27 Februar 2018, 13:00
Kommt her, reden wir, trinken wir einen Kaffee! Die Vergebung ist da!
 
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Franziskus in Santa Marta: die Umkehr im Leben, ohne Angst und Drohungen, der Herr erwartet den Sünder. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Die Fastenzeit – eine Zeit, „die bei der Umkehr hilft“, dazu, sich wieder Gott anzunähern, eine Zeit für „die Veränderung in unserem Leben“, und um diese Gnade gelte es zu bitten. In seiner Predigt bei der heiligen Messe im vatikanischen Gästehaus „Domus Sanctae Marthae“ am Dienstag der zweiten Woche der Fastenzeit ging Papst Franziskus von der ersten Lesung aus dem Buch Jesaja aus (Jes 1,10.16-20), einem „wahren Aufruf zur Umkehr“.

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Der Papst zeigte in seinen Betrachtungen, worin die besondere Haltung Jesu gegenüber unseren Sünden bestehe. „Er droht nicht, sondern er ruft mit Milde und schenkt dabei Vertrauen“, so Franziskus: „Vorwärts, kommt, reden wir“, so lauteten die Worte des Herrn, mit denen er sich an die Herrscher von Sodom und an das Volk von Gomorra gewandt habe, denen er das „Übel“ gezeigt habe, das es zu vermeiden gelte, und das „Gute“, das verfolgt werden müsse. Und so tue er es mit uns:

„Der Herr sagt: ‚Kommt her. Kommt und reden wir. Reden wir ein wenig’. Er erschreckt uns nicht. Er ist wie ein Papa mit seinem heranwachsenden Kind, das was angestellt hat und das er tadeln muss. Und er weiß, dass – wenn er da mit dem Knüppel ankommt – die Sache nicht gut gehen wird, er muss mit Vertrauen eintreten. In diesem Abschnitt ruft der Herr auf diese Weise: ‚Kommt her. Trinken wir einen Kaffee zusammen. Reden wir, diskutieren wir. Habt keine Angst, ich will euch nicht schlagen’. Und da er weiß, dass da Kind denkt: ‚Aber ich hab da was angestellt...’ – sagt er sofort: ‚Sind eure Sünden wie Scharlach, weiß wie Schnee werden sie. Sind sie rot wie Purpur, wie Wolle werden sie’“.

Wie der Vater gegenüber einem heranwachsenden Kind bringe Jesus mit einer "Geste des Vertrauens“ zur Vergebung und ändere das Herz. So habe er gehandelt, als er Zachäus oder Matthäus berufen habe, und so handle er in unserem Leben, „er lässt uns sehen, wie man einen Schritt nach vorn auf dem Weg der Umkehr tun kann“:

„Wir wollen dem Herrn für seine Güte danken. Er will uns nicht knüppeln und verdammen. Er hat sein Leben für uns hingegeben, und das ist seine Güte. Und immer sucht er nach einem Weg, um zum Herzen vorzudringen. Und wenn wir Priester an der Stelle des Herrn die Umkehr spüren, müssen auch wir diese Haltung der Güte einnehmen, wie der Herr sagt: ‚Kommt her, diskutieren wir, da ist kein Problem, die Vergebung ist da’, und keine Drohung, von Anfang an“.

Diesbezüglich erzählte der Papst von der Erfahrung eines Kardinals und Beichtvaters, der gerade angesichts einer Sünde, deren Größe er ahne, nicht einhalte und weitergehe, den Dialog fortsetze: „Und das öffnet das Herz“, betonte Franziskus, „und der Andere fühlt sich in Frieden“. So handle der Herr mit uns, er sage: „Kommt, diskutieren wir, reden wir. Nimm die Quittung der Vergebung, die Vergebung ist da“:

„Mir hilft es, diese Haltung des Herrn zu sehen: der Papa mit dem Kind, das sich für groß hält, das sich erwachsen fühlt und dabei noch auf dem halben Weg ist. Und der Herr weiß, dass wir alle auf halbem Weg sind, und viele Male brauchen wir das, dieses Wort zu hören: ‚Nun komm her, erschrick nicht, komm. Die Vergebung ist da’. Und das ermutigt uns, offenen Herzens zum Herrn zu gehen: er ist der Vater, der uns erwartet“.

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