17 Januar 2018, 10:45
Bischof Oster: Firmung erst mit 16 Jahren?
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Firmung'
Bistum Passau setzt die Firmspendung an Jugendliche für mindestens vier Jahre aus

Passau (kath.net) Der Passauer Bischof Stefan Oster macht sich derzeit Gedanken darüber, ob die Firmung künftig in seinem Bistum erst Jugendlichen mit 16 Jahren gespendet werden soll. Bisher ist es in Passau üblich, die Firmung an Sechstklässler zu spenden, also an 11- bis 12-Jährige. Das berichtete die „Passauer Neue Presse“ (PNP) unter Berufung auf eine Mitteilung des Bistums. In dieser Bistumsaussendung stellte Oster die Frage in den Raum, wie es im Bistum gelingen könnte, „dass die Firmung wieder glaubensbezogener wird und eine persönliche Glaubensentscheidung?“. Alle Hauptamtlichen des Bistums seien angeschrieben worden, sich mit Vorschlägen an den Überlegungen zu beteiligen.

Werbung
christenverfolgung


Das bisherige Modell der Firmung in Gruppen mit Sechstklässlern wird das Bistum auf jeden Fall nächstes oder übernächstes Jahr auslaufen lassen. Danach ist eine Pause von mindestens vier Jahren vorgesehen, in dieser Zeit soll ein Firmmodell für Jugendliche im Alter von mindestens 16 Jahren ausgearbeitet werden, berichtete die PNP weiter.

Die Pressestelle des Bistums erläuterte gegenüber der PNP, dass die Vorgehensweise gemeinsam von allen Hauptamtlichen beschlossen werde, es sich also nicht um eine „einsame Entscheidung“ des Bischofs handle. Bischof Oster ist der Jugendbischof der Deutschen Bischofskonferenz.

Über die Frage des konstruktiven Firmalters wird derzeit in der Kirche diskutiert. Zum einen kommen Vorschläge, dass die Firmung bereits vor der Erstkommunion gespendet werden sollte. Der Südtiroler Bischof Ivo Muser hat dagegen festgelegt, dass es im Bistum Brixen in den Jahren 2020 und 2021 in der gesamten Diözese keine Firmung geben wird, kath.net hat berichtet.

Grund für diese Überlegungen ist zumindest für den deutschen Sprachraum, dass viele aktive Katholiken die aktuelle Situation als unbefriedigend empfinden. Der Tenor dieser Kritik lautet, dass Jugendliche, die nur wenig am Glauben interessiert sind, ein Sakrament gespendet bekommen und danach kaum mehr die Kirche betreten. Auch über die inhaltliche Konzeption der Firmvorbereitung mancher Bistümer wird Kritik seitens aktiver Gläubiger laut, hier werde möglicherweise zu wenig die Notwendigkeit einer persönlichen Entscheidung für den Glauben an Gott vorgestellt.

Archivvideo: EWTN - Bischof Oster/Passau: Gedanke zur Jugendsynode 2018. Weitere Themen: Nightfever, Firmalter, Berufung








kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.

Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Paul VI. zu Lefebvre: „Dann leiten Sie doch die Kirche!“ (46)

Die Kirche ist weiblich – Braut und Mutter (46)

„Eucharistie für Protestanten? Dafür hatte mich Marx gemaßregelt“ (42)

Alle Bischöfe von Chile reichen geschlossen ihren Rücktritt ein (40)

Mangel, der an die Substanz geht (35)

Kardinal Sarah warnt vor „Priestertum gemäß menschlicher Kriterien“ (34)

Pfarrer an Pfingstsonntag mit Kopftuch am Altar (31)

Hartl „etwas zweigeteilt“ über Hochzeitspredigt von Bischof Curry (22)

Kardinal Kasper zur Interkommunionfrage (19)

Das Geschwätz tötet! (15)

Sorge über internationale Verlässlichkeit angesichts der Alleingänge (15)

Schweden: Kleinstadt erlaubt Muezzinruf, verbietet Kirchenglocken (15)

Vatikan: Oeconomicae et pecuniariae quaestiones (13)

Alois Schwarz wird neuer Bischof von St. Pölten (12)

DBK-Vorsitzender Lehmann im Jahr 2000: „Ich kann nur davor warnen“! (12)