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12 November 2017, 12:12
Die Ölreserve durch die guten Werke aller Tage

Franziskus: auf das Kommen des Herrn vorbereitet sein und den tätigen Glauben wach halten. Nicht auf den letzten Moment warten, um mit der Gnade Gottes zusammenzuarbeiten. Von Armin Schwibach
Rom (kath.net/as) „Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen“ – „Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde“: das Tagesevangelium (Mt 25,1-13) stand im Mittelpunkt der Ansprache von Papst Franziskus vor dem Gebet des Angelus am 32. Sonntag im Jahreskreis. Jesus zeige mit dem Gleichnis der zehn Jungfrauen die Bedingung dafür an, in das Himmelreich eintreten zu können.

Mit dem Gleichnis erinnere uns Jesus daran, dass wir für die Begegnung mit ihm bereit sein müssten, wozu er viele Male im Evangelium mahne. Hier aber erkläre Jesus, dass Wachen nicht nur „nicht schlafen“ bedeute, sondern vorbereitet zu sein. Alle Jungfrauen hätten geschlafen, doch nur einige seien bereit bei der Ankunft des Bräutigams. So müsse man also klug und umsichtig sein und nicht auf den letzten Moment warten, um mit der Gnade Gottes zusammenzuarbeiten, sondern es bereits jetzt tun, sich so vorzubereiten, als sei der letzte Tag.

Die Lampe sei das Symbol des Glaubens, der unser Leben erhelle, während das Öl die Liebe symbolisiere, die die das Licht des Glaubens fruchtbar und glaubwürdig mache. Bedingung dafür, für die Begegnung mit dem Herrn bereit zu sein, sei nicht nur der Glaube, sondern ein christliches Leben, das reich an Nächstenliebe sei. So dürfe man sich nicht von den eigenen Interessen leiten lassen, da das Leben ansonsten unfruchtbar werde. Auf diese Weise würden wir keine Ölreserve für die Lampe des Glaubens ansammeln. Die Lampe werde so beim Kommen des Herrn oder noch vorher verlöschen.

Wenn wir dagegen wachsam seien und versuchten, immer das Gute zu tun, mit Gesten der Liebe, des Teilens des Dienstes am Nächsten, der sich in Schwierigkeiten befinde, könnten wir das Kommen des Herrn in Ruhe erwarten. So könne er in jedem Moment kommen, auch der Schlaf des Todes erschrecke nicht mehr, „da wir die mit den guten Werken aller Tage angesammelte Ölreserve haben“. Der Glaube inspiriere die Nächstenliebe und die Nächstenliebe bewahre den Glauben.