04 Februar 2018, 10:00
Kardinal Marx begrüßt Diskussion um Vaterunser
 
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„Es ist sehr gut, dass wir über eine zentrale Frage unseres christlichen Betens so ernsthaft reden.“

München (kath.net/ gob)
Kardinal Reinhard Marx begrüßt die aktuelle Diskussion um die Vaterunser-Bitte „Führe uns nicht in Versuchung“. „Es ist sehr gut, dass wir über eine zentrale Frage unseres christlichen Betens so ernsthaft reden“, sagt der Erzbischof von München und Freising in einem Radiobeitrag für die Sendereihe „Zum Sonntag“ des Bayerischen Rundfunks, der am Samstag, 3. Februar, ausgestrahlt wird. Das Vaterunser sei „ein fester Bestandteil unserer christlichen Kultur“, gleichzeitig veränderten sich Sprache und Verständnis im Lauf der Zeit, so Kardinal Marx: „Das ist die Sorge, die auch Papst Franziskus beschäftigt: Verstehen wir diese Bitte noch so, dass wir dadurch nicht den falschen Eindruck gewinnen, Gott selbst wäre böse und würde uns Menschen erproben und zum Spielball machen?“

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In der betreffenden Bitte gehe es um die „Erfahrung der Fremdheit Gottes“, erläutert der Erzbischof. Zwar gehöre „alles, was Menschen erleben“, zur „umfassenden Wirklichkeit Gottes“, auch „Stunden der Angst, der Dunkelheit und der Nacht“. Dennoch „zweifeln wir und haben das Gefühl, Gott sei uns fern“, so Kardinal Marx. „Die größte Versuchung ist, den Glauben zu verlieren und das Sichtbare als einzige Wirklichkeit zu sehen.“ Auch in einer solchen Situation der Angst dürften Menschen zu Gott beten und etwa sagen: „Lass uns nicht hängen, wenn wir nur noch Finsternis sehen.“

Das Vaterunser gehe unter die Haut, „weil es elementare Nöte, Bedürfnisse und Hoffnungen der Menschen anspricht: das Brot, das wir zum Leben brauchen, die Schuld, für die wir Vergebung brauchen, und die Versuchung, weil wir um unsere Schwäche wissen und die Stunden der Verzweiflung kennen“, betont der Erzbischof. „Das alles müssen wir nicht ausblenden, denn es gehört zu unserem Leben in Freiheit. Denn nur weil wir frei sind, können wir auch in Versuchung geraten, können wir uns für und gegen das Gute und letztlich Gott selbst entscheiden.“







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