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13 November 2017, 10:00
„Ich gelobe! So wahr mir Gott helfe!“

„Darum habe ich mich bei meiner Anlobung als Nationalrätin für die Worte ‚Ich gelobe, so wahr mir Gott helfe‘ entschieden.“ Gastbeitrag von Gudrun Kugler
Wien (kath.net) Dr. Gudrun Kugler (ÖVP) wurde in den österreichischen Nationalrat gewählt und vor wenigen Tagen angelobt.

Nicht viele Nationalratsabgeordnete verwenden eine religiöse Beteuerungsformel im Rahmen der Angelobung. Auch durchaus gläubige Politiker tun es oft nicht: Für sie ist Glaube zu allererst privat, sie möchten ihn nicht zur Schau stellen. Vielleicht meinen einige, Religion hätte in einem Parlament nichts verloren.

Gemeinsam mit fünf anderen (insgesamt 4x ÖVP, 2x FPÖ) habe ich mich für die Worte „Ich gelobe, so wahr mir Gott helfe“ entschieden.

Das sind meine Gründe:

1. Die religiöse Formel unterstreicht, dass die Demokratie von Werten lebt, die sie nicht selbst hervorbringen kann; und dass staatliche Macht Grenzen anerkennen muss, wie zum Beispiel die Unverletzlichkeit der Würde des Menschen.

2. Transzendenz ist der beste Schutz gegen Ideologien und autoritäre Herrschaft. Die Angelobung fand am 9. November – am 79. Jahrestag des Novemberpogroms statt. Das soll uns zu denken geben.

3. An Gottes Segen ist alles gelegen. Die religiöse Beteuerung ist eine Anerkennung der eigenen Grenzen. Es wäre arrogant zu sagen, dass wir Ihn nicht brauchen!

4. In anderen Ländern ist eine religiöse Beteuerung selbstverständlich: Auch uns tut mehr Offenheit zu Religion in der Öffentlichkeit gut.

5. Es ist eine besondere Gelegenheit zu Gott zu stehen: „Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.“ (Matthäus 10,32).

Möge Gott uns allen in diesem Dienst an Österreich beistehen!

kath.net-Interview mit Nationalrätin Kugler nach ihrer Wahl: „Die christliche Leitkultur hat Österreich immer vorangebracht!“

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Foto Nationalrätin Kugler




Foto Nationalrätin Kugler (c) Gudrun Kugler