch mit dem alten Anhang". Es gebe aber bereits ein neues Konzept mit verbesserter Grafik, das bis zum Schuljahr 2019/2020 umgesetzt werden soll, kündigte Birnbaum an. "Vor allem möchte ich daran festhalten, den jungen Menschen für ihr Leben eine ungekürzte Bibel zu geben."

Geplant sei außerdem ein Leitfaden für Kinderbibeln. Die Expertin rät zu Ausgaben, die Texte von beiden Testamenten, Psalmen und Briefen enthalten, "damit man sieht, dass die Bibel nicht nur aus Erzähltexten besteht". Die Ausgabe sollte kein "Schocker" sein, aber auf kindgerechte Weise auch schwierige Themen wie die Kreuzigung beinhalten. "Konflikte und Streit kennen die Kinder aus ihrem Leben. Man kann sie uns ihre Erfahrungen ernst nehmen und sollte ihnen keine reduzierte 'Plüschreligion' in der Kinderbibel bieten."

Birnbaum hat ihre Funktion vor knapp einem Monat angetreten. Das Bibelwerk versteht sie als Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Bibel. "Vor allem möchte ich Menschen neugierig machen und dann nicht alleine lassen." Es gehe nicht nur um das Lesen des Buches, sondern darum, die Bibel mit allen Sinnen zu erfassen.

Die überarbeitete Einheitsübersetzung wurde 2016 veröffentlicht. An der Revision der Fassung von 1979 wurde im Auftrag der katholischen Bischöfe des deutschen Sprachraums nahezu zehn Jahre gearbeitet. Ab Dezember 2018 soll die neue Einheitsübersetzung verbindlich in den katholischen Gottesdiensten verwendet werden. (Weitere Informationen: www.bibelwerk.at)

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten









kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.

Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 

meist kommentierte Artikel

'Vater Unser'-Änderung - Massive Kritik an Franziskus (72)

Anonymes papstkritisches Buch erschienen: ‚Il Papa Dittatore’ (44)

Berlin: Jesuitengymnasium stellt kopftuchtragende Lehrerin ein (40)

Neue Einheitsübersetzung eliminiert Adam in der Schöpfungsgeschichte (40)

ZdK-Chef Sternberg: „Das ist nicht einmal Kunst“ - UPDATES! (39)

Schönborn-Engagement wurde "zum klaren Pro-Homosexualität-Statement" (39)

Brisante Gebetsanliegen für Papst Franziskus in Kirchen Roms gefunden (37)

Vatikan: Sorge um Eskalation in Israel nach Trump-Entscheidung (35)

Israel: „Ich befürchte eine Explosion in der arabischen Welt" (31)

„Haben dich gewählt für Reformen, nicht, damit du alles zerstörst“ (31)

Kardinal: Diskussion um "Amoris laetitia" sollte beendet sein (30)

„Der Abschied vom Glauben ist kein Naturgesetz“ (23)

‚Amoris laetitia’ ändert Lehre und Sakramentenordnung nicht (21)

"Bibel-App": Einheitsübersetzung jetzt kostenlos für Smartphones (20)

Vatikan wird offizielle Wallfahrten nach Medjugorje erlauben (18)