14 November 2017, 10:45
'Madame Secretary' oder wenn US-Außenpolitik Thomas von Aquin trifft
 
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In den USA läuft derzeit mit "Madame Secretary" eine bemerkenswerte Filmserie. Eine der Hauptrollen ist ein gläubiger Katholik, der mehr Thomas von Aquin zitiert als ein durchschnittlicher deutscher Theologe - Von Roland Noé

USA (kath.net/rn)
„Madam Secretary“. So heißt eine erfolgreiche US-Serie, die in den USA seit 2014 läuft und im deutschen Sprachraum via Sky zu sehen ist. Im Mittelpunkt steht die US-Außenministerin Elizabeth McCord (Tea Leoni), die bemüht ist, internationale Diplomatie mit menschlichen Antlitz und ein komplexes Familienleben unter einen Hut zu bringen. Elizabeth McCord hat ihre Karriere bei der CIA absolviert. Als der amtierende Außenminister bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommt, wird sie von Präsident Conrad Dalton (Keith Carradine) ins Außenministerium geholt. Dort trifft sie intern immer wieder auf großen Widerstand, doch außenpolitisch erringt sie einen Erfolg nach dem anderen. Besonders bemerkenswert an der Serie ist auch ihr Ehemann Henry McCord (Timothy Daly) mit dem sie drei Kinder hat. In der Serie ist McCord in seinem Hauptberuf Theologieprofessor, der in der Serie mehr Thomas von Aquin zitiert als ein durchschnittlicher deutschsprachiger Theologe. Auch Kirchenszenen sind immer wieder in der Serie zu sehen. Die McCords bieten in der Filmserie ein Paar, welches trotz aller Schwierigkeiten völlig ohne Scheidungsambitionen und ohne Sexskandale auskommt. Die Serie zeigt einerseits spannende Außenpolitik aber auch amüsante Einblicke in das Leben einer Promi-Familie mit all ihren Schwierigkeiten, die sich bei drei heranwachsenden Kindern ergeben.

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Die US-Journalistin Kate O'Hare hat 2014 in einem Beitrag bei "Catholic Vote" Details über die Serie veröffentlicht und erklärt, warum die Serie so explizit katholische Elemente beinhaltet. Dies ist Barbara Hall zu verdanken, die die Serie geschrieben hat. Hall konvertierte selber als Erwachsene zur katholischen Kirche. Gegenüber "CatholicVote" erklärte sie 2014 bei einer Pressekonferenz die Rolle des Theologieprofessors in der Serie: "Er ist Katholik. Er hat eine große Lebenserfahrung und ist auch ein Religionsprofessor. Dadurch hat er eine große Perspektive für Weltreligionen. Aber er selber ist praktizierender Katholik." Für "CatholicVote" ist es erstaunlich, dass damit eine Hauptrolle in einer großen US-Serie explizit von einem Katholiken besetzt wird, der eben kein Mönch oder Priester oder eine Nonne darstellt. Angesprochen auf den Glauben von Elizabeth McCord meinte Hall, dass sich das noch entwickelt und dass diese vermutlich derzeit eine nicht-praktizierende Protestantin darstelle, die allerdings ein "strenges moralisches, aber auch menschliches Zentrum" habe.

Hall erklärte bei der Pressekonferenz auch, dass es so schwierig sei, gläubige Christen oder auch gläubige Juden im TV darzustellen, weil man dazu ihr Leben und ihre Religion genau studieren müsste. Davor haben aber auch viele Filmproduzenten Angst. Angesprochen, ob ihr eigener katholischer Glaube, ihr das Drehbuch diktiere, meinte Hall: "Nein, nicht unbedingt." Hall verweist aber auf ihr eigenes "moralisches Zentrum" als Künstlerin, die die Wahrheit erzählen möchte. "Ich habe einen ethischen Code als Schriftstellerin. Und als eine Autorin habe ich die Verpflichtung, die ganze Landschaft der menschlichen Erfahrungen zu zeigen. Es gibt daher nichts, wovon ich Angst hätte, dies zu erzählen."

Klarer kath.net-Fernsehtipp: Die Serie kann in den deutschsprachigen Ländern via SKY gesehen werden. Derzeit sind bereits 3 Saisons abrufbar, die 4. Saison läuft derzeit in den USA.

Trailer Madame Secretary - Deutsch




Trailer Madame Secretary - Englischer Trailer - Umfassender!









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