18 März 2018, 10:00
Russland: Ökumenischer Einsatz für das Leben
 
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„Kirche in Not“ unterstützt katholisch-orthodoxes Projekt für Schwangere.

München (kath.net/ KiN)
„Die aktuellen Abtreibungszahlen machen unendlich traurig und sind ein Alarmsignal an die Teile von Politik und Gesellschaft, die Schwangerschaftsabbrüche bagatellisieren und das Werbeverbot aufheben wollen“, erklärte die Geschäftsführerin von „Kirche in Not“ Deutschland, Karin Maria Fenbert, zu den jüngst veröffentlichen Zahlen des Statistischen Bundesamts. Demnach ist 2017 in Deutschland die Zahl der Abtreibungen um 2,5 Prozent gestiegen. 101 200 Kinder wurden im Mutterleib getötet. 13 Jahre lang war die Zahl rückläufig.

„Der konsequente Einsatz für das Leben von der Zeugung bis zum natürlichen Tod gehört gewissermaßen zur DNA unseres weltweiten päpstlichen Hilfswerks ,Kirche in Notʼ und eigentlich jedes glaubenstreuen Christen“, sagte Fenbert. Der Gründer von „Kirche in Not“, Pater Werenfried van Straaten (1913-2003), hatte in Predigten und auf Kundgebungen stets konsequent gegen die Tötung Ungeborener und für eine lebensbejahende Beratung von Schwangeren plädiert. „Während in der westlichen Gesellschaft immer mehr eine stillschweigende Toleranz zur Praxis der Schwangerschaftsabbrüche herrscht, sind die orthodoxen Kirchen des Ostens ein Vorbild in der Treue zur Lehre des Evangeliums“, erklärte Fenbert.

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Zu beobachten ist dies zum Beispiel in der südrussischen Stadt Stawropol, etwa 500 Kilometer nordöstlich der Olympia-Stadt Sotschi. Dort hat die russisch-orthodoxe Kirche im vergangenen Herbst eine Unterkunft für 42 mittellose Mütter eröffnet.

Das Zentrum bietet den Frauen einen geschützten Raum, Unterstützung und Beratung, um Alternativen zur Abtreibung zu eröffnen. Auch nach der Geburt können die Frauen mit ihren Kindern noch in der Unterkunft bleiben, bis sie eine eigene Wohnung gefunden haben. „Kirche in Not“ hat den Aufbau dieses Zentrums unterstützt. „Dieses Projekt ist lebenswichtig. Es unterstützt schwangere Frauen, die häufig ohne jede Hilfe dastehen“, erklärte der Russland-Referent von KIRCHE IN NOT, Peter Humeniuk.

Das Hilfswerk unterhält seit über 25 Jahren intensive Beziehungen zur russisch-orthodoxen Kirche. Auf ausdrücklichen Wunsch des heiligen Papstes Johannes Paul II. hat „Kirche in Not“ auch Projekte der orthodoxen Kirche in das Förderprogramm aufgenommen. So auch das Zentrum für Mütter in Stawropol. Es geht auf eine gemeinsame Initiative von katholischen und russisch-orthodoxen Kirchenvertretern zurück.

Gemeinsam hatten sie an einer internationalen Konferenz zum Lebensschutz teilgenommen, zu der das Moskauer Patriarchat eingeladen hatte. Der damals entstandene ökumenische Aufruf zur „Achtung des unveräußerlichen Rechts auf Leben“ wurde später Teil der gemeinsamen Erklärung von Papst Franziskus und dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill bei ihrer ersten Begegnung am 12. Februar 2016 auf Kuba. Diese Erklärung wurde zur Initialzündung „für weitere konkrete Schritte im Geist der Ökumene“ beim Thema Lebensschutz, erklärt Humeniuk. Dazu traf sich die Delegation in Mailand mit einer katholischen Organisation, die Schwangerschaftsberatung anbietet und bereits rund 20 000 Kindern das Leben gerettet hat.

Schnell sei klar geworden, dass diese Unterstützung für schwangere Frauen in Krisensituation in Russland äußerst notwendig sei: „Bedauerlicherweise ist Abtreibung in Russland weit verbreitet. Das lässt sich bis in die Sowjetzeit zurückverfolgen“, sagte Humeniuk. Durch die demografische Entwicklung würden jetzt viele Menschen in Russland für dieses Thema sensibilisiert.

„Das Zentrum in Stawropol und andere Projekte für Mütter sind ein Beitrag, um Frauen adäquat zu betreuen und so der ,Kultur des Lebensʼ, die der heilige Johannes Paul II. so oft verkündet hat, zum Durchbruch zu verhelfen“, erklärt „Kirche-in-Not“-Geschäftsführerin Karin Maria Fenbert. Darüber hinaus arbeite das Hilfswerk auch in anderen Bereichen eng mit der russisch-orthodoxen Kirche zusammen, zum Beispiel beim Unterhalt eines Rehabilitationszentrums für Drogenabhängige und vor allem bei der Dokumentation von christlichen Märtyrer-Schicksalen und Kriegsschäden an Kirchen in Syrien. Damit sollen erste Grundlagen für einen Wiederaufbau geschaffen werden.

Diese ökumenische Zusammenarbeit sei nicht nur für „Kirche in Not“ ein Mut machendes Symbol, so Fenbert: „Das Miteinander von katholischer und russisch-orthodoxer Kirche kann Früchte bringen für die Neuevangelisierung in Europa – und den konsequenten Einsatz für das Leben. Das ist heute dringend notwendiger denn je.“

Um das Zentrum für Mütter in Stawropol und weitere Einrichtungen für das Leben zu fördern und den gemeinsamen Einsatz mit der russisch-orthodoxen Kirche für die verfolgten Christen im Nahen Osten weiter voranzubringen, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München
IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05
Verwendungszweck: Russland


Foto: Russische Frauen mit ihren Kindern in einer kirchlichen Einrichtung © Kirche in Not

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