07 Januar 2018, 07:00
Befreit von der Pornographie
 
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Betroffen von Pornographie oder von sexueller Abhängigkeit - Jeremy Hammond und seine Frau Inka stellten bei der #MEHR2018 eine Initiave vor, die Menschen auf dem Weg in die Freiheit unterstützen möchte. kath.net-Bericht von Linda Noé

Augsburg (kath.net/ln)
Am Samstag sprach am frühen Nachmittag Jeremy Hammond und seine Frau Inka mit ihrem Team über einen 2016 gegründeten Verein von Christen unterschiedlicher Konfessionen, deren Herzensanliegen es ist, Menschen, die von Pornographie oder sexueller Abhängigkeit betroffen sind, auf ihrem Weg in die Freiheit zu unterstützen. Alle Mitarbeiter hatten selbst ein Problem mit sexueller Abhängigkeit und sind mit Gottes Wort und Hilfe davon frei geworden.

Jeremy Hammond, vierfacher Familienvater, gebürtiger Amerikaner und Gebetshaus Augsburg- Missionar, begann das Symposium in der MEHR Space Halle mit einer grundsätzlichen Feststellung über die Wichtigkeit des Themas: „Männer und Frauen sollen in ihre gottgegebene Freiheit kommen, denn wir können viel über Erweckung in unseren Kirchen und Gemeinden sprechen, aber es ist dafür wichtig, dass die Braut rein und befreit wird!“ Ihre Mission bestehe aus verschiedenen Onlinekursen, die über die Homepage www. free-indeed.de abrufbar sind.

Pornographie sei ein Riesenthema, denn ca. dreißig Prozent aller Daten im Internet wären pornographischen Inhalts, zwei Drittel aller christlichen Männer würden regelmäßig Pornographie konsumieren, sechzig Prozent der Frauen unter Dreißig würden angeben, mehrmals im Jahr darin verstrickt zu sein- aber nur etwa sieben Prozent der Kirchen und Gemeinden böten Hilfe an.

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Jeremy Hammond fuhr mit seinem eigenen Zeugnis fort. Er sei in einem christlichen Elternhaus groß geworden, aber trotzdem bereits mit 9Jähriger bereits in Kontakt mit Pornographie gekommen. Später sei er auf die Bibelschule gegangen und habe sich eingeredet, dies sei alles kein Problem für ihn. Er habe die Hoffnung gehabt, dass dieses Thema beendet sein würde, als er seine Frau geheiratet habe, aber das sei nicht die Lösung der Bindung an die Pornographie gewesen. In Einsamkeit, Frust, als Belohnung, habe er nach wie vor zu pornographischem Material gegriffen, und durch das Aufkommen des Internets sei dies noch stärker geworden. Immer mehr habe er gespürt, wie er der Sucht ausgeliefert sei, obwohl ihm parallel dazu immer klarer vor Augen gestanden wäre, dass er dadurch alles verlieren hätte können, seine Arbeit, seine Familie. Diese Erkenntnis habe ihn schlussendlich geschockt und zu einem ehrlichen Gespräch mit Jesus geführt. Früher hätte er die Bibel mehr als ein moralisches Buch gelesen, dann jedoch habe er verstanden, dass er das Wort Gottes im Kampf gegen diese Versuchung anwenden kann. „Das Wort Gottes ist ein Befreiungswort!“

Nach einem Videotrailer über die „Generation David“, betritt Inka Hammond, Jeremys Ehefrau, die Bühne, um aus der Sicht einer ehemals betroffenen Ehefrau Zeugnis zu geben. Sie sei so fasziniert gewesen von ihrem Mann, habe nicht wahrhaben wollen, dass ihr starker Mann eine größere Schwäche haben könnte. In der Verlobungszeit habe er ihr sogar seine Sucht gestanden, dies jedoch sei total abstrakt für sie gewesen. Sie habe in weiterer Folge nichts gewusst von der Abhängigkeit ihres Ehemannes, obgleich dieser mehrmals täglich pornographisches Material angesehen hatte. Sie habe das Ausmaß erst begreifen können, als er bereits davon frei gewesen sei und Zeugnis davon gab. Es wäre ein langer Prozess gewesen, ihrem Mann vergeben zu können. Im Zuge dessen, so Inka Hammond, habe sie verstanden, dass ihre Identität nicht in ihrem Mann liege, sondern in Jesus. „Wenn beide Partner sich Jesus nähern, dann kommen sie sich gegenseitig näher!“ rief sie den Teilnehmern bewegt und voller Überzeugung zu. Anschließend wurde „Geheiltes Herz“, der Onlinekurs für Ehefrauen von Inka Hammond, durch einen Videotrailer vorgestellt.

