01 Januar 2018, 12:00
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Heute rufen wir es uns noch einmal in Erinnerung: Uns ist der Heiland geboren! Mit dieser Nachricht gehen wir ins Neue Jahr und vertrauen auf den reichen Segen, den uns Gott schenken will - Der Montagskick von Peter Winnemöller

Linz (kath.net)
Auf geht es in ein hoffentlich frohes neues Jahr. Die Montagskicks hatte eine kurze Weihnachtspause. Und das war auch gut so. Man muss die Nachrichten dieser Tage ja auch erst einmal verdauen. Der Papst hat zu Weihnachten die Kurienmitarbeiter ausgeschimpft. Das kennen wir ja schon. Inzwischen hat das Tradition. An Weihnachten selbst hat der Papst den Segen Urbi et Orbi gekürzt. Das war neu! Macht nix, die Römer lieben den Papst trotzdem. Viva il papa! Der Papst scherzt – viva!, der Papst schimpft, viva!, der Papst kürzt Urbi et Orbi – viva. Päpste kommen, Päpste gehen. Wir lieben den Papst!

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Davon könnten wir pingeligen Teutonen uns eine Scheibe abschneiden. In der Claudischen Kolonie und Opferstätte der Agrippinensier mahnte der örtliche Kardinal billigen Wohnraum an. In der Hauptstadt der Bajuwaren lobte der Kardinal die hohe Integrationskraft von Weihnachten. Nun ja, in Deutschland haben Bischöfe mit politischer Verantwortung Tradition. Wenn wir mal wieder eine neue Regierung haben, könnte es ja einen Kardinalminister für Wohnungsbau und einen Kardinalbeauftragten für Integration geben. Dann hätten wir auch diesen Aspekt von 1803 überwunden. Finanziell sind wir längst wieder auf dem Damm.

Insgesamt las man von bischöflichen Predigten hier und da – nicht überall – doch sehr viel Politisches. Ja, in der Tat, das Evangelium ist beileibe nicht unpolitisch. Aber politische Predigten und Postulate aus dem Episkopat sind so herrlich folgenlos. Gratismut ist das, entlang dem politischen Mainstream zu predigen und zu verkünden.

Hätte Kaiser Augustus ein Wohnungsbauprogramm gestartet statt einer Volkszählung, dann hätten wir heute eine Sozialwohnung unterm Weihnachtsbaum statt einer Krippe. Irgendwie auch nicht so toll. Die Integrationskraft von Weihnachten geht nur knapp über den Glühweinstand hinaus bis ins nächste Kaufhaus. Wenn das nicht mehr rüberkommt, ist das recht ärmlich. Am Ende ist es das ja wirklich, wenn gerade einmal jeder dritte an Weihnachten überhaupt nur eine Kirche aufsucht. Jeder zweite Katholik ungefähr, so ergab eine Umfrage, besuche an Weihnachten einen Gottesdienst. Da ist nicht einmal von einer Messe die Rede. Das kann auch das Kindergartenkrippenspiel am Nachmittag sein.

Es ist ja alles ganz nett, dass Weihnachten und Kirche den Weg in die großen Nachrichten finden. Aber es bleibt so entsetzlich hohl. Die kleine Nachricht ist doch viel spannender: Uns ist der Heiland geboren!

In der kleinen Dorfkirche in Westfalen, wo wir Weihnachten gefeiert haben, war das in Liturgie und Verkündigung die TopNews. So krass ist das, dass die Kirche dieses Fest gleich eine ganze Oktav lang feiert. Ob der Papst sich verplappert oder dieser und jener Bischof politisch-populistisch predigt. Quark! Es verblasst vor dieser irren Nachricht. Gott lässt diese Welt nicht allein. Ich bin mir ganz sicher, dass alle Bischöfe, wirklich alle, darüber gepredigt haben. Warum diese Nachricht nicht in die Medien durchdringt und stattdessen da nur platte Postulate hinein diffundieren, das ist die Frage, die man sich hier oder da mal stellen sollte. Domani!

Nicht heute. Heute ist der Oktavtag von Weihnachten. Heute rufen wir es uns noch einmal in Erinnerung:

Uns ist der Heiland geboren! Mit dieser Nachricht gehen wir ins Neue Jahr und vertrauen auf den reichen Segen, den uns Gott schenken will. Wenn das kein Grund ist, jetzt noch ein Gläschen Sekt zu trinken. Prosit Neujahr!







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