03 Dezember 2017, 12:11
Seid wachsam und aufmerksam!
 
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Franziskus: der Advent – Zeit der Erwartung. Gott bricht in unser Dasein ein, um ihm Sinn und Wert zu schenken. Sich nicht vom Schlaf der Entmutigung, der Hoffnungslosigkeit, der Enttäuschung überwältigen lassen. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen. Seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt“: Angelus am ersten Adventssonntag. In seiner Ansprache vor dem traditionellen Sonntagsgebet mit den Gläubigen auf dem Petersplatz unterstrich Papst Franziskus, dass der Advent die Zeit sei, die uns gegeben werde, um den Herrn zu empfangen, unser Verlangen nach Gott zu prüfen, nach vorne zu blicken und uns auf die Wiederkehr Christi vorzubereiten.

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Christus komme wieder zu uns an Weihnachten. Doch er komme auch jedes Mal in uns, wenn wir bereit seien, ihn zu empfangen, und er komme am Ende der Zeiten, "zu richten die Lebenden und die Toten". Aus diesem Grund müssten wir wachsam sein und den Herrn voller Hoffnung auf die Begegnung mit ihm erwarten.

Im Evangelium (Mk 13,24-37) mahne Jesus, wachsam zu sein: „Seht euch also vor, und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen“ (V. 33-36).

Der wachsame Mensch sei jener, der sich im Lärm der Welt nicht von der Zerstreuung oder Oberflächlichkeit überwältigen lasse, sondern in Fülle und bewusst lebe, mit einer Sorge, die vor allem den anderen gelte. Mit dieser Haltung bemerkten wir die Tränen und die Bedürfnisse des Nächsten.

Der aufmerksame Mensch wende sich dann der Welt zu und trachte danach, der Gleichgültigkeit und Grausamkeit zu widerstehen und sich der Schätze der Schönheit zu erfreuen, die es gebe und die bewahrt werden müssten. Es gehe darum, einen verständnisvollen Blick zu haben, um sowohl das Elend und die Armut der Einzelnen und der Gesellschaft zu erkennen als auch den Reichtum, der in den kleinen Dingen aller Tage verborgen sei.

Der wachsame Mensch nehme die Aufforderung an, zu wachen, das heißt sich nicht vom Schlaf der Entmutigung, der Hoffnungslosigkeit, der Enttäuschung überwältigen zu lassen. Gleichzeitig lehne er die vielen Eitelkeiten der Welt ab, hinter denen oft Zeit und Ruhe geopfert würden. Es sei dies die schmerzliche Erfahrung des Volkes Israel, von der der Prophet Jesaja spreche. „Warum lässt du uns, Herr, von deinen Wegen abirren und machst unser Herz hart, so dass wir dich nicht mehr fürchten? Kehre zurück um deiner Knechte willen, um der Stämme willen, die dein Eigentum sind“ (V. 63, 17).

Doch dies sei die Auswirkung der Untreue des Volkes gewesen. Auch wir befänden uns oft in dieser Lage der Untreue gegenüber dem Ruf des Herrn: „Er weist uns den guten Weg, den Weg des Glaubens, den Weg der Liebe, doch wir suchen unser Glück anderswo“.

Wachsamkeit und Aufmerksamkeit seien die Voraussetzungen, um nicht weiter fern vom Herrn zu gehen, verloren in den Sünden und in der Untreue. Es seien dies die Bedingungen dafür, um es Gott zu gestatten, in unser Dasein einzubrechen, um diesem mit seiner vollen Gegenwart der Güte und Zärtlichkeit Sinn und Wert zu schenken,

Nach dem Angelus erinnerte der Papst an seine 21. Apostolische Reise nach Myanmar und Bangladesch. Franziskus betete auch für das Volk von Honduras, das sich in einer kritischen politischen Situation befindet.










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