Jeremy Hammond übernahm anschließend wieder das Wort und stellte fest, dass das Thema Pornographie nicht nur mit (Ehe)männern zu tun habe, sondern auch mit Frauen. Dazu gab free-indeed- Teammitglied Alice Suljevic ein Zeugnis über Pornographie und Selbstbefriedigung bei Frauen. Es sei eine extrem große Scham auf diesem Thema, noch mehr bei Frauen, und dies dürfe nicht mehr sein. Sie habe in der Zeit ihrer Abhängigkeit gemerkt, dass sie von der Pornographie konsumiert worden und habe sich runterziehen lassen von Lügen. „Jesus aber ist es wert, eine Braut zu haben, die von nichts abhängig ist, außer von Ihm selbst!“ rief sie aus, und erntete starken Applus im Publikum. Mit ein paar Frauen gemeinsam habe sie einen Kurs mit dem Titel „Generation Esther“ entworfen, einen dreißig tägigen Onlinekurs. „Es geht darum, nicht auf eigenen Willen und Stärke zu bauen, sondern auf deine Identität in Christus!“ schloss Suljevic.

Jeremy Hammond fuhr anschließend mit einem starken biblischen Vergleich von Davids Kampfgegen Goliath fort. „Pornographie verhöhnt dich, es hält dich gefangen, verspottet dich. Der Teufel hält uns zurück, uns diesem Kampf zu stellen, er redet das Problem klein, will, dass Du alleine damit bleibst.“ Goliath habe das Volk IsraelTag für Tag verspottet. Nach dem Sieg über Goliath habe sich das Leben Davids komplett verändert, er sei in seine Berufung gekommen. „Wir müssen lernen, diesem Goliath in die Augen zu schauen, nicht zu warten, bis sich alles von alleine löst, denn das wird es nicht“, so Hammond, und weiter:„Es geht um dein Herz, denn Pornographie und Selbstbefriedigung ist nur eine sichtbare Auswirkung von etwas, das tief drinnen nicht stimmt, einer Sehnsucht, die du nicht vom Herrn stillen lässt“. Wir würden oft im Geheimen dagegen kämpfen, aber Freiheit ereigne sich auf offenem Feld und im Licht, so wie auch David, für den die Ehre Gottes das größte Ziel im Kampf gewesen sei, nicht verborgen gekämpft hatte. „Hol dir jemand, der dein Rechenschaftspartner sein kann. Sünde wächst in der Dunkelheit. Unser Zeugnis wenn wir frei geworden sind, ist ermutigend für andere.“

Jeremy Hammond erzählte weiterhin, dass viele Menschen zu ihnen kämen, die berichten würden, dass sie schon so oft für sich beten ließen, und deren Hoffnung enttäuscht wäre, weil sich das Problem anschließend nicht von alleine gelöst habe. Gott aber würde uns aber in diesen Kampf stellen, in dem wir selbst im Vertrauen auf Ihn die Schleuder in die Hand nehmen und in Tal gehen müssen. Dies mache uns frei für unsere eigentliche Berufung. Jeremy Hammond stellte fest, dass er bereits in sehr frühen Lebensjahren den Ruf empfangen habe, in den vollzeitigen Dienst für Jesus zu gehen, dies jedoch habe sich weit nach hinten verschoben durch die Abhängigkeit, der er sich nicht stellen wollte. Er hätte seine Beschäftigung mit Pornographie immer für ein Nebenthema gehalten, bis zu jenem Tag als die Angst in ihm übermächtig geworden sei, dadurch seine Familie und seinen Job zu verlieren. Er habe in der Rückschau mit Erschrecken festgestellt, dass er in all den Jahren der Abhängigkeit nicht geistlich gewachsen sei.

In der Kirche sei man in weiten Teilen sehr gelähmt gegenüber dem Thema sexuelle Süchte, so Hammond, es sei tabuisiert und man fühle sich ohnmächtig. „Jesus aber hat den Sieg am Kreuz für unsere Freiheit errungen, er ist unser Befreier, und wir dürfen uns nicht mehr unter das Joch der Sklaverei zwingen lassen!“Das Zeugnis vom Team Free-Indeed endete mit einem starken Gebet für Befreiung von Lebenslügen und einem Aufruf zum Glauben an die verheißene Freiheit Gottes für alle Gläubigen, und der Einladung an alle, die den Ruf verspüren, sich in einen der online angebotenen Kurse einzuschreiben.

Gebetshaus Augsburg: Wirklich frei- Der Kampf um sexuelle Reinheit - Jeremy Hammond




Gebetshaus Augsburg - Generation Esther



Gebetshaus Augsburg - Geheiltes Herz






Foto oben: Hammond während seines Vortrags auf der MEHR (c) kath.net/Linda Noé







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