05 Dezember 2017, 13:00
Das Kleine, die Wurzel, die Erniedrigungen
 
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Franziskus in Santa Marta: von der Kleinheit des Sprosses zur Fülle des Geistes. Das ist die Verheißung, das ist das Reich Gottes. Die Demut ohne Erniedrigungen ist keine Demut. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Die Demut ist eine unverzichtbare Gabe im Leben des Christen: dies unterstrich Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Dienstag der ersten Woche im Advent.

Der Papst ging bei seinen Betrachtungen von der ersten Lesung aus dem Buch Jesaja aus (11,1-10) und rief in Erinnerung, dass jeder Christ wie „ein kleiner Spross ist, auf dem sich der Geist des Herrn niederlassen wird: ‚der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht’“. Dies seien die Gaben des Heiligen Geistes: „von der Kleinheit des Sprosses zur Fülle des Geistes. Das ist die Verheißung, das ist das Reich Gottes“. Dies solle „das Leben des Christen“ sein:

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„Sich bewusst sein, dass ein jeder von uns ein Spross aus jener Wurzel ist, der wachsen muss, wachsen mit der Kraft des Heiligen Geistes, bis zur Fülle des Heiligen Geistes in uns. Und was wäre also die Aufgabe des Christen? Einfach den Spross, der in uns wächst, bewahren, das Wachstum bewahren, den Geist bewahren“.

Dabei sei der Stil des Lebens des Christen „wie der Stil Jesu, ein Stil der Demut“:

„Es bedarf des Glaubens und der Demut, um daran zu glauben, dass dieser Spross, diese so kleine Gabe zur Fülle der Gaben des Heiligen Geistes gelangen wird. Es bedarf der Demut, um zu glauben, dass der Vater, der Herr des Himmels und der Erde, wie es im heutigen Evangelium heißt (vgl. Lk 10,21-24), diese Dinge den Weisen und Klugen verborgen und den Unmündigen aber offenbart hat. Demut heißt klein sein, wie der kleine Spross, der jeden Tag wächst, so klein, dass er des Heiligen Geistes bedarf, um vorwärts gehen zu können, hin zur Fülle des eigenen Lebens“.

„Manch einer meint, demütig zu sein“, so der Papst, „wohlerzogen, freundlich, die Augen beim Beten geschlossen. Nein, das ist nicht die Demut“. Wie also „kann ich wissen, ob ich demütig bin?“:

„Es gibt da ein Zeichen, ein Signal, das einzige: die Erniedrigungen anzunehmen. Die Demut ohne Erniedrigungen ist keine Demut. Demütig ist jener Mann, jene Frau, die fähig sind, die Erniedrigungen zu ertragen, wie sie Jesus ertragen hat, der Erniedrigte, der große Erniedrigte“.

Franziskus erinnerte an das Beispiel vieler Heiligen, „die die Erniedrigungen nicht nur akzeptiert, sondern nach ihnen verlangt haben“, um Jesus zu ähneln:

„Der Herr schenke uns diese Gnade, das Kleine zu bewahren, das unterwegs ist zur Fülle des Geistes, die Gnade, die Wurzel nicht zu vergessen und die Erniedrigungen anzunehmen“.

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